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Medikamente und Rauchen: Zigaretten beeinflussen die Wirksamkeit
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Medikamente und Rauchen: Zigaretten beeinflussen die Wirksamkeit

Medikamente und Rauchen? Keine gute Idee. Wer raucht, muss damit rechnen, dass seine Medikamente nicht wie gewünscht wirken. Die in den Zigaretten enthaltenen Substanzen beeinflussen in Vielfältiger Weise die Wirkung von Medikamenten. Medikamente und Zigaretten: Was Raucher wissen müssen.

Medikamente und Rauchen: Warum Wechselwirkungen auftreten

Wer raucht und zeitgleich Medikamente einnimmt, muss mit Wechselwirkungen rechnen. Fast 5.000 verschiedene Substanzen sind im Tabakrauch zu finden. Viele sind giftig und krebserregend. Mit jedem Zug verteilen sie sich im gesamten Körper – auch in der Leber. Die Leber spielt bei der Verarbeitung von Medikamenten eine bedeutende Rolle. Wird ihr Gleichgewicht gestört, hat das Folgen für die Wirksamkeit von Arzneien. Doch Tabakrauch greift auch in den Gehirnstoffwechsel ein. Vor allem die Substanzen „Polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe“, kurz PAK, und „Nikotin“ sind für die Veränderungen der Medikamentenwirkung verantwortlich.  

Einnahme von Tilidin: Rauchen in Ordnung? 

Bei Tilidin handelt es sich um ein sehr starkes Opioid mit hohem Suchtpotential für Konsumenten. Kommt es zum Einsatz, dann um starke Schmerzen, etwa bei Krebserkrankungen, zu mindern. Abgesehen von der ohnehin gesundheitsschädlichen Wirksamkeit von Rauchen, sollten daher auch Tilidin-Konsumenten ihrer Gesundheit zuliebe unbedingt auf den Konsum von Zigaretten verzichten.

Neuroleptika und Zigaretten vertragen sich oft nicht

Neuroleptika wie Clozapin und Olanzapin können zusammen mit Zigaretten nicht nur die Nieren belasten. Es gibt Untersuchungen, die bei Rauchern, die die Wirkstoffe einnehmen, eine geringere Wirkstoffkonzentration im Blut gezeigt haben als bei Nichtrauchern. Umgekehrt wurden bei Patienten, die mit dem Rauchen aufgehört hatten, bei gleicher Dosierung zweifach höhere Chlozapinspiegel gemessen als vor der Entwöhnung.

Rauchen und Psychopharmaka: Wirkung kann geringer sein

Auch wer Psychopharmaka einnimmt, muss aufpassen. Nikotin kann die Wirkung von beispielsweise

  • Haloperidol,
  • Clozapin,
  • Olanzapin,
  • Fluphenazin,
  • Duloxetin,
  • Agomelatin

abschwächen, weil die Leber die Medikamente schneller abbaut. Wer viel raucht, braucht in der Regel also eine höhere Dosis Psychopharmaka. Die Wirkung von Aripiprazol, Quetiapin, Risperidon und Ziprasidon hingegen kann aber auch verstärkt werden.

Rheuma und Rauchen: Patienten brauchen stärkere Medikamente

Auswertungen des Deutschen Rheumaforschungszentrums zufolge haben Raucher nicht nur ein höheres Risiko, an rheumatischen Beschwerden zu erkranken. Rheuma-Patienten brauchen den Experten zufolge zudem deutlich mehr und stärkere Medikamente.

Risiko Wechselwirkungen: Beta-Carotin und Zigaretten

Eines der wahrscheinlich bekanntesten Beispiele für Wechselwirkungen im Zusammenhang mit dem Rauchen ist Beta-Carotin. Das Vitamin darf von starken Rauchern, die 20 oder mehr Zigaretten am Tag rauchen, nicht zusätzlich in Form von Form von Präparaten oder Nahrungsergänzungsmitteln eingenommen werden. Studien haben ein erhöhtes Risiko für das Auftreten von Lungenerkrankungen gezeigt, wenn zusätzlich zur normalen Ernährung täglich 20 Milligramm Beta-Carotin über einen längeren Zeitraum eingenommen wird. Ebenfalls erhöht waren die Gesamtsterblichkeit und die Sterblichkeit aufgrund von Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Betablocker wirken mit Zigaretten schlechter

Rauchen begünstigt zudem die Erhöhung des Blutdrucks und der Herzfrequenz. Betablocker wirken bei Rauchern daher weniger stark als bei Nichtrauchern. Der Blutdruck und die Herzfrequenz werden weniger gesenkt.

Antibiotika: Rauchen möglich?

Auch bei der Einnahme von Antibiotika sollten Sie Ihrer Gesundheit zuliebe besser nicht zur Zigarette greifen. Wer Antibiotika nehmen muss, behandelt nämlich in der Regel eine Erkrankung, deren Genesung durch das Rauchen verzögert werden kann. So kann es sein, dass Sie aufgrund des Rauchens länger Antibiotika einnehmen müssen, als Sie es ohne Rauchen tun würden. 

Rauchen und die Anti-Baby-Pille: keine gute Kombination

Experten raten Raucherinnen vor allem ab dem 35. Lebensjahr von der Einnahme der Pille ab. Der Grund: Rauchen und die Einnahme der Anti-Baby-Pille erhöht das Risiko für Thrombosen und Herzinfarkt erheblich. Raucherinnen über 35 Jahre, die mit dem Rauchen nicht aufhören, raten Experten zur Einnahme niedrigdosierter Östrogen-Gestagen-Präparate oder zur Anwendung hormonfreier Verhütungsmethoden.

Zigaretten und Insulin: erhöhte Insulinresistenz

Rauchen ist mit einer erhöhten Insulinresistenz verknüpft. Hinzu kommt, dass Nikotin eine Verengung der Blutgefäße bewirkt, was die Insulinaufnahme verringert. Vor allem dann, wenn Insulingabe und das Rauchen einer Zigarette nah beieinander liegen. Untersuchungen haben gezeigt, dass die Insulinaufnahme um bis zu 30 Prozent reduziert ist, wenn Diabetes-Patienten 30 Minuten nach dem Rauchen Insulin spritzen.

Beim Rauchstopp wirken Medikamente anders

Medikamente und Rauchen: Wichtig zu wissen ist, dass ein Rauchstopp die Wirksamkeit von Medikamenten ebenfalls beeinflusst. Wer mit dem Rauchen aufhören möchte, sollte seinen Arzt informieren. In vielen Fällen ist eine Anpassung der Dosierung notwendig. Der Grund: Rauchen führt zu Veränderungen beim Abbau der Wirkstoffe in der Leber. Normalisiert sich die Leberfunktion nach einigen Tagen bis Wochen, werden auch die Medikamente anders verstoffwechselt.

Rauchstopp: Diabetes-Patienten müssen öfter messen

Insulin etwa kann durch den Rauchstopp stärker wirken – was Unterzuckerungen möglich macht. Diabetes-Patienten sollten während der Raucherentwöhnung häufiger den Blutzuckerspiegel messen. Auch Antidepressiva können durch den Verzicht auf Zigaretten anders wirken und beispielsweise stärker beruhigen oder benommen machen.

Beim Rauchstopp an das Asthmaspray denken

Wer Asthmasprays benutzt, muss damit rechnen, dass er höhere Dosierungen braucht oder alternative Präparate einnehmen muss. Verschiedene Antidepressiva wirken durch die Rauchentwöhnung stärker beruhigend. Bei anderen Medikamenten, zum Beispiel einigen Asthmasprays, brauchen frisch entwöhnte Nichtraucher teilweise höhere Dosierungen als zuvor. 

- Wechselwirkungen
- geringere Wirkstoffkonzentration im Blut
- Leber und Niere werden angegriffen
- Wirkung bei Psychopharmaka und Anti-Baby-Pille können abschwächen
- erhöhten Insulinresistenz

Besonders die Leber und Niere sind besonders betroffen. Die Leber spielt bei der Verarbeitung von Medikamenten eine bedeutende Rolle. Wird ihr Gleichgewicht gestört, hat das Folgen für die Wirksamkeit von Arzneien. Doch Tabakrauch greift auch in den Gehirnstoffwechsel ein. 
Ja, Tabakrauch greift auch in den Gehirnstoffwechsel ein. 
Experten raten Raucherinnen vor allem ab dem 35. Lebensjahr von der Einnahme der Pille ab. Der Grund: Rauchen und die Einnahme der Anti-Baby-Pille erhöht das Risiko für Thrombosen und Herzinfarkt erheblich. Raucherinnen über 35 Jahre, die mit dem Rauchen nicht aufhören, raten Experten zur Einnahme niedrigdosierter Östrogen-Gestagen-Präparate oder zur Anwendung hormonfreier Verhütungsmethoden.
Disclaimer: Dieser Text enthält nur allgemeine Hinweise und ist nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung geeignet. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Alle individuellen Fragen, die Sie zu Ihrer Erkrankung oder Therapie haben, besprechen Sie mit Ihrem behandelnden Arzt.
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Ann-Kathrin Landzettel M. A. ist Gesundheitsjournalistin aus Leidenschaft. Vor allem zwei Fragen treiben die geprüfte Gesundheits- und Präventionsberaterin an: Wie können wir lange gesund bleiben – und wie im Krankheitsfall wieder gesund werden? Antworten findet sie unter anderem im intensiven Austausch mit Ärztinnen und Ärzten sowie in persönlichen Gesprächen mit Patientinnen und Patienten. Seit fast zehn Jahren gibt sie dieses Wissen rund um Gesundheit, Medizin, Ernährung und Fitness an ihre Leserinnen und Leser weiter.
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Haben Sie sich schon einmal über die Wechselwirkungen informiert?