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Achtung Hautpilz: 5 häufige Pilzerkrankungen des Körpers
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Achtung Hautpilz: 5 häufige Pilzerkrankungen des Körpers

Pilze besiedeln den menschlichen Körper vor allem in Form von Hautpilzen. Manche Hautpilzerkrankungen sind lange unauffällig, etwa Fußpilz. Andere Pilzkrankheiten zeigen früh unangenehme Symptome, etwa Scheidenpilz. Fünf Pilzerkrankungen des Körpers, die Sie kennen sollten.

Was sind Hautpilze?

Hautpilze kommen in der Umgebung, auf der Haut und im Körper ganz natürlich vor und verursachen meist keine Beschwerden. Zu den Hautpilzarten, die beim Menschen unangenehme Symptome verursachen können, gehören Fadenpilze, Hefepilze sowie Schimmelpilze. Erkrankungen lösen Hautpilze dann aus, wenn sie sich zu stark vermehren, etwa im Darm, auf schwitzender, aufgequollener Haut, in Lebensmitteln wie Brot, Obst und Gemüse oder auf Oberflächen in Saunen, Schwimmbädern und im eigenen Bad.

Wie vermehren sich Hautpilze?

Besonders wenn das Immunsystem und die Hautbarriere geschwächt sind, können krankmachende Pilze Haut und Körper besiedeln und Pilzerkrankungen (Mykosen) auslösen. Die Pilze vermehren sich, indem sie Sporen bilden oder sich teilen. Eine Vermehrung bleibt häufig lange unerkannt, da sie nicht immer auffällige Symptome zeigt.

  • Hefepilze: Hefepilze, meist Candida albicans, werden oft auf Schleimhäuten zum Problem, etwa im Intimbereich, wo sie bei Frauen immer wieder Scheidenpilzerkrankungen (Kolpitis) und bei Männern Entzündungen der Vorhaut und Eichel (Balanitis candidomycetika) auslösen. Kinder erkranken oft an Mundsoor.
  • Fadenpilze (Dermatomykosen): Befallen häufig Füße und Nägel. Fadenpilze (Dermatophyten) sind unter anderem für Fußpilz (Tinea pedis) und Nagelpilz (Onychomykose) verantwortlich.
  • Schimmelpilze: Gelangen meist über Nahrung in den Körper. Dort bilden sie giftige Stoffwechselprodukte, sogenannte Mykotoxine, die gesundheitsschädlich sind. Pilzsporen können aber auch eingeatmet werden, etwa wenn ein Schimmelbefall in der Wohnung vorliegt.

Fußpilz: Oft lange unbemerkt

Fußpilz, medizinisch Tinea pedis, gehört zu den Hautpilzen (Dermatomykosen) und ist ansteckend. In den meisten Fällen ist der Fadenpilz Trichophyton rubrum der Auslöser der Fußpilzerkrankung. Seltener sind andere Fadenpilze, Hefe-, Spross- und Schimmelpilze die Fußpilz-Ursache. Fußpilz bildet sich zumeist in den Zehenzwischenräumen – vor allem zwischen kleinem Zeh und benachbarten Zeh. Dort ist es eng und feucht. Zu Beginn verursacht Fußpilz meist keine Beschwerden. Später kommen Juckreiz, Rötungen und Schuppung hinzu. Dermatologen empfehlen, auf trockene Stellen an den Füßen zu achten, die auch bei regelmäßigem Cremen nicht verschwinden.

Fußpilz: Wann zum Arzt?

Auffällig wird Fußpilz oft erst dann, wenn er sich bereits weiter ausgebreitet hat. Fußpilz kann die Nägel befallen (Onychomykose). Die Nägel sind dann weißlich oder gelblich verfärbt und splittern leicht. Die Nagelpilz-Behandlung ist besonders langwierig, da sich die Pilzsporen im und unter dem Nagel vermehren, wo Medikamente nur schwer hinkommen. Unbehandelt droht der Befall anderer Nägel und sogar deren Verlust. Bei Verdacht auf Fußpilz oder Nagelpilz sollten Sie einen Hautarzt (Dermatologen) aufsuchen. Dieser macht einen Abstrich und verschreibt bei einem Pilzbefall ein Antimykotikum. Dieses muss über mehrere Wochen hinweg regelmäßig angewendet werden, auch dann, wenn die Symptome bereits abgeklungen sind. Denn: Wird der Pilz nicht vollständig abgetötet, bricht die Pilzerkrankung erneut aus.

Schuppige Kopfhaut durch Hautpilz

Hautpilze gehören zur normalen Hautflora. Entzündungen lösen sie dann aus, wenn die Hautpilze in kleine Verletzungen und Risse in die Haut eindringen und sich dort zu stark vermehren. Auf dem Kopf zeigt sich ein Pilzbefall häufig durch juckende, brennende, gerötete und schuppende Kopfhaut. Besonders fettige Kopfhaut ist oft betroffen. Verantwortlich ist vor allem der Hefepilz Malassezia furfur, doch auch andere Pilzarten, etwa Fadenpilze (Kopfpilz) können Pilzerkrankungen der Kopfhaut verursachen. Viele sind ansteckend.

Wann mit Schuppen zum Arzt?

Leiden Sie unter trockener, juckender, schuppiger Kopfhaut, die sich mit sanften Shampoos nicht in den Griff bekommen lässt oder leiden Sie unter großen, fettigen Schuppen mit Juckreiz und Rötungen? Dann sollten Sie einen Hautarzt (Dermatologen) aufsuchen und die Ursache klären lassen. Ein Abstrich und das Anlegen einer Pilzkultur zeigen einen Befall an. Dann können zielgerichtet medizinische Shampoos verschrieben werden, welche den Pilz abtöten (Antimykotika).

Zu einem Hautarzt sollten Sie auch dann gehen, wenn Sie Entzündungen auf Ihrer Kopfhaut feststellen oder plötzlich Haarausfall auftritt. Der Besuch beim Dermatologen ist auch deshalb wichtig, da andere Hauterkrankungen hinter den Kopfschuppen und Entzündungen stecken können, etwa Neurodermitis oder Psoriasis.

Scheidenpilz und Balanitis: Juckreiz im Intimbereich ernst nehmen

Der häufigste Auslöser einer Pilzinfektion im Intimbereich (Scheidenpilz und Balanitis) ist der Hefepilz Candida albicans. Bei Scheidenpilz sind vor allem der äußere Geschlechtsbereich und die Scheide entzündet. Symptome von Scheidenpilz sind Rötungen und Schwellungen, Juckreiz, Brennen sowie ein cremiger bis bröckeliger Ausfluss.

Bei Männern zeigt sich die Pilzerkrankung im Intimbereich vor allem durch eine Entzündung von Eichel und Vorhaut (Balanitis), zu deren Symptome Rötung, Brennen und Juckreiz gehören. Pilzinfektionen im Intimbereich sind ansteckend. Candida-Gattungen gehören zur Hautflora. Pilzerkrankungen im Intimbereich werden durch folgende Faktoren begünstigt:

  • Hormonveränderungen
  • ein geschwächtes Immunsystem
  • bestimme Medikamente wie Antibiotika
  • Stoffwechselerkrankungen wie Diabetes mellitus
  • ungeschützten Geschlechtsverkehr
  • übermäßige Intimhygiene, welche die natürliche Hautschutzbarriere schwächt
  • synthetische Stoffe, welche Schwitzen begünstigen

Ist es Scheidenpilz? Wann zum Arzt?

Bei Verdacht auf Scheidenpilz oder eine Pilzerkrankung im Intimbereich des Mannes (Balanitis) sollte immer ein Arzt aufgesucht werden. Nicht nur, weil die Symptome unangenehm sind, sondern auch, weil sich die Pilzerkrankung immer weiter ausdehnen kann und zudem ansteckend ist. Frauen sollten Kontakt mit ihrem Gynäkologen aufnehmen, Männer mit ihrem Urologen.

Schimmel im Essen: Schon geringe Mengen gesundheitsschädlich

Nahrungsmittel sind häufige Brutstätten für Schimmelpilze. Haben sich Pilze in Lebensmitteln eingenistet, bilden sie Stoffwechselprodukte, sogenannte Mykotoxine, die bereits in geringen Mengen schädlich für den Menschen sein können. Zeigt beispielsweise Brot Schimmel, haben sich die Sporen bereits im gesamten Laib ausgebreitet. Daher sollte das gesamte Brot entsorgt werden. Auch Obst und Gemüse sind anfällig für Schimmelpilze, ebenso Gewürze, Nüsse, Getreide sowie tierische Produkte. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) rät daher, Lebensmittel möglichst frisch zu kaufen und rasch zu verzehren, Lebensmittel kühl und trocken zu lagern, Brotkästen regelmäßig auszuwischen, verschimmelte Lebensmittel zu entsorgen, Gewürze bald aufzubrauchen.

Verschimmelte Lebensmittel gegessen – wann zum Arzt?

Haben Sie Lebensmittel gegessen und erst später gesehen, dass diese verschimmelt waren, sollten Sie aufmerksam sein. Meist schafft es das Immunsystem, die Schimmelpilze abzutöten. Bemerken Sie nach dem Verzehr Verwirrung, Übelkeit, Erbrechen und Durchfall, sollten Sie Kontakt mit Ihrem Hausarzt (Facharzt für Allgemeinmedizin oder Facharzt für Innere Medizin) aufnehmen. Kritisch ist der Verzehr von Schimmel vor allem in größeren Mengen oder wenn die Schimmelgifte über einen längeren Zeitraum hinweg in den Körper gelangen. Die Gifte (Toxine) können unter anderem erbgutschädigend und krebserregend wirken.

Aspergillose: Schimmelpilzerkrankung der Lunge

Die Aspergillose ist eine durch Schimmelpilze verursachte Erkrankung der Lunge. Werden die Sporen des Schimmelpilzes Aspergillus eingeatmet, kann es zu einer allergischen Reaktion oder einer Infektion der Lunge bis hin zur Lungenentzündung kommen. Betroffen sind vor allem immungeschwächte Personen und Menschen mit allergischer Veranlagung. Neben der Lunge kann eine Infektion auch Nasennebenhöhlen, Ohren und seltener Haut, Leber, Herz, Nieren und das Zentralnervensystem betreffen. Der Schimmelpilz vermehrt sich in feuchter Umgebung, vor allem auf Tapeten, Stoffen, Holz, Blumenerde, Heu, aber auch auf Lebensmitteln. Größere Mengen der Pilzsporen werden vor allem bei Renovierungsarbeiten und Umbaumaßnahmen freigesetzt.

Aspergillose-Infektion erkennen und zum Arzt gehen

Zeigen sich nach Renovierungsarbeiten, Gartenarbeiten oder Arbeiten mit Heu Symptome einer Lungenentzündung (Husten, Schmerzen der Lunge, Fieber, Atemnot oder sogar blutiger Auswurf) sollten Sie sofort Kontakt mit einem Facharzt für Innere Medizin oder einem Lungenfacharzt (Pneumologen) aufnehmen und die Symptome sowie Ihren Verdacht auf eingeatmete Schimmelpilze äußern. Blut-, Röntgenuntersuchungen sowie mikrobiologische Untersuchungen helfen bei der Diagnose.

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Ann-Kathrin Landzettel M. A. ist Gesundheitsjournalistin aus Leidenschaft. Vor allem zwei Fragen treiben die geprüfte Gesundheits- und Präventionsberaterin an: Wie können wir lange gesund bleiben – und wie im Krankheitsfall wieder gesund werden? Antworten findet sie unter anderem im intensiven Austausch mit Ärztinnen und Ärzten sowie in persönlichen Gesprächen mit Patientinnen und Patienten. Seit fast zehn Jahren gibt sie dieses Wissen rund um Gesundheit, Medizin, Ernährung und Fitness an ihre Leserinnen und Leser weiter.
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