Lebensmittelallergien •

Nussallergie: Auch Schokolade und Nuss-Nougat-Creme sind tabu

Haselnüsse, Walnüsse, Macadamianüsse und Kastanien: Nussllergiker müssen diese Nussfrüchte strikt meiden, um allergische Reaktionen zu vermeiden. In Deutschland sind vor allem Allergien gegen Haselnüsse und Walnüsse verbreitet. Die wichtigsten Fakten zur Nuss-Allergie.

Eine Nussallergie ist eine Allergie gegen sogenannte Nussfrüchte, die an Bäumen wachsen. Nicht alles, was umgangssprachlich als Nuss bezeichnet wird, ist im botanischen Sinne wirklich eine Nuss. Die Erdnuss zum Beispiel gehört zu den Hülsenfrüchten. Sie birgt ebenfalls ein hohes Allergie-Risiko und wird unter der Bezeichnung Erdnuss-Allergie gesondert behandelt.

Nussallergie: Auf diese Nüsse reagieren viele Menschen allergisch

Bei einer Nussallergie lösen vor allem die folgenden Nüsse allergische Reaktionen aus:

  • Haselnuss
  • Walnuss
  • Macadamianuss
  • Kastanien

Doch auch nussähnliche Samen sowie Kerne von Stein- und Kapselfrüchten lassen das Immunsystem häufig auf Abwehr schalten und werden daher ebenfalls zu den Allergieauslösern einer Nussallergie gezählt. Dazu gehören:

  • Mandeln
  • Pekannüsse
  • Pistazien
  • Pinienkerne
  • Paranüsse
  • Cashewnüsse

Wie das European Centre for Allergy Research Foundation (ECARF) mitteilt, leiden laut Studien schätzungsweise 1,4 Prozent der europäischen Bevölkerung unter einer Nussallergie. In Befragungen schätzten sich sogar 11,7 Prozent der Befragten als Nuss-Allergiker ein. In Deutschland sind es dem Deutschen Allergie- und Asthmabund e.V. (DAAB) zufolge vor allem Haselnüsse und Walnüsse, die allergische Reaktionen auslösen.

Nussallergie Ursachen: Warum haben Nüsse ein hohes Allergiepotenzial?

Die Allergieauslöser in den Nüssen sind die jeweiligen Eiweiße (Proteine). Jede Nusssorte enthält spezielle Eiweiße, auf die das Immunsystem des Körpers mit Abwehr reagieren kann. Schon geringe Mengen der entsprechenden Nussallergene reichen aus, um eine allergische Reaktion herbeizuführen. Meist sind es die sogenannten Speicherproteine, welche die Symptome verursachen. Diese sind für das Wachstum der Pflanze unverzichtbar und besonders widerstandsfähig: Sie können durch Erhitzen oder die Magensäure nicht zerstört werden.

Nussallergie meist nicht nur auf eine Nuss beschränkt

Reagiert eine Person auf die Proteine einer bestimmten Nuss allergisch, ist es sehr wahrscheinlich, dass sie auch auf andere Nüsse reagiert. Der Grund: Häufig ähneln sich die Strukturen der Eiweiße so stark, dass das Immunsystem auch diese als Feind einstuft.

Besonders häufig sind Nussallergien, die durch eine Kreuzreaktion mit frühblühenden Pollen wie Birke, Erle und Hasel ausgelöst werden. Diese Form der Allergie, auch sekundäre Allergie genannt, verläuft meist milder als die primäre Allergie, bei der der Körper allein auf Nusseiweiße reagiert. Als typische pollenassoziierte Allergie tritt die Haselnuss-Allergie am häufigsten auf, da das Hauptallergen „Cor a 1.04“ eine hohe Ähnlichkeit mit dem Hauptallergen „Bet v 1“ aus Birkenpollen aufweist.

Abhilfe bei einer Nuss-Allergie schafft nur Karenz.

Nussallergie Symptome: So zeigt sich eine Allergie gegen Nüsse

Die Symptome der Nussallergie treten wenige Minuten nach dem Verzehr der Nüsse auf. Bei manchen Allergikern reichen bereits geringste Mengen des Allergens aus, um Beschwerden auszulösen. Dabei muss die Nuss nicht zwangsläufig verzehrt werden. Manchmal reicht bereits Hautkontakt. Zu den häufigen Symptomen der Nussallergie gehören:

  • ein Kribbeln im Bereich von Lippen und Mund
  • Brennen und Missempfindung der Schleimhäute
  • Schwellungen der Schleimhäute
  • Juckreiz, Rötungen und Quaddelbildung auf der Haut
  • Magen-Darm-Beschwerden wie Erbrechen, Durchfall und Blähungen
  • Hustenanfälle, Atembeschwerden, Asthmaanfälle
  • Neurodermitis-Schübe

Ist das Herz-Kreislauf-System betroffen, kann es zum lebensgefährlichen anaphylaktischen Schock mit Atemnot und Kreislaufversagen kommen.

Diagnose Nussallergie: So findet der Allergologe heraus, ob der Patient allergisch ist

Eine schwere Nussallergie trifft den Betroffenen, das kann ein Kind oder ein Erwachsener sein, meist völlig unvorbereitet. Kritisch ist das vor allem dann, wenn es zu Schwellungen der Atemwege und Luftnot kommt. Hier muss sofort ein Krankenwagen gerufen werden. Auf keinen Fall sollte man selbst ins Krankenhaus fahren.

Bei weniger starken Symptomen, wie Jucken und Brennen im Mund, kann ein Allergologe herausfinden, ob es sich um eine Nuss-Allergie handelt. Blutuntersuchungen und Hauttests geben wichtige Hinweise auf eine Allergie. Beim sogenannten Prick-Test bekommt der Patient kleine Mengen des Allergens auf die leicht eingeritzte Haut getropft. Zeigen sich Hautveränderungen, deutet das auf eine erhöhte Allergiebereitschaft hin. Beim oralen Provokationstest bekommt der Patient unter ärztlicher Aufsicht geringe Mengen des Allergens über den Mund zugeführt. Dieser Test ist mit einem Risiko für schwere Reaktionen verbunden und findet immer unter ärztlicher Aufsicht, oft stationär, statt.

Nuss-Allergie behandeln: Diese Therapiemöglichkeiten haben Nussallergiker

Bei einer Nussallergie gilt: Karenz. Das heißt, dass der Allergiker Nüsse meiden muss, um einer allergischen Reaktion vorzubeugen.  Das ist im Alltag gar nicht so einfach, denn Nüsse sind in vielen Lebensmitteln verarbeitet. Wer die Diagnose Nussallergie gestellt bekommen hat, sollte daher mit Hilfe einer Ernährungsberatung seinen Speiseplan umstrukturieren.

Wer zu schweren allergischen Reaktionen neigt, sollte zudem an entsprechenden Schulungen teilnehmen – auch um den Einsatz des Notfall-Sets mit Adrenalin, Kortison und einem Antihistaminikum zu lernen. Außerdem ist es wichtig, dass eine weitere nahestehende Person dieses Set im Notfall anwenden kann.

Nussallergie vorbeugen: Versteckte Nuss-Fallen erkennen und umgehen

Um einer Nussallergie vorzubeugen bleibt den Betroffenen nur, das Allergen zu meiden. Hierfür müssen sie typische Nuss-Fallen kennen. Nüsse und Spuren von Nüssen sind in vielen Lebensmitteln enthalten. Dazu gehören:

  • Brot und Brötchen
  • Süßigkeiten
  • Gebäck
  • Kuchen und Torten
  • Eiscreme
  • Fertiggerichte
  • Fertigbackmischungen
  • Müsli
  • Aufstriche
  • Soßen
  • aromatisierter Kaffee
  • Gerichte im Restaurant und der Kantine

Ein Blick auf die Zutatenliste gehört zu den wichtigsten Maßnahmen, um verarbeitete Nüsse zu erkennen. Zu den kennzeichnungspflichten Schalenfrüchten gehören Mandeln, Pistazien, Hasel-, Wal-, Cashew-, Pekan-, Para- sowie Macadamianüsse und daraus hergestellte Produkte.

Auch Müsli und andere Lebensmittel anthalten häufig Spuren von Nüssen.

„Kann Spuren von Nüssen enthalten“

Außerdem ist es möglich, dass Produkte Spuren von Nüssen enthalten, etwa wenn im Betrieb Produkte mit und ohne Nüsse hergestellt werden und beide im Zuge der Herstellung in Kontakt kommen. Nussallergiker müssen auch solche Lebensmittel meiden. Der Hinweis „Kann Spuren von Nüssen enthalten“ ist meist unter der Zutatenliste zu finden. Aber: Eine Spurenkennzeichnung ist nicht verpflichtend. Im Zweifel direkt bei dem Hersteller nachfragen.

Bei nicht verpackter, loser Ware wie sie beim Bäcker, Metzger oder im Restaurant erhältlich ist, gilt seit dem 13. Dezember 2014 eine gesetzlich vorgeschriebene Kennzeichnung der 14 häufigsten Allergieauslösergruppen. Schalenfrüchte müssen bei den Zutaten mit dem jeweiligen Begriff aufgeführt werden.

Weitere Nuss-Fallen im Überblick

Weitere Begriffe, auf die Sie achten sollten und hinter denen sich verarbeitete Nüsse verstecken, sind:

  • Krokant (Haselnüsse)
  • Marzipan (Mandeln)
  • Schalenfrüchte
  • Nougat (Haselnüsse)
  • Gianduia
  • Nussmus/ Nussmark
  • Nussöl
  • Nussrohmasse
  • Nusscreme
  • Nusszubereitung
  • Pesto (Pinienkerne, Cashews)
  • Wurstwaren wie Mortadella (Pistazien)

Disclaimer: Dieser Text enthält nur allgemeine Hinweise und ist nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung geeignet. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Alle individuellen Fragen, die Sie zu Ihrer Erkrankung oder Therapie haben, besprechen Sie mit Ihrem behandelnden Arzt.

Bewertungen (1)