Praktischer Frisurretter: Ist Trockenshampoo ungesund?
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Praktischer Frisurretter: Ist Trockenshampoo ungesund?

An einem Bad-Hair-Day ist Trockenshampoo oft der letzte Helfer in der Not. Doch was ist der Preis für die schnelle Frisurenrettung? Ist Trockenshampoo ungesund? Das sollten Sie über das Shampoo für Eilige wissen.

Die schnelle Hilfe im Notfall

Ob Trockenshampoo ungesund ist, war lange Zeit kein Thema – es war ohnehin verpönt. Denn das Pulver, den Deutschen lange Zeit nur unter der Marke “Frottee” aus einer blauen Dose bekannt, legte sich wie feiner Staub auf das Haar, das doch eigentlich neuen Glanz bekommen sollte. Nicht nur Blondinen wirkten anschließend häufig, wie frisch ergraut. Manche Frauen in der DDR griffen sogar zu Schwefelpulver, wenn ihr Haar auf die Schnelle einen frischen Eindruck machen sollte.

Heute haben die Hersteller das Problem des Grauschleiers längst in den Griff bekommen, und die Eiligen unter den Frisurbewussten können sich zwischen einer reichen Auswahl von Produkten entscheiden. Dennoch führt das Trockenshampoo nach wie vor ein Nischendasein. Oft kommt es nur in Notfällen zum Einsatz, etwa bei mehrtägigen Wanderungen ohne Waschmöglichkeit, beim Camping oder bei Bettlägerigkeit. Und natürlich als Auffrischer aus der Damenhandtasche, wenn die Zeit für die Haarwäsche nicht gereicht hat. Zudem haben es manche Tierbesitzer für die leichte Fellpflege entdeckt.

Wie wirkt Trockenshampoo?

Trockenshampoo enthält Silicat- und Stärkemischungen. Wenn Sie es ins trockene Haar sprühen, nimmt das feine Pulver überschüssigen Talg auf, der sich auf der Kopfhaut und an den Ansätzen abgelagert hat. Manche Produkte verstärken diesen absorbierenden Effekt durch den Zusatz von Alkohol. Die Kopfhaut und das Haar werden dadurch gereinigt und erscheinen wieder wie frisch gewaschen. Doch ein modernes Trockenshampoo kann noch mehr: Es nimmt nicht nur das Fett aus den Haaren auf, es neutralisiert dabei auch gleichzeitig Gerüche.

Den gleichen absorbierenden Effekt können Sie übrigens mit auch mit Babypuder oder Backpulver erzielen, die ebenfalls Talg und Fett aufnehmen. Allerdings enthalten Trockenshampoos zusätzlich Duft- und Pflegestoffe, die diesen Alternativen natürlich fehlen.

Wann Trockenshampoo ungesund ist

Grundsätzlich sind die meisten Mediziner und Wissenschaftler nicht der Ansicht, dass der Einsatz von Trockenshampoo ungesund ist. Die Komponente, die am stärksten für das Aufsaugen von Talg und Öl zuständig ist, besteht in den meisten Produkten aus unschädlichem Reismehl. Im Grunde sind die Silicate vergleichbar mit dem Sand, der bei Beduinen auf ihren wochenlangen Ritten durch die Wüste das Haar fettfrei erhält.

Doch jede Kopfhaut reagiert unterschiedlich auf Trockenshampoo. Und die Produkte enthalten durchaus Bestandteile, die ein Risiko darstellen können. Zum Beispiel reagieren manche Menschen allergisch auf die enthaltenen Duftstoffe. Auch können der Alkohol und die Aluminiumsalze, die sich in vielen Produkten befinden, die Haut austrocknen. Für die bessere Kämmbarkeit enthalten viele Trockenshampoos zudem bedenkliche Lösungsmittel oder Stoffe, die eine elektrostatische Aufladung verhindern. Und die Treibgase in manchen Sprays sind nicht nur für den Menschen ungesund einzuatmen, sie schaden auch der Umwelt.

Zwar kann man nicht grundsätzlich behaupten, dass Trockenshampoo ungesund ist. Es ist aber kein Zufall, dass es in der Regel nur als Nothelfer eingesetzt werden sollte, wenn mal keine Zeit oder keine Waschmöglichkeit zur Stelle ist. Denn als dauerhafter Ersatz für das klassische Waschen mit Wasser und flüssigem Shampoo ist es ungeeignet.

Doch wenn Sie Ihr Haar regelmäßig waschen, können Sie ruhig ein bis zweimal in der Woche zur praktischen Trockenlösung greifen.

Disclaimer: Dieser Text enthält nur allgemeine Hinweise und ist nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung geeignet. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Alle individuellen Fragen, die Sie zu Ihrer Erkrankung oder Therapie haben, besprechen Sie mit Ihrem behandelnden Arzt.

SH
Autor/-in
Svenja Hauke
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