haus bei sonnenuntergang mit veranda und solarpanels auf dem dach
© Franck-Boston/ iStock
Letztes Update am: 

Eigenstromversorgung: Ein nachhaltiger Weg zur Energieunabhängigkeit

Der Klimawandel stellt uns vor große Herausforderungen. Für viele Menschen nimmt ein nachhaltiges Alltagsleben mittlerweile einen hohen Stellenwert ein. Einen wichtigen Beitrag zur Reduktion der Umweltbelastung stellt dabei eine nachhaltige Stromproduktion – daher wird das Thema Eigenstromproduktion immer wichtiger. Welche Energiequellen es dafür gibt, welche Vorteile die Eigenstromproduktion hat und mit welchen Herausforderungen zu rechnen ist, erläutern wir Ihnen in unserem Ratgeber.

Vorteile der eigenen Stromproduktion: Kostenersparnis und Umweltfreundlichkeit

Bei der Eigenstromproduktion wird ein Teil des benötigten Stroms eigenständig produziert – und steht damit unabhängig zu den schwankenden Energiepreisen am Markt. Das hat zur Folge, dass die Stromrechnungen bei eigens produziertem Strom geringer ausfallen. Neben den Kosteneinsparungen hat Eigenstrom außerdem einen wichtigen Nachhaltigkeitsvorteil. Denn wer Strom zum Eigenverbrauch produziert, bezieht weniger Strom aus fossilen Energiequellen und leistet damit einen Beitrag zu der Reduktion von CO2-Emissionen. Hausstrom aus Eigenproduktion wird ausschließlich über erneuerbare Energien, wie Photovoltaik und Solarenergie erzeugt.

Eigenstromversorgung und Steuern: EEG-Umlage und Stromsteuern

Im Jahr 2019 wurden weitreichende Steuerbefreiungen für Eigenstromproduzent:innen beschlossen. Die Stromsteuer entfällt bei erneuerbaren Stromanlagen mit einer Nennleistung unter 1 MW sowie hocheffizienten KWK-Anlagen unter 50 kW Nennleistung automatisch. Besitzer:innen von nicht hocheffizienten Stromanlagen unter 2 MW müssen Steuern von 2,05 Cent pro Kilowattstunde (kWh) zahlen.

Unter Umständen müssen Betreiber:innen von Eigenstromanlagen die EEG-Umlage abführen. Besitzer:innen hocheffizienter KWK-Anlagen und erneuerbarer Energien müssen 40% EEG-Umlage auf jede eigenständig produzierte Kilowattstunde (kWh) zahlen. Anlagen unter 10 kWp sind von der Umlage ausgenommen.

Quelle: IHK.de

Eigenstrom produzieren: Erneuerbare Energiequellen für die Eigenstromversorgung

Eigenstrom wird ausschließlich aus erneuerbaren Energiequellen bezogen:

Solarenergie

Die Eigenstromproduktion durch Solarenergie erfolgt durch eine Photovoltaikanlage. Diese verfügt über kleine Solarzellen, die Sonnenlicht in elektrischen Strom umwandelt. Um möglichst viel Solarstrom zu erzeugen, werden Photovoltaikanlagen für gewöhnlich auf dem Hausdach oder der Garage angebracht. Je nach Breitengrad des Standorts ist ein Neigungswinkel zwischen 20 und 45 Grad optimal. Um die eigenständige Stromproduktion mit einer Solaranlage noch effizienter zu gestalten, können Speichersysteme mit unterschiedlicher Speicherkapazität eingesetzt werden, wie etwa Dampf- oder Salzwasser-Batteriespeicher. Welche Photovoltaikanlage sich für Ihre Immobilie am besten eignet, erfahren Sie von einem:r Energieberater:in.

Dach mit Solaranlage
© photoschmidt/iStock/Getty Images Plus

Die Solaranlage ist eine besonders beliebte Methode der Eigenstromproduktion.

Windenergie

Mit der Installation einer Kleinwindkraftanlage kann ebenfalls Eigenstrom produziert werden – wenn auch begrenzt. In der Regel kann Windenergie nur für sehr kleine Eigenstromanlagen verwendet werden und wird meist als Ergänzung zu einer Photovoltaikanlage installiert. Kleinwindkraftanlagen eignen sich insbesondere zur Produktion von Ersatzstrom des Sonnenenergieverlusts im Herbst und Winter. Je nach dem, wie hoch die Kleinwindkraftanlage ist, wird eine Genehmigung fällig. Dies unterliegt den Vorschriften der jeweiligen Landesbauordnung. Informieren Sie sich darüber bei Ihrer zuständigen Gemeinde.

Dach mit Kleinwindkraftanlage und Solarpanels
© Tatiana Stepanishcheva/iStock/Getty Images Plus

Eine Kleinwindkraftanlage wird häufig als Ergänzung zur Solaranlage installiert.

Wasserkraft

Wer Eigenstrom mithilfe von Wasserkraft erzeugen möchte, kann ein sogenanntes Kleinwasserkraftwerk installieren. Kleine Wasserkraftwerke wandeln Bewegungsenergie über einen Generator und ein hydraulisches Antriebsaggregat in elektrischen Strom um. Eine der wichtigsten Voraussetzungen für ein Kleinwasserkraftwerk ist der richtige Standort. Nur wer an einem fließenden Gewässer, wie etwa einem Bach wohnt, kann eigenen Strom mit Wasserkraft erzeugen. Zudem muss für die Errichtung eines Kleinwasserkraftwerks eine Genehmigung zur Gewässernutzung erteilt werden.

Bach mit Kleinwasserkraftwerk und fließendem Wasser
© OlyaSolodenko/iStock/Getty Images Plus

Wer sich für ein Kleinwasserkraftwerk interessiert, muss an einem fließenden Gewässer wohnen.

Eigenstrom: Herausforderungen bei der autarken Stromversorgung

Investitionskosten und Amortisationsdauer

 Die Eigenstromversorgung bringt auch einige Herausforderungen mit sich. Da die Eigenstromproduktion mit der Installation einer Stromanlage einhergeht, sind Interessent:innen zu Anfangs mit hohen Investitionskosten konfrontiert. Dies kann mit den Förderungen für erneuerbare Energien allerdings ein wenig kompensiert werden. Alles zu den wichtigsten Förderungen für Energie erfahren Sie von einem:r Energieberater:in.

Eine wirtschaftliche Planung und Kalkulation des Vorhabens ist elementar, um die Amortisationsdauer zu reduzieren. Damit die Investitionskosten durch künftige Kosteneinsparungen ausgeglichen werden, lohnt es sich, ein:e Energieberater:in zu konsultieren.

Technische Aspekte

Die Produktion von Eigenstrom ist zudem mit hohen technischen Anforderungen verbunden. So muss die Dimensionierung der Anlagen etwa mit den baulichen Gegebenheiten des Grundstücks übereinstimmen. Zudem ist ein gewisses Know-how zu Speicherung und Nutzung des überschüssigen Stroms notwendig, um das Ganze möglichst effizient und nachhaltig zu gestalten. Häufig wird der überschüssige Strom bei Photovoltaikanlagen beispielsweise nicht ins Hausstromnetz, sondern in das allgemeine Stromnetz eingespeist. Dafür ist ein Netzanschluss notwendig, welcher beantragt werden muss. Zu den weiteren Herausforderungen beim Eigenstrom gehören regulatorische und rechtliche Aspekte, wie Anforderungen, Vorschriften und Genehmigungsverfahren der Eigenstromanlagen. Lassen Sie sich hierfür von einem:r Enerieberater:in helfen. 

Schritt-für-Schritt-Anleitung: So versorgen Sie Ihr Haus mit eigens produziertem Strom

Sie interessieren sich für eine Stromanlage zum Eigenverbrauch? Gehen Sie dafür Schritt für Schritt vor:

  1. Analyse des eigenen Energiebedarfs und der Verbrauchsgewohnheiten: Damit sich der Strom für den Eigenverbrauch auch wirtschaftlich lohnt, analysieren Sie im Vorfeld Ihren Energiebedarf und Ihre Verbrauchsgewohnheiten. So lassen sich wichtige Faktoren wie beispielsweise Stromgestehungskosten und der voraussichtliche Eigenverbrauchsanteil bereits frühzeitig kalkulieren.  
  2. Auswahl der geeigneten erneuerbaren Energiequelle(n) basierend auf Standort, Bedingungen und Zielen: Prüfen Sie im nächsten Schritt, welche erneuerbare Energiequelle sich für Ihr Projekt am besten eignen. Beachten Sie dabei insbesondere die gegebenen Bedingungen, wie etwa den Standort Ihrer Immobilie.
  3. Kalkulation der Kosten und Rentabilität des Projekts: Aufbauend auf der Analyse von Aspekten wie Eigenverbrauch und technischer Gegebenheiten können Sie die Kosten und die Rentabilität Ihres Projekts kalkulieren. Mit der Bestimmung der Amortisationsdauer beispielsweise können Sie vorausschauend planen, wann sich die Installation der Eigenstromanlage auszahlen wird. Ein:e Energieberater:in hilft Ihnen dabei.  
  4. Planung und Installation der Energieerzeugungssysteme und Speicherlösungen: Anschließend können Sie mit der Planung und Installation Ihres Projekts beginnen. Wichtige Ansprechpartner:innen hierfür sind mitunter Profis für Solartechnik und Photovoltaik
  5. Überwachung, Wartung und Optimierung der Anlagen: Nach der Einrichtung Ihrer Eigenstromanlage steht die Überwachung, Wartung und Optimierung der Anlage im Fokus. Nur mit einer regelmäßigen Überprüfung der technischen Gegebenheiten sowie deren Ausbesserung lässt sich eine nachhaltige Produktion von Eigenstrom gewährleisten.      

FAQ zur Eigenstrom-Produktion

Unter bestimmten Bedingungen müssen Sie für die Eigenstromproduktion Steuern abgeben. Wer eine nicht hocheffiziente Stromanlage unter 2 MW besitzt, muss Steuern von 2,05 Cent pro Kilowattstunde (kWh) zahlen.
Eine Photovoltaik-Anlage lohnt sich insbesondere bei einem hohen Eigenverbrauch. Insgesamt kann Solaranlage bis zu einem Drittel des Stromverbrauchs decken. Als besonders wirtschaftlich erweisen sich Solaranlagen in Eigenheimen.
Mit der Produktion von Eigenstrom lässt sich – bei richtiger Anwendung – ein wesentlicher Teil der Stromkosten einsparen. Mit einer Photovoltaikanlage zur Eigenstromproduktion etwa zahlen Sie lediglich 10 bis 16 Cent pro Kilowattstunde (kWh). Strom aus dem allgemeinen Stromnetz kostet deutlich mehr.
Gelbe Seiten Vermittlungsservice
Jetzt Angebote von Profis in der Nähe erhalten.
  • Erste Angebote innerhalb von 1 Tag
  • Kostenloser Service
  • Dienstleister mit freien Kapazitäten finden
Dauer ca. 3 Minuten Jetzt Anfrage erstellen
Ihre Daten sind sicher! Durch eine SSL-verschlüsselte, sichere Übertragung.
Wie finden Sie diesen Artikel?