Erste Hilfe bei Durchfall: Ausreichend Flüssigkeit
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Erste Hilfe bei Durchfall: Ausreichend Flüssigkeit

Cola und Salzstangen bei Durchfall? Verzichten Sie lieber darauf. Es gibt wesentlich bessere Mittel, mit denen sich bei Groß und Klein schnelle Linderung verschaffen lässt. Wir geben Ihnen einige Tipps, mit denen Sie Erste Hilfe bei Durchfall leisten können.

Kein Durchfall ist auch keine Lösung

Auch wenn es befremdlich klingt: Der Körper denkt sich etwas dabei, wenn er die Schleusen öffnet. Das soll Krankheitserreger und Giftstoffe aus dem Körper spülen. Besonders zu Beginn der Erkrankung ist es kontraproduktiv, sofort Durchfalltabletten einzunehmen. Tun Sie das nur im Notfall und lassen Sie den Darm seine Arbeit machen.

Wichtig: Auf ausreichende Flüssigkeitszufuhr achten!

Viel trinken ist bei Durchfall dringend erforderlich, um Flüssigkeitsverluste auszugleichen. Verwenden Sie am besten stilles Wasser - Kohlensäure regt den Darm nur unnötig auf - oder Tee. Vermeiden Sie Kaffee, Cola und Limonade, die mit Koffein und Zucker unzuträglich sind. Trinken Sie möglichst viel, damit der Darm genug zum Spülen hat. Besonders empfehlenswert ist Tee mit Fenchel, Anis und Kümmel. Er beruhigt das Rumoren im Bauch und wirkt schmerzlindernd. Gießen Sie ein oder zwei Teelöffel der Mischung mit heißem Wasser auf und lassen Sie den Tee fünf Minuten ziehen. Decken Sie dabei die Tasse ab, damit die ätherischen Öle nicht verdampfen. Ebenfalls beruhigend wirken Tees aus Salbei, Kamille und Pfefferminz. Lassen Sie auch hier die ätherischen Öle nicht flüchten. Ohne diese wirken Tees aus Brombeer- oder Himbeerblättern. Etwas ungewöhnlicher ist ein Tee aus getrockneten Heidelbeeren. Während frische Heidelbeeren abführend wirken, hat der Aufguss der trockenen Waldfrüchte einen gegenteiligen Effekt. Sie erhalten die getrockneten Beeren in Ihrer Apotheke.

Gleichen Sie den Elektrolytverlust aus!

Bei Durchfall geht nicht nur Wasser verloren, sondern auch jede Menge Elektrolyte. Um dem entgegenzuwirken, gibt es spezielle Elektrolytlösungen aus der Apotheke. Solche Präparate haben eine ausgewogene Zusammensetzung, die mit Hausmitteln aus Salz, Zucker, Backpulver und anderen Zutaten nur schwer zu erreichen ist.

Was ebenfalls gut funktioniert und zugleich den Hunger stillt, sind klare Brühen. Nichts geht gegen über eine selbstgemachte Hühner- oder Gemüsebrühe, aber zur Not tut es auch eine aus dem Glas.

Auch wenn es schwerfällt: Essen Sie etwas!

Essen Sie eine Kleinigkeit, selbst wenn Ihnen nicht danach zumute ist. Am besten beschränken Sie sich auf den altbewährten Zwieback (trinken nicht vergessen!) oder Haferschleim, den Sie mit Wasser und Brühe, nicht mit Milch kochen sollten. Oder essen Sie gekochten Reis. Vielfach wird bei Durchfall Karottensuppe empfohlen. Kochen Sie das Wurzelgemüse in Brühe und zerkleinern Sie es anschließend, vorzugsweise mit einem Stabmixer.

Unterstützen Sie den Darm beim Putzen!

Gerade bei bakteriellen Infektionen ist Aktivkohle ein hervorragendes Mittel, um Keime und ihre Giftstoffe zu binden. Einige Tabletten sollten Sie immer in Ihrer Hausapotheke haben. Einen ähnlichen Effekt hat Heilerde. Der mineralstoffreiche Löss ist geschmacklich nicht jedermanns Sache, sodass Sie am besten auf Kapseln zurückgreifen.

Ein weiteres probates Mittel ist Indischer Flohsamen, ein naher Verwandter des Spitzwegerichs. Seine fein gemahlenen Samenschalen zeichnen sich durch hohes Quellvermögen aus. Ein knapper Teelöffel davon bildet in einem Glas Wasser in kürzester Zeit eine geleeartige Masse. Tun Sie einen Schluck Saft darunter, dauert das etwas länger und die Masse schmeckt angenehmer. Oder verwenden Sie Kapseln. Trinken Sie auch hier viel, damit die Flohsamenschalen quellen können.

Wann Sie mit Durchfall zum Arzt gehen sollten

Bitte suchen Sie unbedingt einen Arzt auf, wenn sich der Durchfall bei Ihnen oder Ihrem Sprössling nicht innerhalb von zwei oder drei Tagen wesentlich bessert. Gleiches gilt, wenn hohes Fieber und/oder Blut im Stuhl hinzukommen. Besonders bei Kleinkindern sollten sie auf ausreichende Flüssigkeitszufuhr achten und gegebenenfalls medizinische Hilfe in Anspruch nehmen.

Disclaimer: Dieser Text enthält nur allgemeine Hinweise und ist nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung geeignet. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Alle individuellen Fragen, die Sie zu Ihrer Erkrankung oder Therapie haben, besprechen Sie mit Ihrem behandelnden Arzt.

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