Cluster-Kopfschmerzen: Ursachen, Symptome & Behandlung
© hobo_018/iStock / Getty Images Plus
(0)

Cluster-Kopfschmerzen: Ursachen, Symptome & Behandlung

Cluster-Kopfschmerzen, auch Bing-Horton-Kopfschmerzen genannt, zeigen sich durch anfallsartige, heftige Kopfschmerz-Attacken. Diese Attacken können bei den Betroffenen bis zu acht Mal am Tag auftreten. Das Schmerzzentrum liegt im Bereich der Augenhöhle und der Schläfe. Cluster-Kopfschmerz: Das sollten Sie wissen.

Was sind Cluster-Kopfschmerzen?

In Deutschland ist etwa jeder Tausendste von Cluster-Kopfschmerzen betroffen, also mehr als 82.000 Menschen. Männer sind dreimal häufiger betroffen als Frauen. Der Name dieser Kopfschmerzart leitet sich vom englischen Begriff „Cluster“ (Haufen) ab. Der Begriff Cluster-Kopfschmerz beschreibt eine Häufung starker Kopfschmerz-Attacken.

Über Wochen und Monate hinweg werden Betroffene von bis zu acht Attacken pro Tag heimgesucht. Für sie bedeutet das eine starke Einschränkung ihres Alltags und ihrer Lebensqualität. Bei einem Cluster-Kopfschmerz sprechen Ärzte von einem chronischen Verlauf, wenn die Cluster-Attacken länger als ein Jahr ohne kopfschmerzfreie Zeiten oder mit einer nur kurzfristigen kopfschmerzfreien Zeit von weniger als 14 Tagen auftreten. Gehen Sie mit starken Kopfschmerzen immer zu einem Arzt. Ein Allgemeinmediziner oder Internist ist ein guter Ansprechpartner.

Cluster-Kopfschmerzen: Ursachen für den intensiven Schmerz

Cluster-Kopfschmerzen gehören zu den primären Kopfschmerzen. Primären Kopfschmerzformen gelten als eigene Erkrankung und haben ihre Ursache direkt im Gehirn. Die Schmerzen treten ohne erkennbare körperliche Auslöser auf. Warum Menschen an Cluster-Kopfschmerzen erkranken, ist bisher nicht abschließend geklärt. Experten vermuten eine Störung im Hirnstoffwechsel, genauer: überaktive Nervenzellen im Gehirn, die auch für den Tag-Nacht-Rhythmus verantwortlich sind. Das würde erklären, warum die Cluster-Attacken oft wenige Stunden nach dem Einschlafen oder in den frühen Morgenstunden auftreten. Erbliche Einflüsse sind ebenfalls denkbar. Meist treten die Schmerzschübe zum ersten Mal zwischen dem 20. und dem 40. Lebensjahr auf.

Um die Schmerz-Attacke auszulösen, braucht es bestimmte Trigger. Diese variieren von Patient zu Patient. Zu den häufig auslösenden Faktoren von Cluster-Kopfschmerzen gehören:

  • bestimmte Gerüche
  • bestimmte Lebensmittelzusätze
  • flackerndes oder grelles Licht
  • Lärm
  • Alkohol
  • Aufenthalt in Höhen
  • bestimmte Medikamente (beispielsweise Mittel bei koronarer Herzkrankheit)

Die meisten Patienten mit Cluster-Kopfschmerzen wissen, welche Trigger bei ihnen die Schmerz-Attacken auslösen. Sie versuchen, diese weitestgehend zu vermeiden. So können sie die Häufigkeit der Schmerzschübe senken.

Schmerz und tränendes Auge: Cluster-Kopfschmerz-Symptome

Die Schmerz-Attacken sind für die Betroffenen sehr quälend. Sie werden als heftig bohrend, stechend und brennend beschrieben. Die Betroffenen haben das Gefühl, „als würde jemand eine heiße Nadel durch das Auge in den Kopf bohren“. Auf einer Schmerzskala von eins bis zehn stufen Neurologen den Cluster-Kopfschmerz zwischen neun und zehn ein. Zu den Symptomen des Cluster-Kopfschmerzes gehören:

  • einseitige, heftige Schmerzen im Bereich der Augenhöhle und der Schläfenregion
  • tränendes und gerötetes Auge
  • hängendes Augenlid
  • gerötetes Gesicht
  • laufende Nase
  • verstopfte Nase
  • Unruhe
  • erhöhte Lichtempfindlichkeit
  • erhöhte Geräuschempfindlichkeit
  • Schwitzen im Gesicht

Eine Schmerz-Attacke kann zwischen 15 Minuten bis zu drei Stunden andauern. Häufig setzen die Attacken immer zur gleichen Uhrzeit ein. Viele Patienten werden etwa zwei Stunden nach dem Einschlafen von den Schmerzen geweckt oder der Schmerz kommt in den frühen Morgenstunden.

Die Schmerzanfälle können von Episoden durchbrochen werden, in denen die Betroffenen frei von Beschwerden sind. Diese Zeiträume können mehrere Monate und sogar Jahre andauern. Irgendwann treten dann erneute Schmerzattacken auf. Bei vielen Betroffenen treten die Schmerzepisoden im Frühjahr und im Herbst auf.

Cluster-Kopfschmerzen behandeln: mit und ohne Medikamente

Eine wichtige Säule der Cluster-Kopfschmerz-Behandlung ist das Vermeiden bestimmter Trigger. Betroffene, die wissen, dass sie empfindlich auf Sonne reagieren, tragen meist eine Sonnenbrille. Wer Alkohol nicht verträgt, verzichtet. Doch nicht immer lassen sich die Trigger umgehen. Daher sind Medikamente die zweite wichtige Säule in der Cluster-Kopfschmerz-Therapie.

Vorbeugung: Der am häufigsten zur Vorbeugung der Attacken eingesetzte Wirkstoff ist laut der Deutschen Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft e.V. (DMKG) Verapamil in der Dosierung von drei bis vier Mal 80 Milligramm täglich. Kortison und Lithium gehören ebenfalls zu den vorbeugenden Cluster-Kopfschmerz-Medikamenten. 

Akutbehandlung: Während einer akuten Schmerz-Attacke ist der DMKG zufolge Sumatriptan das Mittel der Wahl, da es als Spritze direkt und unter Umgehung des Magen-Darm-Traktes verabreicht werden kann. Ein Sauerstoffgerät mit Atemmaske gehört ebenfalls zu den häufigen Behandlungsmaßnahmen von akuten Cluster-Kopfschmerzen.

Disclaimer: Dieser Text enthält nur allgemeine Hinweise und ist nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung geeignet. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Alle individuellen Fragen, die Sie zu Ihrer Erkrankung oder Therapie haben, besprechen Sie mit Ihrem behandelnden Arzt.

Profilbild von Ann-Kathrin Landzettel
Autor/-in
Ann-Kathrin Landzettel

Ann-Kathrin Landzettel M. A. ist Gesundheitsjournalistin aus Leidenschaft. Vor allem zwei Fragen treiben die geprüfte Gesundheits- und Präventionsberaterin an: Wie können wir lange gesund bleiben – und wie im Krankheitsfall wieder gesund werden? Antworten findet sie unter anderem im intensiven Austausch mit Ärztinnen und Ärzten sowie in persönlichen Gesprächen mit Patientinnen und Patienten. Seit fast zehn Jahren gibt sie dieses Wissen rund um Gesundheit, Medizin, Ernährung und Fitness an ihre Leserinnen und Leser weiter.

 

https://www.ann-kathrinlandzettel.de

Wie finden Sie diesen Artikel?