Selbsttests aus Apotheke und Drogerie •

Selbsttests aus Apotheke und Drogerie haben Grenzen

Der wohl bekannteste Selbsttest aus Apotheke und Drogerie ist der Schwangerschaftstest. Auch andere Gesundheitstests wie Urintests und Lebensmittelunverträglichkeitstests sind gefragt. Doch die Tests für die Selbstanwendung haben ihre Grenzen.

Selbsttests bieten keine zuverlässige Diagnose

Selbsttests aus Apotheke und Drogerie erfreuen sich großer Beliebtheit. Scheinen sie doch auf fast jede Gesundheitsfrage eine Antwort zu haben. Es stimmt: Die Selbsttests können eine Menge erkennen. Zu 100 Prozent auf sie verlassen sollten Sie sich aber nicht. Die Tests sind nicht immer zuverlässig: Möglich ist beispielsweise, dass der Test nicht präzise genug ist, es zu Anwendungsfehlern kommt oder das Ergebnis falsch gedeutet wird.

Ein Beispiel sind Cholesterintests, bei denen für die Auswertung ein Tropfen Blut auf einen Teststreifen gegeben wird. Eine erste Hürde ist die richtige Einschätzung der Farbtafel direkt nach der Blutentnahme. Hinzu kommt, dass der Farbwert sich weiter verändern, je mehr Zeit verstreicht. Und: Unterscheidet der Test nicht zwischen HDL- und LDL-Cholesterin, ist das Ergebnis nur bedingt aussagekräftig. Gesundheitstests für die Selbstanwendung für zuhause sind hilfreich für eine erste Einschätzung. Den Arztbesuch und entsprechende Labortests ersetzen können sie aber nicht.

Mit dem Testergebnis zum Arzt

Das Ergebnis eines Selbsttests lassen Sie am besten von einem Arzt bestätigen. Zeigt der Schwangerschaftstest eine Schwangerschaft an, sollten Sie diese von einem Gynäkologen bestätigen lassen. Zeigt der PSA-Test erhöhte Werte des prostataspezifischen Antigens an, heißt das nicht, dass Sie Prostatakrebs haben. Dennoch sollten Sie den Messwerten nachgehen und einen Urologen aufsuchen.

Zum Arzt sollten Sie auch dann, wenn Sie Tests machen, um einer Nahrungsmittelunverträglichkeit oder Allergie auf die Spur zu kommen. Experten betonen immer wieder, dass Intoleranzen und Allergien von fachlicher Seite diagnostiziert werden sollten. Nicht nur, um gezielt ein breites Spektrum an Untersuchungen nutzen zu können, sondern auch, um mögliche Auslöser für Beschwerden einzugrenzen.

Unterstützung von fachlicher Seite gibt Orientierung

Es ist letzten Endes auch eine Frage der Lebensqualität: Am Beispiel Laktoseintoleranz ist es so, dass viele komplett auf Milchprodukte verzichten, wenn sie den Verdacht haben, Milchzucker (Laktose) im Dünndarm nicht abbauen zu können. Oftmals ist der komplette Verzicht aber nicht notwendig.

Eine Untersuchung beim Arzt bietet mehr Möglichkeiten einzuschätzen, welche Milchzuckermengen der Körper verträgt. Eine begleitende Ernährungsberatung hilft, einen ausgewogenen Speiseplan zu erstellen. So hat der Patient nicht nur einen guten Leitfaden zur Hand, sondern beugt auch einem Mangel an Nährstoffen vor, der durch eine einseitige Ernährung oder den Verzicht größerer Lebensmittelgruppen entstehen kann.

Das Recht auf eine ärztliche Zweitmeinung

Außerdem wichtig zu wissen ist: Gerade bei Nahrungsmittelunverträglichkeiten ist die Spurensuche oft lang. Manchmal spielen verschiedene Unverträglichkeiten zusammen. Haben Sie das Gefühl, dass es Ihnen trotz ärztlicher Unterstützung nicht besser geht, haben Sie immer das Recht, einen weiteren Mediziner aufzusuchen und eine zweite Einschätzung einzuholen.

„Da gesetzlich Versicherte ihren Arzt frei wählen können, ist es unproblematisch, bei Behandlungen einen weiteren Mediziner zu Rate zu ziehen. Der Zweitgutachter kann seine Beratungsleistung mit der gesetzlichen Krankenkasse abrechnen. Wer das Einholen einer Zweitmeinung plant, sollte den behandelnden Arzt darüber informieren und zu diesem Zweck um Aushändigung von Berichten, Laborwerten und Ergebnissen von Röntgenuntersuchungen bitten.“

Verbraucherzentrale

Disclaimer: Dieser Text enthält nur allgemeine Hinweise und ist nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung geeignet. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Alle individuellen Fragen, die Sie zu Ihrer Erkrankung oder Therapie haben, besprechen Sie mit Ihrem behandelnden Arzt.

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