Einseitige Kopfschmerzen: Ursachen, Symptome & Behandlung
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Einseitige Kopfschmerzen: Ursachen, Symptome & Behandlung

Einseitige Kopfschmerzen sind vielen Kopfschmerz-Patienten bekannt. Häufig begleiten Sie eine Migräne oder eine Cluster-Kopfschmerz-Attacke. Doch auch andere Auslöser können hinter einseitigen Kopfschmerzen stecken. Einseitige Kopfschmerzen: Ursachen, Symptome & Behandlung.

Was sind einseitige Kopfschmerzen?

Bei einseitigen Kopfschmerzen treten die Kopfschmerzen nur an einer Seite des Kopfes auf. Auch wenn einseitige Kopfschmerzen sehr belastend sein können, ist die Ursache meist harmlos. So ist bei den primären Kopfschmerzarten Migräne und Cluster-Kopfschmerzen keine körperliche Gefahr vorhanden - obwohl der Leidensdruck der Betroffenen aufgrund der Schmerzen enorm sein kann. Die Organe nehmen keinen Schaden und auch die Lebenserwartung ist nicht verkürzt.

Einseitige Kopfschmerzen: Cluster-Kopfschmerzen

Etwa 82.000 Menschen in Deutschland sind von Cluster-Kopfschmerzen betroffen. Diese Kopfschmerzart ist extrem schmerzhaft und belastend. Mediziner ordnen den Schmerz bei einer Skala von eins bis zehn bei neun bis zehn ein. Zu den Symptomen von Cluster-Kopfschmerz-Attacken gehören einseitig auftretende stechende oder bohrende Schmerzen im Bereich der Schläfe und Augenhöhle. Ein tränendes, gerötetes Auge, eine laufende Nase, Lichtempfindlichkeit und ein hängendes Augenlid begleiten den Schmerzschub. Meist dauert der Schmerzschub zwischen 15 Minuten und mehreren Stunden an.

Einseitige Kopfschmerzen: Paroxysmale Hemikranie und SUNCT-Syndrom

Bei der paroxysmalen Hemikranie handelt es sich ebenfalls um üblicherweise einseitige Kopfschmerzattacken. Sie unterscheiden sich vom Clusterkopfschmerz durch kürzere (etwa fünf bis dreißig Minuten dauernde), aber dafür häufigere Schmerz-Attacken. Von diesem Kopfschmerz sind Frauen häufiger betroffen als Männer. Beim SUNCT-Syndrom treten sehr kurze (Sekunden bis Minuten) anhaltende einseitige Kopfschmerzattacken auf. Zugleich sind die Bindehäute des Auges gerötet und das Auge tränt.

Einseitiger Kopfschmerz: Migräne

Typisch für einen Migräne-Anfall sind heftige, einseitige, anfallsartige und pulsierende Schmerzen. Schmerzexperten ordnen die Schmerzintensität auf einer Skala von eins bis zehn bei fünf bis acht ein. Während eines Schmerzanfalls kann der einseitige Kopfschmerz von der einen auf die andere Kopfseite „wandern“. Eine Schmerz-Attacke kann wenige Stunden bis zu mehreren Tagen andauern. Übelkeit, Erbrechen und Lichtempfindlichkeit begleiten die Migräne. Zudem kann es zu Sehstörungen, Kribbeln an Armen und Beinen sowie Wortfindungsstörungen kommen.

Viele Betroffene merken, dass eine Attacke naht. Manche haben beispielsweise Heißhungerattacken, andere sind niedergeschlagen und erschöpft oder plötzlich übellaunig. Vorboten eines Migräneanfalls werden unter dem Begriff "Aura" zusammengefasst. 

Trigeminusneuralgie als Ursache für einseitigen Kopfschmerz

Eine Trigeminusneuralgie kann ebenfalls einseitige Kopfschmerzen verursachen. Neuralgien sind blitzartig einschießende starke Schmerzen, die im Bereich eines bestimmten Nervs auftreten. Der Trigeminus (Nervus trigeminus) ist ein Gehirnnerv mit drei Ästen: einem Augen-, Oberkiefer- und Unterkieferast. Die Trigeminusneuralgie betrifft immer eine Seite des Kopfes.

Einseitige Kopfschmerzen durch Stress

Je nach Kopfschmerztyp können einseitige Kopfschmerzen auch durch innere Anspannung, Termindruck und Stress ausgelöst werden. Schlafmangel, Hormonumstellungen, Zahnfehlstellungen, häufige Schreibtischarbeit und eine falsche Schlafposition gehören ebenfalls zu den Ursachen von einseitigen Kopfschmerzen. Da die Auslöser so vielfältig sein können, ist es ratsam, bei wiederkehrenden einseitigen Kopfschmerzen zum Arzt zu gehen. Lassen Sie sich bei Ihrem Hausarzt einen Termin geben und schildern Sie Ihre Beschwerden.

Einseitige Kopfschmerzen: Welcher Arzt ist der richtige?

Ein Allgemeinmediziner oder Internist (Facharzt für Innere Medizin) ist der geeignete Ansprechpartner für ein erstes Gespräch. Je nach Beschwerdebild kann es sein, dass dieser Sie zur weiteren Abklärung zu anderen Fachärzten überweist. Das kann ein Neurologe, ein Schmerztherapeut, ein Orthopäde, ein Zahnarzt, ein Augenarzt oder ein anderer Arzt sein. Oftmals arbeiten verschiedene Fachrichtungen eng zusammen, um den Schmerz in den Griff zu bekommen – etwa bei Migräne und Cluster-Kopfschmerzen.

Einseitigen Kopfschmerzen behandeln: Was hilft?

Meist sind die einseitigen Kopfschmerzen die Folge von harmlosen Auslösern. Haben Sie einseitige Kopfschmerzen, etwa nach einer durchgefeierten Nacht, helfen eine Schmerztablette und folgende Hausmittel:

  • Trinken Sie ausreichend Flüssigkeit.
  • Bewegen Sie sich an der frischen Luft.
  • Nehmen Sie ein vitaminreiches Essen zu sich.
  • Gehen Sie früh schlafen.

Einseitige Kopfschmerzen: wann ein Notfall?

Sie sollten mit einseitigen Kopfschmerzen sofort einen Arzt aufsuchen, wenn

  • die Kopfschmerzen plötzlich, heftig, für Sie unbekannt und ohne erkennbaren Grund auftreten.
  • die Kopfschmerzen in Folge eines Sturzes oder Unfalls auftreten (Schleudertrauma, Gehirnerschütterung).
  • die Kopfschmerzen von Symptomen wie Schwindel, starker Übelkeit und Erbrechen begleitet sind.
  • zu den Kopfschmerzen Sehstörungen, Sprachstörungen, Bewegungseinschränkungen, Lähmungen oder andere körperliche Einschränkungen hinzukommen. Das deutet auf einen Schlaganfall hin. Rufen Sie sofort den Notruf unter 112 und äußern Sie Ihren Verdacht. Ein Schlaganfall ist ein Notfall.
  • die Kopfschmerzen zusammen mit starkem Fieber und/ oder Durchfall auftreten (Dehydrierung).
  • Sie Diabetiker oder Herz-Kreislauf-Patient sind und die starken einseitigen Kopfschmerzen zusammen mit erhöhten Zucker- oder Blutdruckwerten auftreten.

Disclaimer: Dieser Text enthält nur allgemeine Hinweise und ist nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung geeignet. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Alle individuellen Fragen, die Sie zu Ihrer Erkrankung oder Therapie haben, besprechen Sie mit Ihrem behandelnden Arzt.

Profilbild von Ann-Kathrin Landzettel
Autor/-in
Ann-Kathrin Landzettel

Ann-Kathrin Landzettel M. A. ist Gesundheitsjournalistin aus Leidenschaft. Vor allem zwei Fragen treiben die geprüfte Gesundheits- und Präventionsberaterin an: Wie können wir lange gesund bleiben – und wie im Krankheitsfall wieder gesund werden? Antworten findet sie unter anderem im intensiven Austausch mit Ärztinnen und Ärzten sowie in persönlichen Gesprächen mit Patientinnen und Patienten. Seit fast zehn Jahren gibt sie dieses Wissen rund um Gesundheit, Medizin, Ernährung und Fitness an ihre Leserinnen und Leser weiter.

 

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