Bußgeldkatalog 2017 – Bauschutt- und Asbestentsorgung

Beim Neubaus, Ausbau oder Hausabbruch entstehen allerlei Abfälle, die entsprechend entsorgt werden müssen. Die deutsche Abfallwirtschaft unterscheidet daher fünf verschiedene Abfallarten, die in gesonderten Prozessen verarbeitet werden müssen und einen unterschiedlich großen Anteil am Gesamtaufkommen des Mülls ausmachen. Mit 53% hat Bauschutt den Löwenanteil, von dem mittlerweile ca. 92% verwertet werden können. Hierzu bedarf es allerding einer gewissenhaften Trennung von Bauschutt und Baumischabfall. Wie diese richtig erfolgt und was es mit der Asbestentsorgung auf sich hat, klärt der Verband für bürgernahe Verkehrspolitik im folgenden Text.

Der Begriff „Bau- und Abbruchabfälle“ umfasst mineralische Reste und Baumaterialien, die zur Herstellung neuer Produkte dienen. Dazu zählen z.B. Backstein, Fliesen, Ziegeln, Beton oder Sand. Diese werden wiederum in Bauschutt und Baumischabfall unterteilt. Zum Bauschutt zählen z.B. Sand und Sandstein sowie reine Kacheln, die in vielen Fällen direkt in die Wiederverwertungskette eingegliedert werden. Baumischabfälle hingegen, zu denen z.B. Glas, Altmetall und Altschrott gehören, müssen in mehreren Schritten sortiert und behandelt werden, bevor sie recycelt, verbrannt oder deponiert werden können. Die Bauschutt und Baumischabfälle werden vor allem deshalb sorgsam getrennt, um die Abfallwirtschaft bei der umweltschonenden Verwertung der Abfälle zu helfen. Deshalb müssen auch Privatleute für einen Bauschutt-Container sorgen, in dem die Abfälle getrennt entsorgt werden können.

Die Entsorgung beginnt erst dann, wenn die Abfälle in einem Schuttcontainer liegen. Ab diesem Moment beginnt ein Kreislauf, der dafür sorgt, dass die Abfälle größtenteils wiederverwertet werden können. Folgende Rangfolge ist dabei von Nöten:

  • Vermeidung: Bauschutt soll am besten gar nicht entstehen.
  • Verwertung: Sobald Bauschutt ansteht, ist zu ermessen, inwiefern dieser wiederverwertet und recycelt werden kann.
  • Lagerung: Als letzte Option bleibt die Mülldeponie. Hier muss giftiger oder aus anderen Gründen nicht verwertbarer Bauschutt möglichst umweltschonend gelagert werden.

Um eine saubere Umwelt zu erhalten, werden zunächst Container bestellt, in denen der Bauschutt entsorgt werden kann. Wer seinen Bauschutt im Hausmüll entsorgt, muss mit hohen Strafen rechnen. Wie hoch diese Strafen ausfallen ist allerdings je nach Bundesland unterschiedlich. Die jeweiligen Bußgelder sind im Bußgeldkatalog 2017 zu finden. Hiernach steht für eine ordnungswidrige Entsorgung von über 5 Kubikmeter, z.B. in Berlin, eine Strafe von 600 – 1500€ an. Zudem ist zu beachten, dass die Container maximal bis zur Ladekante gefüllt werden dürfen. Sobald der Schutt darüber hinausgeht, fallen Mehrkosten an. Generell sind die Kosten für einen Container vorab zu kalkulieren. Unterschiedliche Firmen bieten Container an und transportieren diese auch wieder ab. Da daher ein hoher Wettbewerb zwischen den Firmen herrscht, kann sich ein Preisvergleich lohnen. Dennoch sollte darauf geachtet werden, dass es sich um einen seriösen Anbieter handelt. Zudem kümmern sich nicht nur private Unternehmen sondern auch kommunale Verwertungshöfe um den Bauschutt. Diese sind meist vertrauenswürdig und bieten einen guten Preis.

Doch nicht jeder Bauschutt ist gleich Bauschutt. Ein besonderes Augenmerk liegt z.B. auf der Asbestentsorgung. Asbest ist ein hochgiftiges Material, welches im 19. Und 20. Jahrhundert aufgrund seiner hervorragenden Eigenschaften massiv verbaut wurde. Heute ist jedoch bekannt, dass aus dem „Wunder-Baustoff“ ein hohes Krebsrisiko ausgeht. Zwar ist Asbest heute mittlerweile verboten, dennoch gibt es immer noch Gebäude, in denen Asbestfasern als Dämmstoff zu finden sind. Beim Abbau der Asbestfasern sind daher besondere Richtlinien zu beachten. Unter anderem sollte eine Erschütterung vermieden werden, damit die Faser nicht in die Luft gelangen können. Da mit dem Asbest besonders sorgsam umgegangen werden muss, gibt es bestimmte Unternehmen, die diese Arbeit durchführen. Dabei muss eine spezielle Schutzkleidung getragen werden. Zudem muss eine Asbestentsorgung offiziell angemeldet werden, sobald größere Mengen entfernt werden sollen. Wie hoch die Kosten für die Entsorgung sind, ergibt sich aus der Menge des Materials.  Bei den Bauarbeiten fallen in der Regel 100 bis 330 Euro pro Tonne an.

Weitere Informationen zum Thema „Bauschutt- und Asbestentsorgung“ finden Sie hier. Zudem bietet das kostenlose Ratgeberportal www.bussgeld-info.de viele weitere Ratgeber, Bußgeldkataloge und Bußgeldrechner zu verschiedenen Themen  des Verkehrsrechts.