Gürtelrose: Symptome und Ursachen
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Gürtelrose: Symptome und Ursachen

Bei einer Gürtelrose sind die Symptome schmerzhaft, heilen jedoch in den meisten Fällen rückstandslos wieder ab. Welche Ursachen die Krankheit hat, bei welchen Anzeichen Sie einen Arzt aufsuchen sollten und welche Komplikationen auftreten können, erklären wir Ihnen hier.

Die Ursachen für die Erkrankung

Niemand bekommt eine Gürtelrose, ohne dass er zuvor an Windpocken gelitten hat. Es handelt sich also um eine sogenannte Zweiterkrankung, die auf das Varicella-Zoster-Virus zurückzuführen ist. Beim ersten Befall löst das Virus immer Windpocken aus – diese Krankheit bekommen die meisten Menschen im Kindesalter. Das Virus gehört zur Gruppe der Herpes-Viren und hat die unangenehme Fähigkeit, ein Leben lang im Körper desjenigen zu bleiben, der einmal damit infiziert worden ist. Manche Leute bekommen übrigens Windpocken ohne Symptome; sie wissen nicht, dass sie das Virus in sich tragen.

Nachdem die Windpocken abgeheilt sind, nistet sich das Virus in Nervenknoten nahe dem Rückenmark ein, sogenannten Spinalganglien, oder in solchen des Gehirns, den Hirnganglien. Hier verbleibt es ruhig, bis sich schließlich die Umstände dergestalt ändern, dass es wieder eine Chance auf Vermehrung hat. In einem Moment, in dem das Immunsystem sehr geschwächt ist, wird das Virus reaktiviert, vermehrt sich und dringt in die Nervenzellen in seiner Umgebung ein. Fast sofort treten die ersten Symptome der Gürtelrose auf. Die Ursachen der Krankheit setzen sich also zusammen aus dem Varicella-Zoster-Virus und einem geschwächten Immunsystem.

Die inaktiven Viren beginnen längst nicht bei allen Menschen wieder mit der Vermehrung. Ein gesundes Immunsystem weiß sie gut in Schach zu halten: Während der Windpocken wurden schließlich Antikörper gebildet. Wer allerdings krankheitsbedingt ein angeschlagenes Immunsystem hat oder Medikamente nimmt, die die Immunreaktion unterdrücken, der ist gefährdet. In den meisten Fällen sind ältere Menschen betroffen, weil die körpereigene Abwehr mit den Jahren immer weniger gut funktioniert. Auch besonders großer Stress, Traumata und UV-Strahlung stehen in Verdacht, den Krankheitsausbruch zu begünstigen.

Die Symptome der Gürtelrose

Je nach Stadium der Gürtelrose sind die Symptome unterschiedlich. Direkt nach Ausbruch der Erkrankung fühlen die Betroffenen sich insgesamt krank und abgeschlagen, manche haben auch leichtes Fieber. Eine bestimmte Körperstelle beginnt zu schmerzen – das ist die Stelle, die von den Nervenzellen versorgt wird, in denen sich die Viren eingenistet haben. In mehr als der Hälfte aller Fälle sind Partien der Brust und des Bauchs davon betroffen, aber tatsächlich kann die Krankheit am ganzen Körper auftreten. Betroffene beschreiben die Schmerzen als stark und brennend.

Einige Tage nach dem Ausbruch der Gürtelrose treten weitere Symptome auf: Die Haut rötet sich an den schmerzenden Stellen und schwillt leicht an. Es bilden sich kleine, oft in Gruppen angeordnete Knötchen, die innerhalb von wenigen Tagen zu Bläschen werden. Meist haben sie die Größe eines Stecknadelkopfes, aber es gibt auch solche, die bis auf Erbsengröße anwachsen. Diese Symptome der Gürtelrose können mit einem Juckreiz einhergehen – aber Vorsicht, hier gilt schon wie bei den Windpocken: Kratzen Sie sich nicht! Es bleiben sonst Narben zurück. Die Bläschen sind mit einer wässrigen oder auch blutigen Flüssigkeit gefüllt, die infektiös ist. Nach einigen Tagen platzen sie und vernarben. Bis alle Symptome der Gürtelrose wieder abgeklungen sind, vergehen bis zu vier Wochen. Bei manchen Menschen bleiben Narben oder Hautverfärbungen von dem Ausschlag zurück.

Wenn Komplikationen auftreten

Zeigen sich die Symptome der Gürtelrose am Oberkörper, den Armen oder den Beinen, geht die Krankheit in den meisten Fällen glimpflich aus. Tritt sie allerdings am Kopf oder an den inneren Organen auf, kann sie gefährlich werden. Bilden sich die Bläschen etwa im Auge, können Sehstörungen zurückbleiben. In besonders schweren Fällen kommt es sogar zur Erblindung. Befällt der Ausschlag das Ohr, tritt bei annähernd 60 Prozent der Betroffenen eine Gesichtslähmung auf, teilweise auch erst deutlich nach dem eigentlichen Ende der Krankheit. Die Lähmung kann sich wieder ganz zurückbilden, muss es aber nicht. Für die Gesichtslähmung kann auch ein Auftreten der Symptome von Gürtelrose am Hals verantwortlich sein.

Im Fall einer umfassenden Immunschwäche kann es vorkommen, dass sich die Krankheit auf die inneren Organe ausdehnt. Das kann lebensgefährlich werden. In besonders seltenen Fällen wird das Gehirn in Mitleidenschaft gezogen: Hier kann die Krankheit eine Hirn- oder Hirnhautentzündung hervorrufen, die ebenfalls tödlich enden kann. Grundsätzlich sollten Sie sofort einen Arzt aufsuchen, wenn der Verdacht auf Gürtelrose besteht – je eher die Behandlung beginnt, desto besser.

Disclaimer: Dieser Text enthält nur allgemeine Hinweise und ist nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung geeignet. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Alle individuellen Fragen, die Sie zu Ihrer Erkrankung oder Therapie haben, besprechen Sie mit Ihrem behandelnden Arzt.

SM
Autor/-in
Sascha Müller
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