Multipler Orgasmus bei Frauen und Männern: Mythos oder Realität?
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Multipler Orgasmus bei Frauen und Männern: Mythos oder Realität?

Ein multipler Orgasmus gilt in erotischer Literatur und verschiedenen Magazinen als das Nonplusultra beim Sex. Ob es diesen mehrfachen Höhepunkt tatsächlich für Frauen und auch für Männer gibt und unter welchen Voraussetzungen er sich erleben lässt, erfahren Sie hier.

Eine Frage des Typs

Sexualforscher unterscheiden bei Frauen zwei unterschiedliche Orgasmus-Typen, und zwar den Peak- und den Plateau-Typ. Bei der ersten Art wird der Höhepunkt erreicht, danach aber braucht die Klitoris der Frau eine Pause. Sie ist übersensibel, und weitere Berührungen können schnell zu viel werden. Beim Plateau-Typ hingegen bleibt die Erregung auch nach dem Höhepunkt auf einem angenehm hohen Level, und es ist ein multipler Orgasmus möglich. Auch hier wird irgendwann eine Pause nötig, aber eben nicht zwingend nach dem ersten Höhepunkt.

Zahlreiche verschiedene Kriterien

Obwohl Forscher behaupten, dass ein multipler Orgasmus für alle Frauen rein biologisch möglich sein müsste, berichten nur etwa 15 Prozent davon, ihn erlebt zu haben. Die Fähigkeit dazu hängt von vielen verschiedenen Dingen ab. Manche Forscher vermuten, dass eine genetische Veranlagung vorliegen muss, andere messen dem Alter sowie der physischen und psychischen Gesundheit Wichtigkeit bei. Auch der Partner spielt eine tragende Rolle.

Frauen, für die ein multipler Orgasmus nichts Neues ist, empfehlen verschiedene Praktiken: Manche raten, sich vom Partner ausgiebig oral verwöhnen zu lassen. Andere wieder schwören auf die Stimulation des sogenannten A-Punktes. Dieser liegt in der oberen Scheidenwand, noch hinter dem ebenfalls nicht unumstrittenen G-Punkt.

Multipler Orgasmus beim Mann

Entgegen der landläufigen Vorstellung ist ein multipler Orgasmus auch für den Mann nicht unmöglich. Allerdings ist er ebenfalls nicht einfach zu erreichen. Häufig fällt beim Sex für Männer der Orgasmus mit der Ejakulation zusammen. Trotzdem sind das unterschiedliche Vorgänge, und sie können voneinander getrennt werden. Allerdings erfordert das Training: Um die Ejakulation zurückzuhalten, braucht der Mann einen stark trainierten Schambein-Steißbein-Muskel, auch PC-Muskel genannt. Es handelt sich um denselben Muskel, mit dem das Urinieren unterbrochen werden kann.

Spürt der Mann beim Geschlechtsverkehr, dass der Samenerguss bevorsteht, kann er sie durch die Anspannung des PC-Muskels unterdrücken. Einen Orgasmus kann er trotzdem erleben. Da aber nur die Ejakulation dazu führt, dass der Penis erschlafft, kann er das Liebesspiel weiter fortsetzen und später einen weiteren Orgasmus bekommen. Tatsächlich klappt diese Selbstbeherrschung aber nicht von heute auf morgen, da der PC-Muskel wie alle anderen Muskeln auch erst trainiert werden muss. Bei Erfolg führt der verlängerte Geschlechtsverkehr oft zu mehr Zufriedenheit bei der Partnerin.

Disclaimer: Dieser Text enthält nur allgemeine Hinweise und ist nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung geeignet. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Alle individuellen Fragen, die Sie zu Ihrer Erkrankung oder Therapie haben, besprechen Sie mit Ihrem behandelnden Arzt.

GS
Autor/-in
Gisèle Schneider
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