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SARS-CoV-2: Alles, was Sie jetzt über das neue Coronavirus wissen müssen
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SARS-CoV-2: Alles, was Sie jetzt über das neue Coronavirus wissen müssen

In Deutschland gibt es im Schnitt täglich 18.000 Corona-Neuansteckungen, Intensivmediziner vertrauen auf bundesweite Notbremse, immer mehr Menschen werden geimpft: Was Sie jetzt wissen müssen.

Intensivmediziner vertrauen auf bundesweite Notbremse

Am 24. April 2021 ist die bundesweite Notbremse in Kraft getreten. Intensivmediziner hoffen, dass sich die Lage in etwa einer Woche entspannen wird. So sagte Gernot Marx, Präsident der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (Divi) gegenüber der Düsseldorfer "Rheinischen Post": "Wir sind zuversichtlich, dass die Zahl der Covid-19-Patienten auf den Intensivstationen sinken wird - und das hängt dann unmittelbar mit den Maßnahmen der Bundes-Notbremse, wie aber auch dem deutlichen Fortschritt beim Impfen zusammen." Und weiter: "Die Bundes-Notbremse hat aus unserer Sicht also viele tausend Menschenleben retten können.

Bundesweite Notbremse: Was muss ich wissen?

Überschreiten ein Landkreis oder eine kreisfreie Stadt an drei aufeinander folgenden Tagen eine Inzidenz von 100, gelten dort ab dem übernächsten Tag zusätzliche, bundeseinheitliche Maßnahmen:

Private Kontakte: Ein Haushalt darf maximal eine weitere Person treffen.

Ausgangsbeschränkung: Von 22 bis 5 Uhr gilt eine Ausgangsbeschränkung. Sport ist alleine bis 24 Uhr erlaubt.

Schulen: Wechselunterricht wird eingeführt und die Schüler sollen zweimal pro Woche getestet werden. Aber einer Inzidenz von über 165 an drei aufeinander folgenden Tagen findet der Unterricht zuhause (Fernunterricht) statt.

Supermärkte und weiterer Einzelhandel des täglichen Bedarfs: Eintritt nur mit Maske, begrenzte Kundenzahl je nach Größe des Geschäfts.

Übriger Einzelhandel: Bei einer Inzidenz bis 150 an drei aufeinander folgenden Tagen Terminshopping mit Test und Maske. Bei höherer Inzidenz: geschlossen.

Sport: Im Freien ist Individualsport mit maximal zwei Personen oder dem eigenen Hausstand erlaubt. Kontaktloser Gruppensport ist für Kinder zwischen 5 und 14 Jahren erlaubt.

Kultur und Freizeit: Geschlossen.

Körpernahe Dienstleistungen: Medizinische und ähnliche Dienstleistungen sowie Fußpflege erlaubt mit FFP2-Maske. Fußpflege zusätzlich mit negativem Corona-Test.

Friseur: Geöffnet. Termin nur mit FFP2-Maske und negativem Corona-Test möglich.

Gastronomie: Geschlossen. Lieferdienst weiterhin möglich.

Aktuelles Infektionsgeschehen in Deutschland

Die Situation mit dem Corona-Virus ist weiterhin extrem angespannt. Das Robert Koch-Institut schätzt aufgrund der anhaltend hohen Fallzahlen Gefährdung der Gesundheit der Bevölkerung in Deutschland insgesamt weiter als sehr hoch ein. Laut dem RKI sind alle Altersgruppen von dem Infektionsgeschehen betroffen. Zahlreiche Häufungen von Ansteckungen würden besonders in Haushalten, im beruflichen Umfeld sowie in Kitas und Horteinrichtungen beobachtet. Beim Großteil der Fälle sei der Infektionsort nicht bekannt.

Hausärzte dürfen Corona-Impfung geben

Seit Dienstag, 6. April dürfen auch Hausärzte die Corona-Impfung verabreichen. Zu Beginn stehen etwa 18 bis 50 Impfdosen pro Arzt und Woche zur Verfügung. Ärzte kontaktieren die aus medizinischer Sicht besonders gefährdeten Patienten für einen Impftermin. Die Priorisierung bei der Impfreihenfolge hat weiterhin Gültigkeit. Die Ärzte können selbst entscheiden, ob sie an der Impfkampagne teilnehmen. Zum Start der Impfungen in Arztpraxen wurde aufgrund der Liefermöglichkeiten ausschließlich das Vakzin von Biontech/Pfizer verabreicht. Seit Mitte April impfen die Praxen auch den Vaxzevria-Impfstoff (ehemalige Bezeichnung AstraZeneca).

Corona-Impfungen nehmen Fahrt auf

Nach Angaben der Bundesregierung soll die vollständige Impfung der erwachsenen Bevölkerung bis Ende Juli 2021 abgeschlossen sein. Voraussetzung sei, dass es bei den Impfstoffproduzenten zu keinen Lieferproblemen komme. Ob und wie Sie sich für die Impfung in Ihrem Bundesland anmelden können, erfahren Sie auf der Seite www.116117.de.

Aktuelle Corona-Maßnahmen: die Basis-Regeln bei einer Inzidenz unter 100

Folgende Corona-Regeln haben bei einer 7-Tage-Inzidenz von unter 100 weiterhin Gültigkeit:

  • Die Zahl der Kontakt-Haushalte soll weiterhin möglichst konstant und klein gehalten werden. Private Treffen sind bei einer 7-Tage-Inzidenz unter 100 mit maximal fünf Personen aus zwei Haushalten möglich, wobei Kinder bis 14 Jahre nicht mitgezählt werden.
  • Treffen sollen weitestgehend draußen stattfinden.
  • Auf Reisen soll verzichtet werden. Für Reiserückkehrer aus dem Ausland gilt eine Testpflicht.
  • Schulen und Kitas: Die Regeln legen die einzelnen Bundesländer fest. Bei einer 7-Tage-Inzidenz unter 100 sollen Schulen und Kitas offen bleiben und Personal, Schüler und betreute Kinder mindestens 2 Mal pro Woche getestet werden.
  • Arbeitgeber müssen überall, wo es möglich ist, Homeoffice ermöglichen. Präsenz-Beschäftigte sollen bis zu zwei Corona-Tests in der Woche vom Arbeitgeber angeboten bekommen.
  • In Bus und Bahn sowie in Geschäften, auf Parkplätzen sowie an Plätzen und in Innenräumen, wo sich mehrere Menschen aufhalten, müssen weiterhin medizinische Masken (OP-Masken) oder Masken der Standards KN95 oder FFP2-Masken getragen werden.

Informieren Sie sich regelmäßig über die aktuellen Regelungen an Ihrem Wohnort sowie in Ihrem Bundesland. Die Beschlüsse können jederzeit kurzfristig inzidenzabhängig an das Infektionsgeschehen angepasst werden.

Die Bundesregierung: aktuell geltende Corona-Regeln und Einschränkungen

Täglicher Lagebericht des Robert Koch-Instituts (RKI)

Risikobewertung des RKI

Seiten der Bundesregierung

Steckbrief zum Corona-Virus SARS-CoV-2

Antworten auf häufig gestellte Fragen zu Covid-19

Internationale Risikogebiete, ausgewiesen durch das Auswärtige Amt

Lockdown-Regeln der einzelnen Bundesländer

Seiten des Auswärtigen Amts  

So gefährlich sind mutierte Coronaviren

Gefährliche Mutationen des Coronavirus breiten sich in Deutschland immer weiter aus. Besorgniserregend sind laut dem Robert Koch-Institut vor allem drei Virusvarianten (Variants Of Concern):

  • Viren der Linie B.1.1.7 (erstmals nachgewiesen in Großbritannien)
  • Viren der Linie B.1.351 (erstmals nachgewiesen in Südafrika)
  • Viren der Linie P.1 (zirkuliert hauptsächlich im brasilianischen Bundesstaat Amazonas)

Das Robert-Koch-Institut teilt zu den Corona-Mutationen mit: "Insgesamt ist die VOC B.1.1.7 inzwischen in Deutschland der vorherrschende COVID-19-Erreger. Das ist besorgniserregend, weil die VOC B.1.1.7 nach bisherigen Erkenntnissen deutlich ansteckender ist und vermutlich schwerere Krankheitsverläufe verursacht als andere Varianten. Zudem vermindert die zunehmende Verbreitung und Dominanz der VOC B.1.1.7 die Wirksamkeit der bislang erprobten Infektionsschutzmaßnahmen erheblich."

Zugelassene Covid-19-Impfstoffe in Deutschland

In Deutschland sind aktuell vier Covid-19-Impfstoffe zugelassen:

  1. „Comirnaty“ des US-Pharmakonzerns Pfizer und der Mainzer Firma BioNTech (mRNA-Impfstoff)
  2. „CO­VID-19 Vac­ci­ne Mo­der­na“, kurz „Moderna“ des US-Pharmaunternehmens Moderna (mRNA-Impfstoff)
  3. „CO­VID-19 Vac­ci­ne Astra­Zene­ca“ des schwedischen Unternehmens AstraZeneca (Vektor-Impfstoff). Seit 25. März umbenannt in Vaxzevria
  4.  "Ad26.COV2.S" auch "Janssen COVID-19 Vaccine" des US-Pharmakonzerns Johnson & Johnson (Vektor-Impfstoff)

Sind Sie unsicher, ob Sie zu der Gruppe gehören, die geimpft werden kann, fragen Sie bei Ihrem Hausarzt oder beim Ärztlichen Bereitschaftsdienst unter 116 117  nach. Die Kosten für den Impfstoff übernimmt der Bund. Eine Impfpflicht soll es nicht geben.

Immunität nach Covid-19-Infektion?

Bislang ist unklar, ob die Immunität nach überstandener Infektion mit SARS-CoV-2 bei allen Menschen ähnlich robust ist und wie lange sie anhält. Experten gehen davon aus, dass von der Krankheit Covid-19 Genesene ein geringes Risiko haben, sich kurzfristig erneut zu infizieren - auszuschließen ist das aber nicht. Es gibt Menschen, die zweimal am Corona-Virus erkrankt sind. 

Auch gibt es genesene Corona-Patienten, bei denen der Immunschutz bereits kurze Zeit nach der Erkrankung nachlässt. Blutproben der ersten Corona-Patienten in Deutschland beispielsweise hatten gezeigt, dass bei vier von neun der ehemaligen Patienten die Anzahl der Antikörper im Blut bereits deutlich abgesunken ist. Das bedeutet, dass nach einer durchgemachten Infektion mit SARS-CoV-2 eine Neuansteckung durchaus möglich ist. Inwieweit die absinkende Antikörperzahl Auswirkungen auf die Langzeitimmunität und die Wirksamkeit eines Impfstoffes hat, ist Experten zufolge derzeit noch spekulativ, müsse aber weiter kritisch beobachtet werden. Klar ist: Einen sicheren Immunschutz nach durchgestandener SARS-CoV-2-Infektion gibt es nicht.

Geimpft und ansteckend?

Der Impfstoff schützt mit hoher Sicherheit vor einer (schweren) Erkrankung durch das Coronavirus. Ob eine Impfung die Infektion mit dem Virus verhindert und ob sie verhindert, dass man andere Menschen ansteckt, ist bislang noch nicht vollständig geklärt.

Gibt es Medikamente gegen Covid-19?

Es kursieren viele Falschmeldungen über angeblich wirksame Arzneimittel gegen das neuartige Coronavirus. Fakt ist: Eine Therapie zur Behandlung einer Infektion mit SARS-CoV-2 gibt es bislang nicht. Die Behandlung von Covid-19 setzt sich aus Maßnahmen zusammen, die den Fokus auf die Symptomlinderung legen und zugleich das Ziel haben, den Körper im Kampf gegen das Virus bestmöglich zu unterstützen. Dazu gehören:

  • Sauerstoffgabe
  • Ausgleich des Flüssigkeitshaushaltes
  • kreislaufunterstützende Arzneimittel
  • Antibiotika zur Behandlung von bakteriellen Begleitinfektionen
  • intensivmedizinische Betreuung bei schweren Verläufen
  • Beatmung in medizinischen Notfällen

Bislang sind zwei Arzneimittel zur Behandlung von Covid-19 zugelassen:

  • Als direkt antiviral wirksames Arzneimittel erhielt Remdesivir (Veklury®) am 03. Juli 2020 eine bedingte Zulassung zur Anwendung bei schwer erkrankten Patienten durch die Europäische Kommission.
  • Als immunmodulatorisch wirksames Arzneimittel erhielt Dexamethason eine positive Bewertung durch die Europäische Komission für die Anwendung bei bestimmten Patientengruppen mit einer Infektion durch SARS-CoV-2.

Zudem gehen die Forschungen in Richtung antikörperhaltiger Medikamente. Diese könnten aus dem Blut genesener Covid-19-Patienten gewonnen und dem Erkrankten zugeführt werden. Die Hoffnung der Forscher ist, so die Heilung zu unterstützen. Die Forschungen stehen noch am Anfang.

Medikamente gegen Covid-19 aus dem Internet?

Die Verbraucherzentrale warnt vor Online-Versendern und unregistrierten Internetapotheken, welche Medikamente oder Nahrungsergänzungsmittel gegen das Corona-Virus anbieten: "Solche Medikamente gibt es derzeit schlicht noch nicht." Zudem raten die Verbraucherschützer dringend, bei der Bestellung von Medikamenten im Internet darauf zu achten, dass es sich um eine legale Onlineapotheke handelt. "Seriöse Internetapotheken erkennt man an dem in Europa einheitlichen Sicherheitslogo, einem weißen Kreuz auf weiß-grünem Hintergrund", so die Verbraucherzentrale.

SARS-CoV-2: Ansteckung und Inkubationszeit

Das neuartige Coronavirus trägt den offiziellen Namen "SARS-CoV-2". Die Atemwegserkrankung, die das Virus auslöst, wird als “COVID-19“ bezeichnet. SARS-CoV-2 ist hochansteckend. Es wird vor allem über Tröpfcheninfektion (Atmen, Sprechen, Husten, Niesen) übertragen, kann aber auch über die Hände in den Mund gelangen (Schmierinfektion).

Die ersten Symptome von Covid-19 (COrona VIrus Disease 2019) treten meist nach einer Inkubationszeit von vier bis fünf Tagen auf - können sich aber auch erst nach 14 Tagen zeigen. Ansteckend sind die Betroffenen schon früher: „Basierend auf realen Daten wurde geschätzt, dass Patienten bereits 2,5 Tage vor Symptombeginn infektiös waren“, so das RKI.

Covid-19: Wie lange bin ich ansteckend?

Laut dem RKI zeigen Untersuchungen von Infizierten nach Symptombeginn Infektionszeiträume von durchschnittlich fünf bis sieben Tagen mit im Verlauf abnehmender Infektiosität. Weitere Untersuchungen sind notwendig.

Coronavirus SARS-CoV-2: Symptome von Covid-19

Es lassen sich keine allgemeingültigen Aussagen zum „typischen“ Krankheitsverlauf von Covid-19 machen. Die Krankheitsverläufe variieren stark, von symptomlosen Verläufen bis zu schweren Pneumonien mit Lungenversagen und Tod. Zu den häufig beobachteten Covid-19-Symptomen gehören laut dem Robert Koch-Institut (RKI) Husten (45 Prozent der Erkrankten), Fieber über 38 Grad (38 Prozent der Erkrankten), Schnupfen (20 Prozent der Erkrankten), Störungen des Geruchs- und Geschmackssinns (15 Prozent der Erkrankten), Pneumonie (3 Prozent der Erkrankten).

Weitere Corona-Symptome, die bislang bei Betroffenen beobachtet wurden, sind:

  • Abgeschlagenheit
  • Halsschmerzen
  • Schüttelfrost
  • Gliederschmerzen
  • Kopfschmerzen
  • Atemprobleme wie Kurzatmigkeit und Atemnot
  • Bauchschmerzen, Übelkeit, Erbrechen
  • Durchfall
  • Hautausschlag
  • Bindehautentzündung
  • Verlust von Geruch und Geschmack
Geruchs- und Geschmacksverlust

Laut dem Robert Koch-Institut zeigen in Deutschland etwa 15 Prozent der an Covid-19 Erkrankten mindestens eines dieser beiden Symptome. Das RKI empfiehlt eine niederschwellige Testung aller Personen mit Symptomen einer akuten Atemwegserkrankung sowie beim Auftreten akuter respiratorische Symptome jeder Schwere und/oder Verlust von Geruchs-/Geschmackssinn.

Was macht Covid-19 gefährlich? Verlauf der Lungenkrankheit

Je nachdem wie das Immunsystem auf den Erreger reagiert, sind verschiedene Krankheitsverläufe möglich:

  • Viele Betroffene merken nichts von der Infektion.
  • Rund 80 Prozent der Infizierten zeigen Erkältungssymptome, die nach wenigen Tagen wieder abklingen.
  • Bei einem Teil der Infizierten kommt es zu schweren Krankheitsverläufen. Es treten starke Atembeschwerden bis hin zu einer schweren Lungenentzündung auf. Ein Teil der Betroffenen muss intensivmedizinisch betreut und künstlich beatmet werden. Die Behandlung im Krankenhaus dauert je nach Schwere der Corona-Infektion bis zu sechs Wochen.

„Die Krankheitsverläufe sind unspezifisch, vielfältig und variieren stark, von symptomlosen Verläufen bis zu schweren Pneumonien mit Lungenversagen und Tod. Daher lassen sich keine allgemeingültigen Aussagen zum ‚typischen‘ Krankheitsverlauf machen", so das Robert Koch-Institut auf seiner Webseite. Rund 80 Prozent der Erkrankungen seien mild bis moderat. Als „mild“ werden Krankheitsverläufe ohne Zeichen einer Pneumonie (Lungenentzündung) bezeichnet.

SARS-CoV-2: Was macht die Lungenkrankheit mit der Lunge?

Immer wieder sterben Patientinnen und Patienten auf den Intensivstationen an Covid-19. Das Coronavirus ist aus folgendem Grund so gefährlich: Bei manchen Betroffenen wandert das Virus vom Rachen weiter in die Lunge und breitet sich in den Lungenzellen aus. Die Lunge kann sich entzünden. Die Lungenentzündung entwickelt sich meist recht spät im Verlauf der Erkrankung - meist um den zehnten Tag herum. Es kommt zu einem Abfall der Sauerstoffsättigung im Blut - was der Erkrankte durch eine erschwerte Atmung spürt. Der Mechanismus dahinter: Während bei einem gesunden Menschen der Sauerstoff aus den Lungenbläschen über eine dünne Membran in die Blutbahn gegeben wird, ist dieser Ablauf bei schweren Covid-19-Verläufen aufgrund von virusbedingten Entzündungsreaktionen gestört. Der Abstand zwischen Lungenbläschen und Blutgefäßen wird immer größer und es gelangt immer weniger Blut in die Blutbahn. Atemnot tritt auf. 

Hat die Lungenentzündung die Lunge so stark beschädigt, dass es zu Wasseransammlungen in den Lungenbläschen kommt, kann es passieren, dass der Körper trotz künstlicher Beatmung keinen Sauerstoff mehr aufnehmen kann. Dann muss eine externe Maschine (ECMO), durch die das Blut geleitet und mit Sauerstoff angereichert wird, die Sauerstoffversorgung übernehmen.

Covid-19: Wann droht ein Multiorganversagen?

In der Zeit der Beatmung muss es dem Immunsystem gelingen, das Virus zu bekämpfen und die Lungenentzündung zu überstehen. Da das Immunsystem in dieser Phase stark gefordert ist, kann es passieren, dass es überreagiert. Dann bildet es nicht nur in einer zu großen Menge Abwehrstoffe, sondern richtet sich auch gegen den eigenen Körper. Diese Überreaktion hat eine Schädigung der Blutgefäßwände zur Folge. Immer mehr Flüssigkeit gelangt in umliegendes Gewebe und fehlt im Kreislauf. Die Durchblutung des Körpers kann nicht mehr aufrechterhalten werden und Organe nehmen Schaden. Es droht ein Multiorganversagen. Dann muss die intensivmedizinische Behandlung mit einer Vielzahl verschiedener Maßnahmen und Medikamente zusätzlich unterstützt werden. Das Sterblichkeitsrisiko ist sehr hoch.

Covid-19: Welche Personen gehören zur Risikogruppe?

Zur Risikogruppe für schwere Covid-19-Verläufe gehören laut dem Robert Koch-Institut:

  • Ältere Personen (mit stetig steigendem Risiko für schweren Verlauf ab etwa 50–60 Jahren)
  • Raucher
  • stark übergewichtige Menschen
  • Personen mit bestimmten Vorerkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems (beispielsweise koronare Herzerkrankung und Bluthochdruck)
  • Personen mit chronischen Erkrankungen der Lunge (beispielsweise COPD)
  • Personen mit chronischen Lebererkrankungen
  • Personen mit Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit)
  • Personen mit einer Krebserkrankung
  • Personen mit geschwächtem Immunsystem (beispielsweise aufgrund einer Erkrankung, die mit einer Immunschwäche einhergeht oder durch die regelmäßige Einnahme von Medikamenten, die die Immunabwehr beeinflussen und herabsetzen können, wie zum Beispiel Cortison).

Aber: „Schwere Verläufe können auch bei Personen ohne bekannte Vorerkrankung auftreten und werden auch bei jüngeren Patienten beobachtet“, so die RKI-Experten.

Covid-19: mögliche Langzeitfolgen nach intensivmedizinischer Behandlung

Ungewiss ist bislang, wie es nach der Entlassung aus der intensivmedizinischen Betreuung für Covid-19-Betroffene weitergeht. Es wird immer deutlicher, dass eine überwundene Covid-19-Infektion gesundheitliche Langzeitfolgen für die Betroffenen haben kann. Etwa 80 Prozent der Infizierten zeigen einen milden Krankheitsverlauf und erholen sich schnell. Bei 20 Prozent zeigt sich ein schwerer Verlauf mit Komplikationen und Folgeerkrankungen. Es gibt Genesene, die noch Monate nach der Infektion mit SARS-CoV-2 stark geschwächt sind und mit Langzeitfolgen zu kämpfen haben. Dazu gehört nicht nur beschädigtes Lungengewebe als Folge der Erkrankung und der langen künstlichen Beatmung. Auch ohne Intubation kann ein geringes Lungenvolumen bis hin zu Atemnot die Genesenen begleiten.

Neben Nierenversagen wird zudem ein erhöhtes Risiko für die Bildung von Blutgerinnseln (Thromben) bei Covid-19-Patienten als Folge der Infektion mit dem Coronavirus immer wieder beobachtet. Blutgerinnsel sind unter anderem mit einem hohen Risiko für Schlaganfall und Herzinfarkt verbunden.

Chronische Erschöpfung, Verwirrtheit, Konzentrations- und Bewegungsstörungen, Kopfschmerzen sowie körperliche Schwäche gehören ebenfalls zu den möglichen Langzeitfolgen nach überstandener SARS-CoV-2-Infektion. Welche Langzeitfolgen für Atemwege, Lunge, Gehirn, Nieren und andere Organe drohen können, ist jetzt noch nicht abschätzbar. Klar ist: Die Gesundheit kann nach der Covid-19-Infektion deutlich eingeschränkt bleiben.

Wird das Corona-Virus über Oberflächen übertragen?

Auch wenn das Risiko einer Infektion über Oberflächen von Expertenseite als eher gering eingeschätzt wird, schließen das Robert Koch-Institut (RKI) und das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) einen solchen Übertragungsweg nicht aus - vor allem in der unmittelbaren Umgebung infektiöser Patienten. Wie das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) mitteilt, können Coronaviren durch direktes Niesen oder Husten einer infizierten Person auf Oberflächen gelangen und eine Zeit lang überleben. Eine Schmierinfektion einer weiteren Person erscheint dann möglich, wenn das Virus kurz danach über die Hände auf die Schleimhäute des Mund- und Rachenraumes oder die Augen übertragen wird. "Um sich vor Virusübertragungen über kontaminierte Oberflächen zu schützen, ist es wichtig, die allgemeinen Regeln der Hygiene des Alltags wie regelmäßiges Händewaschen und Fernhalten der Hände aus dem Gesicht zu beachten“, so das BfR.

Kann das Coronavirus über Lebensmittel übertragen werden?

Viele Verbraucherinnen und Verbraucher sind besorgt, was Einkäufe im Supermarkt betrifft. "Kann ich mich über Lebensmittel mit Corona infizieren?", fragen sich viele. Dem Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) zufolge gibt es bislang keine Fälle, bei denen sich Menschen über den Verzehr kontaminierter Lebensmittel oder durch Kontakt zu kontaminierten Gegenständen mit dem neuartigen Coronavirus infiziert haben. Denkbar ist dieser Übertragungsweg aber.

Das BfR erklärt hierzu: "Grundsätzlich können Coronaviren durch direktes Niesen oder Husten einer infizierten Person auf Backwaren, Obst oder Gemüse gelangen. Sie können sich in oder auf Lebensmitteln allerdings nicht vermehren; sie benötigen dazu einen lebenden tierischen oder menschlichen Wirt. Eine Schmierinfektion einer weiteren Person erscheint nur dann möglich, wenn das Virus kurz nach der Kontamination über die Hände oder die Lebensmittel selbst auf die Schleimhäute der Nase der Augen oder des Mund- und Rachenraumes übertragen wird."

Hygieneexperten raten, die allgemeinen Regeln der Alltagshygiene zu beachten, um das Ansteckungsrisiko zu senken. Backwaren sind im Einzelhandel in der Regel durch einen Spritzschutz vor Niesen und Husten geschützt, wodurch die Kontaminationsgefahr gesenkt wird. Obst und Gemüse sollten vor dem Verzehr beziehungsweise vor der Zubereitung gründlich abgewaschen werden. Regelmäßiges Händewaschen senkt ebenfalls das Infektionsrisiko.

Verdacht auf Corona-Infektion: Was tun?

Personen, die persönlichen Kontakt zu einer Person hatten, bei der SARS-CoV-2 nachgewiesen wurde, sollten sich unverzüglich und unabhängig von Symptomen telefonisch mit dem zuständigen Gesundheitsamt in Verbindung setzen, einen Arzt anrufen oder die 116117 für den ärztlichen Bereitschaftsdienst wählen - und zu Hause bleiben.

Personen, die sich in einem vom Robert Koch-Institut ausgewiesenen Risikogebiet aufgehalten haben oder in Regionen, in denen Covid-19-Fälle bekannt geworden sind, sollten unnötige Kontakte vermeiden und möglichst zu Hause bleiben. Zeigen sich innerhalb von 14 Tagen Covid-19-Symptome, sollte telefonisch Kontakt zum Hausarzt hergestellt werden. 

Achtung: Rufen Sie bei Verdacht auf Covid-19 immer bei Ihrem Hausarzt oder beim ärztlichen Bereitschaftsdienst an. Auf keinen Fall sollten Sie ohne Ankündigung eine Arztpraxis aufsuchen. Tritt starke Atemnot auf, rufen Sie den Notruf unter 112 an.

Muss ich für eine Krankschreibung zum Arzt?

Telefonische Krankschreibungen wegen Erkältungsbeschwerden sind bundesweit weiterhin möglich - vorerst bis 30. Juni 2021. Darauf hat sich der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) aufgrund der steigenden Covid-19-Infektionszahlen geeinigt. Bei leichten Atemwegserkrankungen können Sie sich telefonisch bis zu sieben Kalendertage krankschreiben lassen. Der Arzt kann die telefonische Krankschreibung bei Bedarf einmalig für sieben Tage verlängern.  

Weiterhin gilt: Haben Sie Atemwegsbeschwerden oder den Verdacht, an Covid-19 erkrankt zu sein, melden Sie sich immer zuerst telefonisch bei Ihrem Arzt und besprechen Sie das weitere Vorgehen. 

Wo bekomme ich weitere Informationen zum neuen Coronavirus?

Wie sich das Virus weiterentwickelt und wie stark es sich noch ausbreitet, bleibt abzuwarten. Hier finden Sie wichtige Links mit aktuellen Informationen zu den weiteren Entwicklungen:

- Ältere Personen (mit stetig steigendem Risiko für schweren Verlauf ab etwa 50–60 Jahren)
- Raucher
- stark übergewichtige Menschen
- Personen mit bestimmten Vorerkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems (beispielsweise koronare Herzerkrankung und Bluthochdruck)
- Personen mit chronischen Lebererkrankungen
- Personen mit Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit)
- Personen mit einer Krebserkrankung
- Personen mit geschwächtem Immunsystem (beispielsweise aufgrund einer Erkrankung, die mit einer Immunschwäche einhergeht oder durch die regelmäßige Einnahme von Medikamenten, die die Immunabwehr beeinflussen und herabsetzen können, wie zum Beispiel Cortison)
Chronische Erschöpfung, Verwirrtheit, Konzentrations- und Bewegungsstörungen, Kopfschmerzen sowie körperliche Schwäche gehören zu den möglichen Langzeitfolgen nach überstandener SARS-CoV-2-Infektion. Zuvor sportlich aktiven Menschen wird der Spaziergang ums Haus plötzlich zur unüberwindbaren Hürde. Der Körper überanstrengt schnell. Covid-19 hinterlässt Spuren im Körper. Welche Langzeitfolgen für Atemwege, Lunge, Gehirn, Nieren und andere Organe drohen können, ist jetzt noch nicht abschätzbar. Klar ist: Die Gesundheit kann nach der Infektion deutlich eingeschränkt bleiben.
Dem Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) zufolge gibt es bislang keine Fälle, bei denen sich Menschen über den Verzehr kontaminierter Lebensmittel oder durch Kontakt zu kontaminierten Gegenständen mit dem neuartigen Coronavirus infiziert haben. Denkbar ist dieser Übertragungsweg aber.
 Zu den häufig beobachteten Covid-19-Symptomen gehören aktuellen Auswertungen zufolge Husten (46 Prozent der Erkrankten), Fieber über 38 Grad (38 Prozent der Erkrankten), Schnupfen (20 Prozent der Erkrankten), Halsschmerzen (19 Prozent der Erkrankten), Störungen des Geruchs- und Geschmackssinns (15 Prozent der Erkrankten), Pneumonie (3 Prozent der Erkrankten).
Aktuell mehren sich Fälle, in denen der Immunschutz bereits kurze Zeit nach der Erkrankung rasch absinkt. Blutproben der ersten Corona-Patienten in Deutschland haben gezeigt, dass bei vier von neun der ehemaligen Patienten die Anzahl der Antikörper im Blut bereits deutlich abgesunken ist. Das bedeutet, dass nach einer durchgemachten Infektion mit SARS-CoV-2 eine Neuansteckung durchaus möglich ist. Inwieweit die absinkende Antikörperzahl Auswirkungen auf die Langzeitimmunität und die Wirksamkeit eines Impfstoffes hat, ist Experten zufolge derzeit noch spekulativ, müsse aber weiter kritisch beobachtet werden. Klar ist: Einen sicheren Immunschutz nach durchgestandener SARS-CoV-2-Infektion gibt es nicht.
Das Robert Koch-Institut schreibt zum Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes: "Das Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung im öffentlichen Leben kann dazu beitragen, die Ausbreitung von COVID-19 in der Bevölkerung zu verlangsamen und Risikogruppen vor Infektionen zu schützen. Das gilt insbesondere für Situationen, in denen mehrere Menschen in geschlossenen Räumen zusammentreffen  und der Abstand von mindestens 1,5 Metern zu anderen Personen nicht eingehalten werden kann." 

Um den bestmöglichen Schutz zu bieten, sollte die Mund-Nasen-Bedeckung durchgehend eng anliegen und über Mund und Nase getragen werden. Bei Durchfeuchtung der Maske, sollte sie gewechselt werden. Während des Tragens darf sie nicht (auch nicht unbewusst) zurechtgezupft und auch nicht um den Hals getragen werden.
Regelmäßiges Händewaschen senkt das Infektionsrisiko. Hygieneexperten raten, die allgemeinen Regeln der Alltagshygiene zu beachten, um das Ansteckungsrisiko zu senken.
Disclaimer: Dieser Text enthält nur allgemeine Hinweise und ist nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung geeignet. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Alle individuellen Fragen, die Sie zu Ihrer Erkrankung oder Therapie haben, besprechen Sie mit Ihrem behandelnden Arzt.
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Ann-Kathrin Landzettel M. A. ist Gesundheitsjournalistin aus Leidenschaft. Vor allem zwei Fragen treiben die geprüfte Gesundheits- und Präventionsberaterin an: Wie können wir lange gesund bleiben – und wie im Krankheitsfall wieder gesund werden? Antworten findet sie unter anderem im intensiven Austausch mit Ärztinnen und Ärzten sowie in persönlichen Gesprächen mit Patientinnen und Patienten. Seit fast zehn Jahren gibt sie dieses Wissen rund um Gesundheit, Medizin, Ernährung und Fitness an ihre Leserinnen und Leser weiter.
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