Pollen, Tierhaare & Milbenkot: Allergierisiko aus der Luft •

Schimmelpilzallergie: Wenn Pilzsporen zu Atemproblemen führen

Schimmel in der Wohnung ist nicht nur für Gesunde kritisch. Für Allergiker können die Schimmelsporen in der Luft zu einem echten Problem werden. Im schlimmsten Fall entwickelt sich ein allergisches Asthma. Was Sie über die Schimmelpilzallergie wissen sollten und warum Schimmel so gefährlich ist.

Schimmelpilze sind fast überall zu finden: besonders häufig im Hausmüll, in verdorbenen Lebensmitteln, in Blumenerde, im Badezimmer, im Keller, hinter Schränken und in Teppichen. Schimmelpilze mögen es warm und feucht. Dann verbreiten sie sich schnell – und verteilen ihre Sporen in der Umgebungsluft. Für Menschen mit Atemwegsallergien und Atemwegserkrankungen können Schimmelpilze gefährlich werden. Nach Angaben des European Centre for Allergy Research Foundation (ECARF) sind über 100 Allergene aus über 40 verschiedenen Pilzarten bekannt. Vor allem vier Schimmelpilze werden mit allergischen Beschwerden in Verbindung gebracht:

  • Aspergillus
  • Penicillium
  • Alternaria
  • Cladosporium

Schimmelpilzallergie: Symptome ähneln einer Pollenallergie

Die Symptome einer Schimmelpilzallergie zeigen sich vor allem in den Atemwegen und ähneln denen einer Pollenallergie:

  • eine verstopfte und juckende Nase
  • Niesattacken
  • Husten
  • Müdigkeit
  • Kopfschmerzen
  • Gelenkschmerzen
  • Atemnot
  • Hautausschläge
  • seltener Magen-Darm-Beschwerden

Schimmelpilzallergie: Diagnose nicht immer einfach

Eine Schimmelpilzallergie nachzuweisen ist nicht immer einfach. Das liegt unter anderem daran, dass sich Schimmelpilze stark verändern und somit immer andere Eiweißstrukturen aufweisen. Das erschwert den Allergietest. Hinzu kommt, dass viele Patienten neben den Schimmelsporen auch auf andere Allergene in der Luft reagieren, darunter Pollen oder Milbenkot. Es kann also sein, dass die Schimmelpilzallergie nicht diagnostiziert wird, da die Symptome einer anderen Allergie zugeschrieben werden.

Bei Verdacht auf eine Schimmelpilzallergie stehen dem Arzt verschiedene Diagnoseverfahren zur Verfügung. Neben den Symptomen können ein Bluttest und ein Hauttest weitere Hinweise auf die Allergie geben. Der Provokationstest kann ebenfalls eine Schimmelpilzallergie entlarven: Hierfür wird dem Patienten eine kleine Menge des Allergens auf die Nasenschleimhaut gegeben und die Reaktion beobachtet.

Schimmelpilze begünstigen bei Allergikern allergisches Asthma

Sind Allergiker den Schimmelpilzsporen ständig ausgesetzt, kann sich ein allergisches Asthma entwickeln. Dann findet ein sogenannter „Etagenwechsel“ statt: Die Allergie wandert von den oberen Atemwegen in die unteren Atemwege und löst eine chronische Entzündung aus. Diese führt zu einer starken Empfindlichkeit des Bronchialsystems und die Bronchien verengen sich. Es kommt zu:

  • Kurzatmigkeit
  • anfallsartiger Atemnot (Asthmaanfall)
  • pfeifender Atmung
  • Enge-Gefühlen in der Brust
  • einer vermehrten Schleimbildung
  • Husten

In bis zu 80 Prozent der Fälle werden bei Erwachsenen Allergien als Krankheitsursache für Asthma ermittelt, wie der Lungeninformationsdienst des Helmholtz-Zentrums in München mitteilt.

Schimmelpilzallergie: Allergieauslöser vermeiden

Die wichtigste Therapiemaßnahme für Allergiker mit einer Schimmelpilzallergie ist, die Allergene zu vermeiden beziehungsweise zu verringern. Der wichtigste Schritt ist, Schimmel in der Wohnung vorzubeugen. Regelmäßiges Lüften der Räume leitet Feuchtigkeit nach draußen und minimiert das Schimmel-Risiko. Möbel sollten immer mit Abstand zur Wand stehen, damit die Luft zirkulieren kann. Im Bad sollten die Fliesen nach dem Duschen abgetrocknet werden. Bereits bestehenden Schimmel sollte man entfernen. Bei größerem Schimmelpilzbefall sollte die Sanierung in fachkundige Hände übergeben werden.

Disclaimer: Dieser Text enthält nur allgemeine Hinweise und ist nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung geeignet. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Alle individuellen Fragen, die Sie zu Ihrer Erkrankung oder Therapie haben, besprechen Sie mit Ihrem behandelnden Arzt.

AL
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