Erste-Hilfe-Maßnahmen: Lebensrettendes Wissen für den Notfall
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Erste-Hilfe-Maßnahmen: Lebensrettendes Wissen für den Notfall

Wenn Sie einen Unfall beobachten oder jemand neben Ihnen zusammenbricht, können Erste-Hilfe-Maßnahmen Leben retten. Hier erfahren Sie, wie Sie Notfälle schnell erkennen, was Sie selbst tun können, und wie Sie die Rettungskräfte richtig informieren.


Sofortige Erste-Hilfe-Maßnahmen: Was tun?


Im Notfall zählt jede Sekunde, dennoch sollten Sie unbedingt Ruhe bewahren, bevor Sie unüberlegt handeln. Befindet sich der Notfallpatient in einer Gefahrenzone, zum Beispiel nach einem Autounfall, sollten Sie die Unfallstelle sichern und ihn vorsichtig außer Gefahr bringen. Danach setzen Sie den Notruf ab und alarmieren die Rettungskräfte. Kehren Sie dann zur verletzten oder kranken Person zurück, trösten und beruhigen Sie sie und sprechen Sie ihr Mut zu. Außerdem sollten Sie kontrollieren, ob alle lebenswichtigen Funktionen erhalten sind und die Person mit einer Decke oder Jacke vor Unterkühlung schützen.


Ist die Person verwundet, müssen Sie außerdem das Blut stillen, fehlen wichtige Lebenszeichen, ist unter Umständen eine Herz-Lungen-Wiederbelebung mit Mund-zu-Nase- oder Mund-zu-Mund-Beatmung nötig. Bewusstlose Notfallpatienten sollten Sie in die stabile Seitenlage bringen und Knochenbrüche müssen Sie ruhigstellen. Wie diese Erste-Hilfe-Maßnahmen im Detail vonstattengehen, können Sie auf der Homepage vom Deutschen Roten Kreuz (DRK) nachlesen. Dort finden Sie auch eine Rotkreuz-App zum Herunterladen, damit Sie im Bedarfsfall auf Ihrem Smartphone alles Nötige nachschauen können.


Notruf absetzen: Welche Informationen brauchen Rettungskräfte?


Während Sie die Rettungskräfte rufen, sollten Sie den Patienten nicht alleine lassen. Am besten rufen Sie über Ihr Handy die 112 an; ist dies nicht möglich, suchen Sie ein Notruf-Telefon oder eine Notrufsäule in Ihrer Nähe oder eine Polizei- und Feuerwehrrufsäule. Beachten Sie die sogenannten fünf W, wenn Sie die Rettungskräfte erreicht haben:


  1. Wo ist der Notfall?
  2. Was ist passiert?
  3. Welche Verletzungen und Symptome hat der Betroffene?
  4. Wie viele Betroffene gibt es?
  5. Warten Sie, ob Rückfragen kommen.

All diese Informationen sind für die Rettungskräfte wichtig, damit Sie genau wissen, wo sie hinmüssen, was sie dafür mitnehmen müssen und wie sie dann vorgehen. Nur dann können sie den kranken oder verletzten Personen schnellst- und bestmöglich helfen.


Schlaganfall und Herzinfarkt: Erkennen, ob jemand Hilfe braucht


Doch nicht nur bei Unfällen müssen Sie die Rettungskräfte rufen, auch bei einem Schlaganfall oder Herzinfarkt sollten Sie umgehend den Notruf wählen. Sagen Sie den Experten, dass Sie einen Schlaganfall oder Herzinfarkt vermuten. Die Symptome für einen Schlaganfall lassen sich mit dem Kürzel “FAST” merken, die die Anfangsbuchstaben der folgenden englischen Begriffe darstellen:


  • Face: Schauen Sie auf das Gesicht des Patienten; eine einseitige Lähmung gehört zu den Warnzeichen.
  • Arms: Kann der Betroffene beide Arme hochheben? Wenn nicht, ist das ein weiteres Indiz für einen Schlaganfall.
  • Speech: Ist die Sprache des Patienten undeutlich und verwaschen? Der Verdacht auf einen Schlaganfall erhärtet sich.
  • Time: Treffen die Symptome zu, verlieren Sie keine Zeit und rufen Sie Hilfe.

Wie Sie einen Herzinfarkt erkennen, können Sie sich mit dem Kürzel “PULSE” einprägen – auch hier stehen die Buchstaben für die englischen Begriffe:


  • Pain: Schmerzen in der Brust, die seit fünf Minuten andauern. Bauchschmerzen, Rückenschmerzen oder Armschmerzen sowie ein Engegefühl können dazukommen.
  • Upset Stomach: Übersetzt bedeutet das “Magenverstimmung” und bedeutet, dass Übelkeit, Erbrechen und Bauchschmerzen im Rahmen eines Herzinfarkts auftreten können.
  • Lightheadedness: Benommenheit ist ein weiteres Warnzeichen für einen Herzinfarkt.
  • Shortness of breath: Atemnot oder Schwierigkeiten beim Atmen sind ebenfalls alarmierend.
  • Excessive sweating: Exzessives Schwitzen mit kaltem Angstschweiß und Blässe deuten auf einen Herzinfarkt hin.

Achtung! Ein Herzinfarkt bei Frauen äußert sich unter Umständen anders als bei Männern – die Symptome können subtiler und unspezifischer ausfallen. Beim kleinsten Verdacht sollten Sie daher nicht zögern und lieber einmal zu viel den Notruf wählen.


Lebenszeichen kontrollieren: Darauf müssen Sie achten


Für die Rettungskräfte und die geeigneten Erste-Hilfe-Maßnahmen ist es zudem wichtig zu wissen, ob der Betroffene noch ansprechbar ist oder sonstige Lebenszeichen zu erkennen sind. Schauen Sie die Person also genau an, wenn Sie an eine Unfallstelle kommen oder jemand neben Ihnen zusammenbricht: Ist die Atmung normal? Kann der Patient husten? Kann er sich noch normal bewegen? Reagiert er, wenn Sie ihn ansprechen? Wenn nicht, fangen Sie nach Absetzen des Notrufs schon einmal mit Erste-Hilfe-Maßnahmen wie stabile Seitenlage, Beatmung und Herz-Lungen-Wiederbelebung an, während Sie auf die Rettungskräfte warten. Wenn die Lebenszeichen in Ordnung erscheinen, leisten Sie der Person trotzdem Gesellschaft und reden ihr gut zu, bis die Retter eintreffen.


Schockzustand oder akuter Rausch: Anzeichen erkennen


Stehen Menschen unter Schock, wird Ihr Körper nicht mehr optimal mit Blut versorgt. Sie zeigen daher Symptome wie Blässe und eine kalte, schweißnasse Haut, Schüttelfrost, Nervosität, Angst und Unruhe, später aber auch Teilnahmslosigkeit. Sprechen Sie die Betroffenen an und überprüfen Sie die Lebenszeichen. Legen Sie sie am besten mit erhöhten Beinen hin und decken sie warm zu, damit sie nicht auskühlen, und lassen Sie sie nicht aus den Augen.


Durch Drogen oder zu viel Alkohol, aber auch Entzugserscheinungen können Menschen einen akuten Rausch erleben, der lebensgefährlich werden kann. Den Notruf wählen sollten Sie, wenn Personen zittern, delirieren und halluzinieren, eine ängstliche Überwachheit zeigen oder schlimmstenfalls kollabieren. Hier müssen Sie besonders vorsichtig und besonnen vorgehen, denn es gilt, die Betroffenen weder zu erschrecken, noch sich selbst in Gefahr zu bringen – etwa bei Kurzschlussreaktionen durch Panik der Betroffenen. Bleiben Sie ruhig und freundlich, vermeiden Sie plötzliche Bewegungen und halten Sie sich zunächst auf Abstand. Versuchen Sie, für eine ruhige Umgebung zu sorgen und die Person abzuschirmen. Sprechen Sie andere Passanten an, damit diese die 112 anrufen, während Sie auf den Betroffenen aufpassen.

Disclaimer: Dieser Text enthält nur allgemeine Hinweise und ist nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung geeignet. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Alle individuellen Fragen, die Sie zu Ihrer Erkrankung oder Therapie haben, besprechen Sie mit Ihrem behandelnden Arzt.

SM
Autor/-in
Sascha Müller
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