Läuse bekämpfen: Das hilft gegen die Parasiten auf dem Kinderkopf
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Läuse bekämpfen: Das hilft gegen die Parasiten auf dem Kinderkopf

Rund 85 Prozent aller Kinder bekommen sie mindestens einmal: Kopfläuse. Läuse bekämpfen ist also auch in westlichen Industrieländern nach wie vor notwendig und kein Grund, sich für mangelnde Hygiene oder zu wenig Pflege zu schämen. Hauptsache ist, Sie werden die Plagegeister schnell wieder los. Wir sagen Ihnen, wie.


Früh erkennen – früh bekämpfen


Kopfläuse wandern von Haar zu Haar, von Kopf zu Kopf, und ernähren sich vom Blut aus der Kopfhaut. Dabei hinterlassen sie Speichel, der einen Juckreiz hervorruft. Krankheiten übertragen sie zwar nicht, aber das ständige Kratzen kann Entzündungen hervorrufen. Deshalb und wegen der hohen Übertragungsgefahr sollten Sie Kopfläuse möglichst frühzeitig erkennen und bekämpfen.


Wenn sich Ihr Kind ständig juckt oder Kopfhaut und Nacken gerötet sind, sollten Sie testen, ob es sich womöglich Kopfläuse zugezogen hat. Mit bloßem Auge oder mit der Lupe sind die Läuse allerdings häufig nicht zu erkennen. Deshalb können Sie zum Küchenpapier-Trick greifen. Hierfür geben Sie eine Pflegespülung ins nasse Haar, die Sie nicht ausspülen. Die Spülung macht das Haar gut kämmbar und erschwert den Läusen das Davonlaufen. Mit einem speziellen Läusekamm kämmen Sie dann das feuchte Haar sorgfältig durch und streichen den Kamm anschließend auf einem Küchenpapier ab. Auf dem weißen Papier werden die Läuse sichtbar.


Informieren Sie das Umfeld


Informieren Sie im Falle eines Läusebefalls umgehend Krippe, Schule, Sportverein und alle Institutionen, in denen Ihr Kind auf andere Kinder trifft. Diese Institutionen informieren dann das Gesundheitsamt. Ihr Kind darf laut Gesetz so lange keine Gemeinschaftseinrichtung mehr besuchen, bis Sie die Erstbehandlung mit einem Läusemittel durchgeführt haben. Ein Attest benötigen Sie dafür nicht, eine schriftliche oder mündliche Mitteilung genügt.


Geben Sie darüber hinaus vor allem den Eltern der Spielkameraden Ihres Kindes Bescheid. Diese können dann prüfen, ob ihr Kind befallen ist, und ebenfalls die Läuse bekämpfen.


Lassen Sie sich vom Arzt beraten


Auf dem Markt gibt es unzählige Präparate gegen Kopfläuse, doch nicht alle Wirkstoffe sind für Kinder und Säuglinge geeignet. Manche von ihnen sollten auch in der Schwangerschaft oder bei einer Allergie nicht angewendet werden. Am besten ist, Sie fragen Ihren Arzt bzw. Kinderarzt, welches Mittel am besten geeignet ist – entsprechende Adressen in Ihrer Nähe sind unter diesem Artikel gelistet. Die Medikamente bekommen Sie in der Apotheke oder auf Rezept vom Kinderarzt.


Läuse bekämpfen ist kein Sprint


Lesen Sie sich die Anleitung des Läusemittels aufmerksam durch. Vor allem bei den Einwirkzeiten oder der aufgetragenen Menge kalkulieren viele Eltern zu knapp. Auch sollten die Mittel nicht durch zu nasses Haar verdünnt werden.


Die empfohlene Läusebehandlung sieht folgenden Ablauf vor:


  1. Am ersten Tag sollten Sie die erste Behandlung mit dem Läusemittel vornehmen. Anschließend geben Sie Pflegespülung in das nasse Haar des Kindes und kämmen es mit einem Läusekamm bzw. Nissenkamm sorgfältig aus.
  2. Am fünften Tag wiederholen Sie das Auskämmen unter Verwendung von Pflegespülung. Damit werden nachgeschlüpfte Larven entfernt.
  3. Im Zeitraum zwischen dem achten und zehnten Tag wenden Sie das Läusemittel ein zweites Mal an. Anschließend kämmen Sie die nassen Haare wieder mithilfe von Pflegespülung sorgfältig aus. Diese zweite Anwendung wird häufig unterlassen, ist aber dringend notwendig, um auch spät geschlüpften Larven den Garaus zu machen.
  4. Am 13. und am 17. Tag nach der ersten Behandlung sollten Sie überprüfen, ob die Therapie erfolgreich war. Dafür kämmen Sie das nasse Haar Ihres Kindes abermals mit Pflegespülung durch und streichen den Kamm im Küchenpapier ab.

Reinigen Sie alle Gegenstände


Kopfläuse können außerhalb der Kopfhaut, von deren Blut sie sich ernähren, nicht lange überleben. Deshalb bleiben sie in der Regel beim Wirt, anstatt sich in Mützen oder Kuscheltieren zu einem neuen Wirt aufzumachen. Eine Übertragung auf diesem Wege ist also unwahrscheinlich, in der Regel springen die Parasiten direkt von Kopf zu Kopf.


Dennoch sollten Sie sicherheitshalber alle Gegenstände, die mit dem Kopf und den Haaren Ihres Kindes in Berührung gekommen sind, nach dem Abschluss der Behandlung reinigen. Kämme, Bürsten, Haarspangen oder Haargummis spülen Sie einfach in heißem Seifenwasser aus, spezielle Desinfektionsmittel sind nicht nötig. Textilwaren wie Bettwäsche, Mützen oder Unterwäsche waschen Sie bei 60 Grad in der Waschmaschine.

Disclaimer: Dieser Text enthält nur allgemeine Hinweise und ist nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung geeignet. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Alle individuellen Fragen, die Sie zu Ihrer Erkrankung oder Therapie haben, besprechen Sie mit Ihrem behandelnden Arzt.

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Autor/-in
Svenja Hauke
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