Bidet benutzen: Wozu ist es eigentlich gut?

In Teilen Südeuropas gehört das Bidet in jedes Badezimmer. Deutsche fragen sich hingegen meist: Wozu und wie soll man ein Bidet eigentlich benutzen? Erfahren Sie hier, welchen Sinn die auch als Sitzwaschbecken bezeichnete sanitäre Anlage hat.

Was ist die Funktion eines Bidets?

Das Bidet befindet sich in der Regel direkt neben der Toilette im Badezimmer und ist auch etwa in der gleichen Höhe angebracht. Allerdings ist es aufgebaut wie ein Waschbecken. Aus diesem Grund wird es auch “Sitzwaschbecken” genannt. Das Bidet dient in erster Linie der Intimpflege, daher verfügen einige Bidets zusätzlich über eine Intimdusche. Nach dem Toilettengang können Sie sich mit seiner Hilfe den After und die Intimregion säubern.

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Wie benutzt man ein Bidet?

Setzen Sie sich rittlings auf das Bidet mit dem Gesicht zur Armatur. Verschließen Sie dann den Abfluss des Sitzwaschbeckens und lassen Sie etwas lauwarmes Wasser hineinlaufen. Dann können Sie sich mithilfe eines Waschlappens oder auch nur mit den Händen den Intimbereich mit dem Wasser abspülen. Danach lassen Sie das Wasser einfach wieder abfließen und trocknen Ihren Intimbereich gründlich ab. Einige Luxusbidets besitzen einen Lufttrockner, der Ihnen Letzteres erleichtert.

Achtung! Benutzen Sie das Bidet nicht allzu oft pro Tag und verwenden Sie keine Seife, um Ihre Haut und den Intimbereich nicht unnötig zu reizen. Ansonsten haben Infektionen wie Blasenentzündungen leichtes Spiel.

Sie können das Bidet außerdem benutzen, um Ihre Füße zu waschen. Des Weiteren eignet es sich gut für eine kurze “Katzenwäsche” am Morgen:

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Haben Sie das Sitzwaschbecken wie ursprünglich vorgesehen zur Intimpflege verwendet, sollten Sie es nach der Benutzung gut reinigen. Spülen Sie es mit klarem Wasser ab und wischen Sie es mit einem Lappen trocken.

Ist das Bidet in Ihrem Badezimmer eine sinnvolle Ergänzung?

Ein Bidet im Badezimmer kann durchaus sinnvoll sein. Sie können so Ihren Intimbereich viel gründlicher reinigen als nur mit Toilettenpapier. Selbst feuchte Pflegetücher können diese Art der Intimpflege nicht ersetzen. Zumal es auch besser für die Umwelt ist, wenn Sie auf feuchte Pflegetücher verzichten.

Das Bidet ist außerdem praktisch, um empfindliche Textilien von Hand zu waschen, ohne dafür Ihr Waschbecken in Beschlag nehmen zu müssen. Sofern Sie den Platz und das Geld haben, ein Bidet in Ihr Badezimmer einzubauen, ist das also durchaus mit Vorteilen verbunden.

Kleine Geschichte des Bidets: Wo kommt es eigentlich her?

Der Begriff “Bidet” kommt aus dem Französischen und bezeichnete eine kleine, robuste Pferderasse. Es handelte sich dabei um vielseitige Nutztiere, die beispielsweise zum Transport von Waren oder für die Arbeit auf Bauernhöfen eingesetzt wurden. Da man auf die Sitzwaschbecken wie auf ein Pferd aufsteigt, nannte man diese ebenfalls Bidets.

Der französische Maler Louis Léopold Boilly verewigte ein Bidet in seinem Bild “La Toilette intime ou la Rose éffeuillée” (“Die Intimpflege oder die entblätterte Rose”).

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In Frankreich gehörten Bidets lange Zeit zur Standardausstattung in den Badezimmern, doch ihre Beliebtheit ließ um 1970 herum nach. Hauptsächlich aus Platzmangel und aufgrund von Sparmaßnahmen verzichtete man in Neubauten darauf, die Sitzwaschbecken in den Bädern einzubauen. In anderen Ländern ist es hingegen nach wie vor fester Bestandteil der täglichen Hygiene, zum Beispiel in:

  • Griechenland
  • Portugal
  • Spanien
  • Italien
  • Argentinien
  • Brasilien
  • Japan

In der Kultur nördlich gelegener Länder wie Großbritannien, den USA, aber auch Deutschland hat das Bidet jedoch traditionell keinen festen Platz. Dort betrachtete man die Sitzwaschbecken lange Zeit als etwas Anrüchiges, das seinen Platz eher in Bordellen hat als in heimischen Badezimmern.