Liebeskummer extrem: Broken-Heart-Syndrom
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Liebeskummer extrem: Broken-Heart-Syndrom

Liebeskummer oder ein anderer emotionaler Schock kann ähnliche Symptome hervorrufen wie ein Herzinfarkt: Schmerzen in der Brust, Atemnot, sogar Veränderungen im EKG. Das sogenannte Broken-Heart-Syndrom kann nicht nur bei starkem Liebeskummer, sondern auch nach dem Verlust eines nahen Angehörigen auftreten. Erfahren Sie hier mehr über die wichtigsten Symptome und die Therapie dieser Extremform des emotionalen Leidens.


Was ist das Broken-Heart-Syndrom?


Bei Menschen, die sich in einer emotionalen Notlage befinden, die unter schier unerträglichem Liebeskummer leiden oder jemandem eine traurige Nachricht überbringen müssen, kann das sogenannte Broken-Heart-Syndrom auftreten. Ähnlich wie bei einem Herzinfarkt beschreiben diese Patienten Symptome wie plötzliche, starke Schmerzen in der Brust und Atemnot. Tatsächlich ist das Broken-Heart-Syndrom eine stressbedingte Verkrampfung der Herzmuskeln, die auf den ersten Blick kaum von einem Herzinfarkt zu unterscheiden ist.


Was unterscheidet Broken-Heart-Syndrom und Herzinfarkt?


Bei einem Herzinfarkt sterben Herzmuskelzellen ab, weil eines der Herzkranzgefäße, die das Herz mit Blut versorgen, verstopft ist. Beim Broken-Heart-Syndrom wird hingegen das vegetative Nervensystem durch eine massive Ausschüttung von Stresshormonen überreizt. Das führt zu einer Verkrampfung des Herzmuskels, die sich durch herzinfarktartige Symptome äußert. Sowohl die per EKG messbaren Veränderungen des Herzschlags als auch die erhöhten Herzenzymwerte im Blut sind dabei identisch mit denen eines Herzinfarkts. Oft bringt erst eine Herzkatheter-Untersuchung Klarheit.


Weil sich das Herz beim Broken-Heart-Syndrom verformt, ist es auf Japanisch auch unter dem Namen Tako Tsubo, “Tintenfischfalle”, bekannt. Die durch die Verkrampfung entstehende Ausbeulung der linken Herzkammer erinnert an einen Tonkrug, wie er in Japan traditionell für den Fang von Tintenfischen eingesetzt wird.


Therapie des Broken-Heart-Syndroms


Das Broken-Heart-Syndrom wird vom Kardiologen beobachtet. Der Patient wird parallel oft auch von einem Psychotherapeuten behandelt. Mit Betablockern kann das Herz beruhigt werden, dazu bekommt der Betroffene häufig Beruhigungsmittel. So soll die Auswirkung der Stresshormone auf den Herzmuskel reduziert werden. Um auszuschließen, dass sie in einen Schockzustand geraten, müssen auch Patienten mit Broken-Heart-Syndrom zuerst auf der Intensivstation überwacht werden. Danach ist viel Ruhe nötig. Wichtig ist es, den Stress und die emotionale Belastung, die die Krankheit ausgelöst haben, zu verarbeiten.


In der Regel erholen sich Patienten recht gut, sodass nach wenigen Wochen keine Symptome mehr auftreten. Das Herz heilt sozusagen aus eigener Kraft, wenn der Liebeskummer erst überwunden oder der Verlust des geliebten Menschen verarbeitet ist.

Disclaimer: Dieser Text enthält nur allgemeine Hinweise und ist nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung geeignet. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Alle individuellen Fragen, die Sie zu Ihrer Erkrankung oder Therapie haben, besprechen Sie mit Ihrem behandelnden Arzt.

GS
Autor/-in
Gisèle Schneider
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