Krank durch Klimaanlage: 3 mögliche Ursachen
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Krank durch Klimaanlage: 3 mögliche Ursachen

Krank durch die Klimaanlage – kann das passieren? Fest steht, dass die Geräte, die im Sommer für angenehme Abkühlung sorgen, nicht nur Vorteile mit sich bringen. Wie gefährlich Klimaanlagen wirklich werden können, lesen Sie hier.

Wenn im Freien Sahara-ähnliche Zustände herrschen, verwandelt sich auch das Büro schnell in eine Wüsten-Zone. Die Konzentration schwindet, der Kopf fühlt sich schwer an, viele Aufgaben lassen sich nur noch mit größter Mühe erledigen. Eine Klimaanlage ist dann die Rettung – aber ist das eigentlich gesund?


1. Hohes Temperaturgefälle


Der Kopf wird zwar im ersten Moment kühler und damit leistungsfähiger, sobald die Klimaanlage läuft – allerdings kann die frische Brise auch ein gesundheitliches Risiko mit sich bringen. Nämlich dann, wenn die Lüftung falsch eingestellt ist. Häufig ist der Temperaturunterschied enorm: Während die Außentemperatur zwischen 30 und 40 Grad Celsius liegt, geht es im klimatisierten Büro deutlich kühler zu, teilweise werden die Geräte auf nur 15 bis 18 Grad Celsius eingestellt. Das gleiche Problem besteht natürlich bei Klimaanlagen im Auto oder zum Beispiel beim Einkaufen in klimatisierten Gebäuden. Das abrupte Temperaturgefälle ist eine Herausforderung für das Immunsystem. Eine Erkältung ist nicht selten die Folge. Gesundheitsschonender ist es, wenn der Temperaturunterschied maximal acht Grad beträgt.


2. Krank durch Bakterien in der Klimaanlage


Doch selbst, wenn die Klimaanlage gut eingestellt ist, kann sie die Gesundheit beeinträchtigen. Grund hierfür sind oftmals fehlende Wartungen. Dadurch werden die Anlagen schnell zu echten Keimschleudern. Im Inneren sind Klimaanlagen permanent feucht, weil sich durch das Wechselspiel von warmer Außenluft und kühler Lüftung Kondenswasser bildet. Außerdem sammeln sich allerhand Pollen, Schmutz, Staub und Schimmelsporen, die über die Außenluftansaugung hineinkommen, in den Filtern der Anlage – ein idealer Nährboden für Bakterien und Keime. Im schlimmsten Fall kann diese wortwörtlich schlechte Luft ernsthafte Krankheiten auslösen: Asthma, Allergien, verschiedene Infektionen und Atemnot können die Folge sein.


3. Krank durch das Sick-Building-Syndrom


Typische “Klimaanlagen-Symptome” wie gereizte Schleimhäute, tränende Augen und Kopfschmerzen werden hin und wieder auch auf das sogenannte Sick-Building-Syndrom (SBS) zurückgeführt. Davon ist die Rede, wenn sich Menschen auf der Arbeit krank fühlen, ohne den genauen Grund zu kennen. Die unspezifischen Beschwerden lassen rasch nach, sobald Betroffene den Arbeitsplatz verlassen. Forscher sind sich uneinig über die Ursache des Sick-Building-Syndroms, es gibt aber Vermutungen.


Neben der erhöhten Schadstoffkonzentration in einigen Büros kommt auch die Klimaanlage als Grund für das SBS infrage. Studien zufolge klagen Mitarbeiter sogar dann über zu trockene Luft, wenn die Lüftung optimal eingestellt ist, berichtet das Online-Portal der “Süddeutschen”. Tatsächlich liegt die Beschwerderate in klimatisierten Räumen 15 Prozent höher als in Büros mit Fensterlüftung. Der Grund: Klimaanlagen haben einfach einen schlechten Ruf. Dieses negative Image trägt dann zu einem wahren Fremdbestimmungsgefühl bei: Betroffene haben das Gefühl, aufgrund der Klimaanlage keinen Einfluss mehr auf das Raumklima nehmen zu können – und leiden in der Folge unter dem Sick-Building-Syndrom.

Disclaimer: Dieser Text enthält nur allgemeine Hinweise und ist nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung geeignet. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Alle individuellen Fragen, die Sie zu Ihrer Erkrankung oder Therapie haben, besprechen Sie mit Ihrem behandelnden Arzt.

SH
Autor/-in
Svenja Hauke
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