Passivhaus und Co: Energieeffizient bauen

Welche Kriterien erfüllt das Passivhaus, welche das Niedrigenergiehaus und was sind Effizienzhäuser? Welches Haus wird wie gefördert, welche Möglichkeit lohnt sich für welchen Hausbauer? Erklärende Informationen sind wichtige Entscheidungshelfer.

KfW-Häuser: So sieht die Förderung aus

Das Prinzip der KfW-Förderung für Effizienzhäuser ist logisch aufgebaut: Je energieeffizienter das Haus, desto attraktiver ist der Tilgungszuschuss beim Darlehen beziehungsweise der Investitionszuschuss, wenn es sich um Eigenkapital handelt. Anhand der Referenzgrößen “Primärenergiebedarf” und “Transmissionsverlust” misst die KfW die energetische Qualität. Der Primärenergiebedarf (QP) wird auf Basis des Energiebedarfs bestimmt und gibt zusätzlich den Wert des Umweltverbrauchs an. Der Transmissionswärmeverlust beschreibt die Energieabgabe eines beheizten Gebäudes an die Umwelt. In Abhängigkeit von einem definierten Referenzhaus sind durch die Energieeinsparverordnung (EnEV) für beide Größen Grenzwerte festgelegt, wodurch die Zuordnung in den Förderstandard erfolgt.

Beispiel: Das KfW-Effizienzhaus 100 entspricht zu 100 Prozent den Vorgaben der EnEV, ein KfW-Effizienzhaus 85 verbraucht hingegen 85 Prozent der Energie des Referenzhauses.

Die Förderstufen der KfW Bankengruppe bezeichnen allgemein anerkannte Energiestandards. So darf ein KfW-Effizienzhaus 40 maximal 40 Prozent von 25 Kilowattstunden pro Quadratmeter verbrauchen. Zum Vergleich: Jährlich 70 Kilowattstunden pro Quadratmeter entsprechen sieben Litern Heizöl oder sieben Kubikmetern Erdgas.

Ab dem 1. Mai 2014 gilt die aktualisierte EnEV 2014. Die KfW Bankengruppe fördert den Kauf oder Neubau eines KfW-Effizienzhauses 70, 55 oder 40.

Energiestandard Niedrigenergiehaus

Der Begriff Niedrigenergiehaus stammt noch aus einer Zeit, in der der verbindliche Grenzwert für den maximalen Heizwärmebedarf (jährlich 70 Kilowattstunden pro Quadratmeter) deutlich unterdurchschnittlich war. Inzwischen ist das Niedrigenergiehaus nach den Anforderungen des EnEV der Standard. Jeder Neubau wird mindestens nach diesem Kriterium errichtet. Die optimale Wärmedämmung von Dach und Außenwänden ist die Grundlage dieses Hauskonzepts. Die Umwandlung eines Altbaus in ein Niedrigenergiehaus ist mithilfe entsprechender Umbauten möglich. Ein Niedrigenergiehaus ist mit einer mechanischen Be- und Entlüftungsanlage ausgerüstet. Der zulässige Primärenergiebedarf muss um 20 Prozent, der zulässige spezifische Transmissionswärmeverlust um 30 Prozent unterschritten werden. Arbeiten Sie mit Energieexperten und Fachkräften für Wärmedämmung zusammen, um diesen Energiestandard zu erreichen.

Die Arbeitsgemeinschaft für zeitgemäßes Bauen e. V. (ARGE) führt die Zertifizierung durch.

Das Passivhaus: Ausgefeilte Wärmedämmung

Aufgrund der ausgefeilten Wärmedämmung ist bei dem Baukonzept Passivhaus der Einsatz einer klassischen Gebäudeheizung in der Regel unnötig. Damit ein Haus als Passivhaus zertifiziert wird, darf der Heizwärmebedarf jährlich 15 Kilowattstunden pro Quadratmeter nicht übersteigen. Damit liegt der Heizenergieverbrauch um ein Vielfaches unter dem eines Niedrigenergiehauses. Hochwirksame Wärmedämmung in der Bodenplatte, den Außenwänden, dem Dach und spezielle Fenster halten die Wärme im Haus.

Der Energieberater informiert Sie über den aktuellen Stand der Technik. So sorgt eine intelligente Lüftungstechnik für Frischluft und eine hocheffiziente Wärmerückgewinnung macht die Wärme der Abluft wieder verfügbar. Reicht die Zuluftnachheizung als Wärmequelle aus, ist ein Gebäude ein Passivhaus. Passiv deshalb, weil der Wärmebedarf aus Quellen wie der Sonneneinstrahlung und der Abwärme von technischen Geräten und Personen gedeckt wird. Es besteht die Möglichkeit, den Standard durch Sanierungen und Umbauten zu erreichen. Folgende Grundsätze gelten für den Bau:

  • Wärmedämmung: Opake (lichtundurchlässige) Bauteile der Außenhülle unterschreiten einen U-Wert (Wärmedurchgangskoeffizient) von 0,15 W/(m²K) – pro Quadratmeter Außenfläche und Grad Temperaturunterschied gehen maximal 0,15 Watt verloren.
  • Passivhaus-Fenster: Unterschreiten einen U-Wert von 0,8 W/(m²K).
  • Lüftungswärmerückgewinnung: Mindestens 75 Prozent der Abluftwärme führt ein Wärmeüberträger der Frischluft zu.
  • Luftdichtheit: Bei einem Test mit Über- und Unterdruck von 50 Pascal muss die Leckage (Luftaustritt durch Fugen) kleiner als 0,6 Hausvolumen pro Stunde sein.
  • Wärmebrückenfreiheit: Wärmebrücken durch Anschlüsse, Ecken und Kanten müssen minimiert sein.
  • Im Gebäude herrscht im Sommer und Winter ein behagliches Klima ohne Klimaanlage oder separates Heizsystem.

Für den Bau eines Passivhauses ist eine Förderung der KfW in Höhe von fünf Prozent der Darlehenssumme möglich. Dazu muss ein Primärenergiebedarf von maximal 40 Kilowattstunden pro Quadratmeter eingehalten werden. Das Passivhaus Institut führt die Zertifizierung durch. Die Zusammenarbeit mit qualifizierten Fachkräften stellt sicher, dass die hohen Anforderungen erfüllt werden und die Zertifizierung erfolgreich ist.

Das Wesentliche zusammengefasst

  • Die KfW-Bankengruppe definiert Förderstufen für Effizienzhäuser nach Vorgaben der EnEV.
  • Je energieeffizienter das Haus, desto höher die Förderung und desto attraktiver ist die Immobilie.
  • Das Niedrigenergiehaus ist der heutige Standard, effizientere Konzepte existieren.
  • Das Passivhaus ist das Baukonzept mit dem niedrigsten Energieverbrauch.
  • Beauftragen Sie qualifizierte Bausachverständige und Energieeffizienzexperten um die Erreichung des jeweiligen Zertifikats sicherzustellen.