Erste Hilfe: Was tun bei einem Wespenstich?
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Erste Hilfe: Was tun bei einem Wespenstich?

Gerade im Spätsommer ist es schnell passiert: Eine unvorsichtige Bewegung und die Wespe sticht zu. Ein Wespenstich juckt, ist schmerzhaft und schwillt oft an. Lesen Sie hier, was Sie tun können, um in so einem Fall Erste Hilfe zu leisten.

Wespenstich: Vorsicht bei allergischen Reaktionen

Hat die Wespe zugestochen, lautet die erste Maßnahme, Ruhe bewahren und in Erfahrung bringen, ob bei der betroffenen Person möglicherweise eine allergische Reaktion auftreten könnte. Etwa drei bis fünf Prozent der Bevölkerung reagieren allergisch auf Insektenstiche. Ein Wespenstich kann bei diesen Menschen zu schweren allergischen Symptomen bis hin zum allergischen Schock führen. Bemerken Sie nach einem Stich starke, sich ausbreitende Rötungen, schwellen die Lippen an oder leidet der Betroffene danach unter Fieber und Schüttelfrost, Atemnot oder Herzrasen, sollte er sofort einen Arzt aufsuchen, am besten sogar gleich den Notarzt rufen. Eine solche allergische Reaktion tritt meist bereits in der ersten halben Stunde nach dem Stich auf. Wissen Sie, dass Sie unter einer Insektengiftallergie leiden, sorgt es für zusätzliche Sicherheit, während der Sommersaison stets Antihistamintabletten oder Präparate mit Kortison bei sich zu führen.

Kühlen hilft gegen die Schwellung

Liegt keine allergische Reaktion vor, können Sie mit Hausmitteln Erste Hilfe leisten. Kühlen Sie den Wespenstich, das lindert den Schmerz und lässt die Schwellung zurückgehen. Dafür verwenden Sie am besten Eis oder ein Kühlpack aus dem Gefrierfach. Wickeln Sie diese Kühlelemente in ein Handtuch, sodass sie nicht direkt in Kontakt mit der Haut kommen. Wird es zu kalt, können Sie die Schmerzen des Wespenstichs sonst noch verschlimmern. Länger als 15 Minuten sollte ein Wespenstich zudem nicht am Stück gekühlt werden, um Schädigungen der Haut zu vermeiden.

Nach 24 bis 72 Stunden kann ein Wespenstich noch einmal deutlich anschwellen. Auch hier hilft Kühlen. Beginnt die Schwellung zu schmerzen oder treten Gefühlsstörungen auf, sollten Betroffene jedoch einen Arzt aufsuchen.

Mit Hitze gegen den Juckreiz

Mit einem sogenannten Stichheiler aus der Apotheke, der die Haut an der Stichstelle auf etwa 50 Grad erhitzt, kann die Wirkung des Insektengiftes ebenfalls reduziert werden. Durch die Hitze zerfallen die Proteine, aufgrund derer es zur Reaktion des Körpers auf den Wespenstich kommt. Schwellung und Juckreiz gehen zurück. Um eine Wirkung zu erzielen, müssen Sie den Keramikkopf des Stichheilers etwa drei bis sechs Sekunden an den Stich halten.

Hausmittel: Spucke und Zwiebeln

Ein altbekanntes Hausmittel gegen Insektenstiche ist es, die Stichstelle mit Spucke einzureiben. Wenn der Speichel verdunstet, entsteht ein Kühleffekt, der Schmerz oder Juckreiz leicht lindern kann. Ähnlich wirkt das feuchte Fruchtfleisch einer aufgeschnittenen Zwiebel, das zusätzlich noch eine leicht desinfizierende Wirkung besitzt. Auch wenn viele Menschen berichten, dass ihnen diese Hausmittel nach einem Wespenstich Linderung verschafft haben, ist die Wirkung noch nicht durch fundierte Studien belegt worden.

Das Gift aussaugen

Die Stichstelle auszusaugen, um das Insektengift aus dem Organismus zu entfernen, lindert die Symptome eines Wespenstichs in den meisten Fällen nur geringfügig. In der Regel schließt sich der Stichkanal zu schnell und das Gift hat sich bereits im Gewebe verteilt, sodass beim Saugen nur geringe Mengen aus dem Körper entfernt werden. Wer diese Methode dennoch ausprobieren möchte, sollte das Gemisch aus Wespengift und Speichel, dass sich danach im Mund sammelt, auf jeden Fall ausspucken, statt es herunterzuschlucken. Es könnte sonst über die Schleimhäute anderweitig im Körper aufgenommen werden. Eine manuelle Alternative zum Aussaugen sind sogenannte Saugstempel, die Sie zum Beispiel in der Apotheke erhalten. Mit diesen Hilfsmitteln können Sie das Gift ebenfalls aus dem Wespenstich pumpen.

Disclaimer: Dieser Text enthält nur allgemeine Hinweise und ist nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung geeignet. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Alle individuellen Fragen, die Sie zu Ihrer Erkrankung oder Therapie haben, besprechen Sie mit Ihrem behandelnden Arzt.

CK
Autor/-in
Christopher Kiel
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