Lymphödem-Ursachen: Wie entsteht ein Lymphödem?
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Lymphödem-Ursachen: Wie entsteht ein Lymphödem?

Bei einem Lymphödem kann die Lymphflüssigkeit nicht richtig abfließen, sodass sich diese - meist in den Beinen oder Armen - im Körper staut. In der Medizin wird zwischen primären und sekundären Lymphödemen unterschieden, die sich vor allem hinsichtlich ihrer Ursachen voneinander abgrenzen.

Was sind die Ursachen von Lymphödemen?

Primäre Lymphödeme sind die Folge einer angeborenen Fehlbildung, Erkrankung oder Entwicklungsstörung, auch wenn diese erst Jahre später in Erscheinung tritt. 

Wenn dadurch die Lymphknoten oder -bahnen nicht richtig ausgebildet sind, zu wenige Lymphgefäße vorhanden, oder diese erweitert, verengt oder verhärtet sind, können Lymphflüssigkeitsansammlungen entstehen. Häufig zeigen sich erste Anzeichen in der Pubertät, im zweiten bis dritten Lebensjahrzehnt, oder während einer Schwangerschaft. Oft machen sie sich auch nach einem Trauma oder einer Überlastung am Bein bemerkbar. Die Symptome treten beidseitig und meist in den Beinen auf, wobei die Probleme zunächst in den Zehen beginnen und sich dann Richtung Körpermitte fortsetzen. 

Beispiele für Erkrankungen, die ein Lymphödem verursachen können, sind angeborene Gefäßfehlbildungen wie das Parkes-Weber-Syndrom oder das Klippel-Trénaunay-Syndrom.

Sekundäre Lymphödeme werden erst im Laufe des Lebens erworben. Sie sind häufig die Folge von:

- Erkrankungen, insbesondere Krebserkrankungen, aber auch Entzündungen der Haut
- Infektionen durch Insektenstiche, Parasiten oder Pilze
- Verletzungen / Quetschungen
- Operationen 
- Therapien, vor allem Chemotherapie / Bestrahlung

Hier sind insbesondere Krebserkrankungen und deren Behandlungen zu nennen: Etwa 20 bis 30 % der Brustkrebs-Patientinnen sind von einem Lymphödem betroffen. Dies entsteht entweder durch das Entfernen der Lymphknoten in der Achsel und/oder durch die häufig bei Brustkrebs zur Anwendung kommende Strahlentherapie. Es können aber auch andere Krankheiten, zum Beispiel bestimmte Venenerkrankungen, vorausgegangen sein. 

Sekundäre Lymphödeme treten meistens einseitig auf. Im Gegensatz zu den primären Formen beginnen die Schwellungen hier vorwiegend nah an der Körpermitte und weiten sich dann auf körperfernere Bereiche aus. 

Können Sie Lymphödemen vorbeugen?

Für die angeborene Form (primäre Lymphödeme) ist eine unveränderliche genetische Veranlagung verantwortlich, sodass Sie eine solchen Erkrankung nicht durch spezielle vorbeugende Maßnahmen vermeiden können. 

Es gibt jedoch bestimmte Risikofaktoren, die das Auftreten (sekundärer) Lymphödeme begünstigen. Manche dieser Risikofaktoren lassen sich nicht vermeiden, wie zum Beispiel ein höheres Lebensalter, das weibliche Geschlecht oder die Notwendigkeit bestimmter Behandlungen wie die Entfernung oder Bestrahlung von Lymphknoten bei Krebserkrankungen.

Manche Risikofaktoren können Sie jedoch beeinflussen, wie zum Beispiel Übergewicht oder mangelnde Bewegung bei einer überwiegend sitzenden Tätigkeit. Beides erhöht das Risiko für das Entstehen von Lymphödemen. Wenn Sie diese Risikofaktoren vermeiden, können Sie eine Erkrankung zwar nicht komplett ausschließen, aber die Wahrscheinlichkeit, daran zu erkranken, sinkt. 

Frühe Diagnose des Lymphödems ist wichtig

Patienten mit einem erhöhten Risiko für ein Lymphödem sollten möglichst frühzeitig bei der Behandlung identifiziert werden. So kann ohne Verzögerung eine geeignete Lymphödem-Therapie beginnen. Auf diese Weise lässt sich der Ausbruch oder das Fortschreiten der Ödeme möglicherweise aufhalten oder zumindest bremsen. Allerdings gibt es bislang noch keine verlässlichen Befunde darüber, wie eine präventive Behandlung bei Risikopatienten im Detail aussehen sollte und welche Patienten hiervon am meisten profitieren. In diesem Bereich besteht noch Forschungsbedarf.

Disclaimer: Dieser Text enthält nur allgemeine Hinweise und ist nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung geeignet. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Alle individuellen Fragen, die Sie zu Ihrer Erkrankung oder Therapie haben, besprechen Sie mit Ihrem behandelnden Arzt.

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