Medikamente aufbewahren: Welche Medikamente müssen in den Kühlschrank?
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Medikamente aufbewahren: Welche Medikamente müssen in den Kühlschrank?

Welche Medikamente müssen in den Kühlschrank? Viele Arzneimittel müssen bei kühlen Temperaturen gelagert werden, damit sie ihre Wirkung nicht verlieren. Am besten aufgehoben sind sie im Gemüsefach. Welche Medikamente Sie im Kühlschrank aufbewahren müssen.

Was bedeutet kühlkettenpflichtig?

Beim Transport von temperaturempfindlichen Arzneimitteln gibt es einiges zu beachten:

  • kühlpflichtige Medikamente: Der Transport kann bei Raumtemperatur erfolgen. Die Medikamente müssen im Kühlschrank aufbewahrt werden.
  • kühlkettenpflichtige Medikamente: Während der gesamten Lieferkette muss die vorgeschriebene Temperatur eingehalten werden. Das gilt für den Transportweg vom Hersteller zum Großhandel, vom Großhandel in die Apotheke sowie von der Apotheke in die Wohnung des Patienten beziehungsweise in die Arztpraxis zur Anwendung.

Muss mein Medikament in den Kühlschrank?

Muss das Medikament im Kühlschrank aufbewahrt werden, weist Sie in der Regel der Apotheker darauf hin. Auch im Beipackzettel ist die Lagerung im Kühlschrank angegeben. Darf die Kühlkette nicht unterbrochen werden, bekommen Sie in der Apotheke oder vom Arzt eine Kühltasche für den Transport. Geeignet sind Isoliertaschen ebenso wie entsprechende Styroporbehälter. Beides können Sie immer wieder verwenden.

Wichtig: Achten Sie darauf, dass Ihr Medikament nie direkten Kontakt mit einem Kühlakku hat. Es darf auf keinen Fall einfrieren.

"Demnach gelten 19,5 Millionen Medikamente als Kühlartikel, deren Lagertemperatur bei maximal 8 Grad Celsius liegen darf. Dazu kommen noch 8,2 Millionen kühlkettenpflichtige Arzneimittel, die innerhalb der gesamten Lieferkette sowie bei der Lagerung ohne Unterbrechung zwischen 2 und 8 Grad Celsius gekühlt werden müssen."

— Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände e. V. (ABDA)

Wo im Kühlschrank ist der beste Platz für mein Medikament?

„Im Kühlschrank lagern“ meint eine Temperatur zwischen zwei und acht Grad. Diese erreichen Sie am besten, wenn Sie das Medikament im Gemüsefach aufbewahren. Dort ist zudem eine konstante Temperatur. Legen Sie das Medikament auf keinen Fall so, dass es in Kontakt mit der hinteren Kühlschrankwand kommt. Dort kann es gefrieren – was die Wirkung des Medikaments zerstören kann. Auch in der Nähe des Tiefkühlfachs ist es zu kalt. Viele bewahren das Medikament in der Kühlschranktür auf. Doch dort schwankt die Temperatur deutlich mehr. Außerdem rutschten Ampullen, Sprays und Flaschen dort oft hin und her, da der feste Stand meist fehlt.

Wichtig: Legen Sie das Medikament nach der Anwendung rasch wieder in den Kühlschrank zurück.

"Falls solche Arzneimittel versehentlich einfrieren, muss davon ausgegangen werden, dass sie nicht mehr verwendbar sind. Im Zweifelsfall fragen Sie Ihren Apotheker oder Ihre Apothekerin."

— Bundesgesundheitsministerium

Welche Medikamente müssen in den Kühlschrank?

Zu den Medikamenten, die im Kühlschrank aufbewahrt werden müssen, gehören unter anderem:

  • Impfstoffe, etwa gegen Maser, Mumps und Röteln
  • bestimmte Asthmasprays
  • einige (Glaukom-)Augentropfen und -salben
  • Notfallspritzen für Diabetiker (Insuline)
  • einige Antibiotika-Säfte
  • Biologicals, etwa zur Rheuma-Behandlung

Augen- und Ohrentropfen vor der Anwendung kurz erwärmen

Werden Medikamente wie Augen- und Ohrentropfen im Kühlschrank gelagert, sollten sie unmittelbar vor der Anwendung kurz angewärmt werden. Dann sind sie besser verträglich. Die Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände e.V. (ABDA) rät, die Medikamente ein paar Minuten in die Hand zu nehmen.

Arzneimittel gehören nicht ins Bad

Bewahren Sie Arzneimittel, die bei Raumtemperatur (15 bis 25 Grad Celsius) gelagert werden dürfen, besser nicht im Bad auf. Es ist aufgrund der hohen Luftfeuchtigkeit und den starken Temperaturschwankungen nicht als Aufbewahrungsort geeignet. Arzneimittel sollten grundsätzlich nie großer Hitze oder direktem Sonnenlicht ausgesetzt sein.

Disclaimer: Dieser Text enthält nur allgemeine Hinweise und ist nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung geeignet. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Alle individuellen Fragen, die Sie zu Ihrer Erkrankung oder Therapie haben, besprechen Sie mit Ihrem behandelnden Arzt.

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Autor/-in
Ann-Kathrin Landzettel

Ann-Kathrin Landzettel M. A. ist Gesundheitsjournalistin aus Leidenschaft. Vor allem zwei Fragen treiben die geprüfte Gesundheits- und Präventionsberaterin an: Wie können wir lange gesund bleiben – und wie im Krankheitsfall wieder gesund werden? Antworten findet sie unter anderem im intensiven Austausch mit Ärztinnen und Ärzten sowie in persönlichen Gesprächen mit Patientinnen und Patienten. Seit fast zehn Jahren gibt sie dieses Wissen rund um Gesundheit, Medizin, Ernährung und Fitness an ihre Leserinnen und Leser weiter.

 

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