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No-Poo: Haare waschen ohne Shampoo

Immer mehr Menschen verzichten bei der Haarwäsche auf herkömmliches Shampoo. Das ist nicht nur aus ökologischen Gründen sinnvoll, sondern kann auch für die Haare vorteilhaft sein. Was für und was gegen den No-Poo-Trend spricht und welche Produkte als Shampoo-Ersatz taugen, lesen Sie hier.

Gründe für den No-Poo-Trend: Umweltschutz und Verträglichkeit

Die große Mehrzahl der Deutschen benutzt regelmäßig Haarshampoo. Doch die Anzahl der Shampoo-Anhänger nimmt ab, wie die Allensbacher Markt- und Werbeträgeranalyse von 2019 zeigt. So sank die Zahl der Nutzer unter der deutschsprachigen Bevölkerung ab 14 Jahren im Vergleich zum Vorjahr um 350.000 auf gut 63 Millionen. Das ist zwar nur ein Bruchteil weniger. Dennoch scheint der Verzicht auf Shampoo, der auch No-Poo (Abkürzung von „No Shampoo“) genannt wird, immer beliebter zu werden. Und das hat Gründe:

  • Ein Grund dafür liegt sicherlich im gesteigerten Umweltbewusstsein. Konventionelles Shampoo ist in Plastik verpackt und enthält in manchen Fällen auch noch Mikroplastik – für eine schönere Optik oder bessere Pflegeeigenschaften. Darauf möchten inzwischen viele Menschen verzichten. 
  • Der zweite Grund für No-Poo sind die Haareigenschaften. So sollen sich die Haare nach einer Umstellungsphase schöner anfühlen, stärker glänzen und insgesamt gesünder wirken. Denn die chemischen Inhaltsstoffe von Shampoos sollen auf lange Sicht den Haaren und der Kopfhaut schaden. 

So gelingt der Umstieg auf ein shampoofreies Leben

Wenn Sie die No-Poo-Methode selbst testen wollen, sollte Ihnen Folgendes bewusst sein: In der Phase der Umstellung müssen sich Ihr Haar und die Kopfhaut erst an den Entzug gewöhnen. Denn die Tenside des Shampoos fallen weg, die Ihr Haar von Fetten befreien. 

Die Haare können daher für einige Wochen strähniger sein als zuvor, unter Umständen bilden sich Schuppen. Danach reguliert sich die natürliche Talgproduktion in der Regel auf ein normales Maß. In der Folge verbessert sich in manchen Fällen die Haarqualität und der Zustand der Kopfhaut. Feines Haar bekommt mehr Volumen, dickes Haar wird oft weicher. Bei zuvor sehr trockener Kopfhaut kann die natürliche Balance durch den Shampoo-Verzicht wieder hergestellt werden.

Zudem müssen Sie Ihre Haare deutlich seltener waschen als zu Shampoo-Zeiten, um den Zustand frisch gewaschener Haare zu bewahren. Wichtig ist allerdings das tägliche Bürsten der Haare, um den Talg und Schmutz zu entfernen.

Und keine Angst: Ihre Haare fangen nicht an, aufgrund des Shampoo-Verzichts unangenehm zu riechen, solange sie regelmäßig gereinigt werden. Sie duften zwar nicht mehr nach dem Aroma des Shampoos, dafür stellt sich ein natürlicher Geruch ein, der selten als unangenehm empfunden wird. 

Tipp: Massieren Sie nach der Wäsche ein paar Tropfen eines ätherischen Öls mit einem Geruch Ihrer Wahl in Ihre Kopfhaut ein, sollte Ihnen der natürliche Geruch nicht gefallen.

No-Poo-Methoden: Haare mit Hausmitteln waschen

Der Verzicht auf industrielles Shampoo eint die No-Poo-Anhänger – aber hinsichtlich der Alternativen, die zum Haarewaschen verwendet werden, gibt es verschiedene Vorlieben. Gute Erfahrungen habe viele mit Roggenmehl als Shampoo-Ersatz gemacht. Auch Heil- oder Lavaerde wird gern zur Reinigung der Haare benutzt. Haarseife kann ebenfalls als Ersatz verwendet werden. Über die Vorteile dieser Methoden klären die Ratgeber „Haare mit Seife waschen: Wissenswertes zu Aleppo-, Kern- und Haarseife“, „Haare waschen mit Roggenmehl: Getreide statt Shampoo“ sowie „Haare waschen mit Heilerde oder Lavaerde: Unterschiede und Anwendung“ auf.

Einige No-Poo-Anhänger schwören auch auf selbstgemachtes Trocken-Shampoo, das vor allem gegen fettige Haare helfen soll. In dem Ratgeber „Trocken-Shampoo selber machen: Schnelle Hilfe gegen fettige Haare“ finden Sie Hausmittel und Rezepte.

Wie oft sollten Haare gewaschen werden?

Diese Frage kann nicht allgemeingültig beantwortet werden, sondern hängt immer vom Haartyp ab. Die tägliche Wäsche muss für gesundes Haar nicht pauschal schädlich sein, ist aber oft unnötig. Wenn sich Ihre Haare auch nach mehreren Tagen noch frisch anfühlen und Sie keine fettige Kopfhaut haben, genügen in der Regel ein bis zwei Haarwäschen pro Woche. 

Daneben gibt es noch ausgefallenere Methoden, um Haare von Schmutz und Fett zu befreien. So taucht Cola immer mal wieder als Geheimtipp zur Reinigung auf. Und auch das oft als Wundermittel titulierte Natron soll Shampoo ersetzen können. Welche Risiken dabei bestehen und ob diese Arten der Haarwäsche überhaupt sinnvoll sind, lesen Sie in den Ratgebern „Haare waschen mit Cola: Geht das?“ und „Haare waschen mit Natron: Schädlicher Trend oder cooler Lifehack?“

Haare waschen mit Cola? Klingt erstmal seltsam, aber der ein oder andere schwört auf das Softgetränk.

No-Poo ganz konsequent: Water only – oder nicht mal das

Und dann gibt es noch die Anhänger der ganz nüchternen No-Poo-Methode: Sie lassen ausschließlich Wasser an ihre Haarpracht. Wer die Haare zuvor gut bürstet, um den Schmutz vom Ansatz in die Spitzen zu streichen, kann seine Mähne auch auf diese Art reinigen. 

Die wohl extremste Form des No-Poo-Trends ist der Verzicht sowohl auf Shampoo als auch auf Wasser. Laut der Anhänger der „Sebum-only-Methode“ sollen der Talg der Kopfhaut und eine Bürste ausreichen, um das Haar zu pflegen. 

Laut der Sebum-only-Methode reicht es aus, das Haar täglich zu bürsten.

Nach der Haarwäsche ist vor der Haarpflege

Wer auf konventionelles Shampoo verzichten möchte, der greift in der Regel auch nicht zur künstlichen Haarspülung oder anderen fertigen Pflegeprodukten aus der Drogerie. Das Haar muss unter dem Verzicht allerdings nicht zwangsweise leiden, da es sich auch im DIY-Modus gut pflegen lässt. 

Sehr beliebt sind hierfür Saure Rinsen als Ersatzspülung, aber auch andere rein biologische Produkte wie Schwarzer Tee, Honig oder sogar Bier tragen haarpflegende Eigenschaften in sich. 

Disclaimer: Dieser Text enthält nur allgemeine Hinweise und ist nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung geeignet. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Alle individuellen Fragen, die Sie zu Ihrer Erkrankung oder Therapie haben, besprechen Sie mit Ihrem behandelnden Arzt.

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