Warum werden Menschen schizophren? Die Ursachen der Psychose
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Warum werden Menschen schizophren? Die Ursachen der Psychose

Unter einer Psychose versteht der Arzt einen weitgefassten Komplex an Symptomen, bei denen das Denken, die Wahrnehmung sowie die Verarbeitung von Eindrücken beeinträchtigt oder vollständig gestört sind. Die schizophrene Psychose kann mit Halluzinationen, Realitätsverlust und der sogenannten "Ich"-Störung einhergehen. Über die Entstehung der Schizophrenie ranken sich trotz vielfältiger Erkenntnisse aus der Forschung noch immer viele Rätsel. Neben einer genetischen Vorbelastung spielen auch biologische Faktoren, Umwelteinflüsse und psychische Belastungen eine unterschiedliche Rolle als Ursache und Auslöser.

Schizophrenie: Ursachenkomplex aus verschiedenen Komponenten

Die Hauptursache für die Erkrankung an Schizophrenie liegt in einer genetischen Vorbelastung. Sind in der Familie bereits die Eltern oder Großeltern von schizophrenen Psychosen betroffen, wird die hierfür verantwortliche Genetik auch an die Kinder weitergegeben. Je höher die genetische Disposition ist, desto höher ist die Gefahr, ebenfalls an einer Schizophrenie zu erkranken. Zur genetischen Veranlagung gehören unter anderem Mutationen in verschiedenen Chromosomen, die sich auf die Gehirnentwicklung und den Gehirnstoffwechsel auswirken. 

Biologische Faktoren erhöhen Risiko für Schizophrenie 

Das biochemische Gleichgewicht im Gehirn ist sehr sensibel und hängt im Rahmen von Ungleichgewichten mit der Entstehung vielfältiger Erkrankungen der Psyche zusammen. So können veränderte Gehirnstrukturen die Folge sein, die durch die Veränderung der Reizweiterleitung das emotionale Verhalten beeinflussen. Das Risiko für die Schizophrenie-Erkrankung wird durch das Auftreten biologische Faktoren weiter erhöht. Komplikationen im letzten Drittel der Schwangerschaft, während der Geburt oder im Kleinkindalter können ebenso als biologische Auslöser für die Krankheitsentstehung gesehen werden wie Schädigungen im Gehirn durch Erkrankungen, Drogen- und Alkoholkonsum und vergleichbare Einflüsse.

Psychologische Faktoren als Auslöser

Tritt zur genetischen Vorbelastung und biologischen Veränderungen im Gehirn eine psychologische Belastung hinzu, kann die vorliegende Disposition die Entwicklung von psychotischen Erkrankungen dazu führen, dass sich eine schizophrene Psychose entwickelt. Typische Auslöser oder Trigger können emotionale Verluste (Tod oder Trennung von nahen Angehörigen), der Verlust des Arbeitsplatzes oder des Freundeskreises, dauerhafte Spannungen im zwischenmenschlichen oder beruflichen Umfeld oder auch Prüfungen sowie gravierende Lebensveränderungen zählen. Auch ein Alltag mit hoher Reizüberflutung und Lärm, Migration oder der Missbrauch von Drogen wie Cannabis oder Kokain können zum Ausbruch der Schizophrenie beitragen.

Früher gingen Ärzte davon aus, dass dominante Erziehungsmethoden in der Kindheit (insbesondere durch eine dominante Mutter) eine tragende Rolle bei der Entwicklung einer Schizophrenie einnehmen. Diese Annahme ist heute jedoch widerlegt. Dennoch sollte berücksichtigt werden, dass zwischenmenschliche Belastungen zwischen Kindern und Eltern eine vorliegende Disposition durch Genetik und biologischen Faktoren als psychischer Umwelteinfluss das Krankheitsrisiko erhöhen können. Die Belastung kann sich in diesem Fall beispielsweise durch die Art der Kommunikation und Beeinflussung des Kindes ergeben, wenn eine verzerrte Selbst- und / oder Fremdwahrnehmung forciert wird.

Sind die individuellen Ursachen und Auslöser für die Schizophrenie durch die fachärztliche Diagnostik und Behandlung ermittelt, kann über eine angepasste Kombination aus Medikamenten und therapeutischen Maßnahmen erfolgen. Hierdurch wird der Heilungsprozess vorangebracht und ein Rückfall in akute schizophrene Psychosen durch die Berücksichtigung der Trigger im Alltag im optimalen Fall verhindert.

Disclaimer: Dieser Text enthält nur allgemeine Hinweise und ist nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung geeignet. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Alle individuellen Fragen, die Sie zu Ihrer Erkrankung oder Therapie haben, besprechen Sie mit Ihrem behandelnden Arzt.

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