Feng-Shui: Harmonie in den eigenen vier Wänden

Die chinesische Harmonielehre Feng-Shui begeistert auch hierzulande immer mehr Menschen. Sie beschäftigt sich mit der harmonischen Verteilung der Lebenskraft Chi in der Wohnumgebung, wobei die vorteilhafteste Inneneinrichtung und förderliche Farben nach traditionell überlieferten Gesetzmäßigkeiten bestimmt werden. Das Ergebnis: Eine Wohnlandschaft, die Wohlstand, Gesundheit und Glück verheißt – und wer möchte das nicht?

Feng-Shui: Jahrtausende alte Kunst der Raumgestaltung

Feng-Shui basiert auf der Annahme, dass alles Lebendige – worunter auch der Himmel, die Erde, Wasser und Wind verstanden werden – von der Lebenskraft Chi durchströmt und erhalten wird. Fließt das Chi ungehindert, drückt sich dies in Wohlstand, Gesundheit, Frieden und Glück aus. Wird der Fluss des Chi gehemmt oder zerstreut, kommt es zu Krankheiten, Mangel, Streit und Zerfall. Feng-Shui-Berater werden darin geschult, den Zustand des Chi an einem Ort zu ermitteln und aufzuzeigen, mit welchen Maßnahmen der Fluss der Lebenskraft optimiert werden kann. Davon sollen die Bewohner in vielerlei Hinsicht profitieren. Gesundes Wohnen ist Wohnen in Harmonie zwischen Mensch und Umwelt – dies ist einer der Leitgedanken des Feng-Shui. Die ältesten Quellen der Lehre reichen bis etwa ins Jahr 500 vor unserer Zeitrechnung zurück.

Die fernöstliche Variante der Baubiologie

Was sich für westliche Ohren esoterisch anhören mag, ist in fernöstlichen Ländern alltägliche Lebensrealität, angewandte Baubiologie und Raumpsychologie zugleich: Wohn- und Geschäftshäuser, öffentliche Plätze und sogar Grabstätten werden unter Mithilfe von Feng-Shui-Experten entworfen und errichtet. Hier wird die Harmonielehre nicht als Aberglaube abgetan, sondern als altehrwürdige Erfahrungswissenschaft verstanden und respektiert, sodass Feng-Shui-Meister in hohem Ansehen stehen. In den Westen gelangte Feng-Shui verstärkt seit der maoistischen Revolution Chinas, die die traditionellen chinesischen Weisheitslehren massiv verfolgte und viele ihrer Anhänger und Lehrer zur Emigration zwang. Gänzlich unterdrücken ließ sich die populäre Harmonielehre freilich auch in China nicht, und in anderen asiatischen Ländern wie Korea, Malaysia oder Japan erfreut sie sich ungebrochen großer Beliebtheit.

Einrichtung und Farben: Werkzeuge des Feng-Shui

Zwischen der traditionellen fernöstlichen Harmonielehre und moderner westlicher Psychologie herrscht in vielen Punkten Einigkeit, etwa wenn es um den Gebrauch von Farben in Wohn- und Arbeitsumgebungen oder ihre möglichst klare, übersichtliche Strukturierung geht. Was die Wirkung von Farben betrifft, wird jeder Raumausstatter mit farbpsychologischen Kenntnissen bestätigen, dass leuchtendes Rot sparsam eingesetzt werden sollte, blaue Farbtöne beruhigend wirken und Orangegelb belebend und anregend.

Feng-Shui geht jedoch noch weiter, indem beispielsweise Plätze ermittelt oder gestaltet werden, die für geistiges Arbeiten, Ruhe und Entspannung, Geselligkeit oder die Zubereitung von Speisen besonders förderlich sind. Außer Farben können hierzu auch Accessoires wie Spiegel, Windspiele, Paravents oder Zimmerbrunnen eingesetzt werden, die den Fluss des Chi in den Räumlichkeiten regulieren und eine harmonische Wohnatmosphäre schaffen. Vorschläge zur Einrichtung werden nach einem komplexen System von Entsprechungen ermittelt, die Himmelsrichtungen, Lebensbereiche, die traditionellen Elemente Holz, Metall, Luft, Wasser und Erde, die Organe des Körpers und viele andere Aspekte miteinander verknüpfen. Zur “Chi-Diagnostik” wird meist ein spezieller Kompass, der Lo-Pan, eingesetzt, ein traditionelles Werkzeug der Feng-Shui-Meister.

Feng-Shui-Lehren: Verschiedene Strömungen, ein gemeinsames Ziel

Bei einer Harmonielehre, die auf eine so lange Tradition zurückblicken kann wie Feng-Shui, bleibt es nicht aus, dass sich unterschiedliche Ansichten darüber entwickeln, welche Strategien am meisten Erfolg versprechen. So haben sich verschiedene Strömungen innerhalb des Feng-Shui entwickelt, die einander teilweise widersprechen. Sie sollten sich davon jedoch nicht verwirren lassen, wenn Sie sich an einen Feng-Shui-Berater wenden möchten. Letztlich zählt das Ergebnis: eine Wohnumgebung, die sich durch eine klar gegliederte Raumaufteilung, einen harmonischen Gesamteindruck und eine stimmige Kombination von Farben und Einrichtung auszeichnet. Dieses Ziel verfolgen alle Schulen des Feng-Shui gleichermaßen.

Feng-Shui-Berater finden: Erfahrung und Kompetenz

Es empfiehlt sich daher, bei der Suche nach einem kompetenten Feng-Shui-Berater nicht unbedingt auf diejenigen zu setzen, die sich auf die einzig wahre oder älteste Tradition berufen – auch Traditionen verändern sich mit der Zeit – sondern auf solche, die eine solide Ausbildung und ein Zertifikat eines anerkannten Lehrinstituts vorweisen können. Am Ende ist nicht die Methode, sondern das Ergebnis ausschlaggebend für die Zufriedenheit der Bewohner, und Erfahrung und Kompetenz sind die besten Garanten für ein gutes Ergebnis. Unter diesem Artikel finden Sie Feng-Shui-Berater in Ihrer Nähe gelistet.

Abschließende Tipps

  • Überlegen Sie sich, mit welchen Raumzonen und -wirkungen Sie unzufrieden sind, bevor Sie sich an einen Feng-Shui-Berater wenden – Ihr Raumgefühl ist eine wichtige Informationsquelle für den Berater.
  • Ziehen Sie bevorzugt solche Experten hinzu, die auf ihrer Homepage darüber informieren, wo sie ausgebildet wurden – die Bezeichnung “Feng-Shui-Berater” ist derzeit gesetzlich nicht geschützt.
  • Überlegen Sie sich vorher, welche Farben Ihnen zusagen und welche für Sie nicht in Frage kommen. So kann der Feng-Shui-Berater schneller eingrenzen, welche Lösungen sich anbieten.
  • Sie müssen keinen Einrichtungsvorschlag akzeptieren, mit dem Sie sich nicht wohlfühlen. Harmonie bedeutet auch, dass Ihre Umgebung Ihre Persönlichkeit spiegelt. Im Zweifelsfall entscheiden Sie, nicht eine traditionelle Regel, wie Behaglichkeit aussieht. Gute Feng-Shui-Berater werden Ihre Vorlieben miteinbeziehen.