Das Anschreiben – wie geht’s am besten?

Das Schwierigste an einer Bewerbung ist für viele das Anschreiben. Zu Lebenslauf und Co. sind zahlreiche Vorlagen im Internet vorhanden, doch das Anschreiben muss für jedes Unternehmen angepasst werden. Durch einen Kurs bei einem Bewerbungs-Experten, konnte ich einige Tipps und Tricks mitnehmen, die ich nun mit euch teilen möchte.

Einen Anfang finden

Manche mögen das Anschreiben noch standardmäßig mit einer Überschrift vor ihrem Text versehen, doch diese Methode ist schon seit längerem aus der Mode. Das Deckblatt liefert dem Unternehmen bereits die Auskunft auf welche Stelle du dich bewirbst. Deshalb lass die Überschrift im Anschreiben, in der du nochmal genau dasselbe wiederholst, einfach weg. Auch diese Standardsätze wie: „...in ihrer Stellenanzeige vom 02.01.2018 habe ich gelesen und bewerbe mich hiermit um eine Stelle als…“, können weggelassen werden. Der Leser eurer Bewerbung weiß, dass man sich bewirbt, wenn er die Bewerbung vor sich hat.

Der Hauptteil

Was du für gelernte Fertigkeiten mitbringst, also deinen Schulabschluss und deinen bisherigen  Werdegang, sowie deine Interessen stehen in deinem Lebenslauf. Erzähle also in deinem Anschreiben ganz andere Dinge über dich, wie zum Beispiel Eigenschaften, die dich für diesen Beruf geeignet machen. Zähle aber nicht einfach auf, dass du hilfsbereit, zielstrebig und ehrgeizig bist, sondern erzähle eine kleine Geschichte. Natürlich will niemand wissen, wie du ständig alten Leuten über die Straße hilfst, aber Eigenschaften und Fertigkeiten, die mit „Beweisen“ versehen sind, bleiben dem Leser länger im Kopf und geben dem Bewerber mehr Glaubwürdigkeit.

Ein Beispiel: „Ich bin sehr teamfähig, was sich auch in meiner Freizeit im Fußball-Verein als nützliche Eigenschaft heraus stellt.“ oder „Mein Planungstalent zeigt sich durch die zahlreichen Geburtstage, die ich im Rahmen meines sozialen Umfeldes immer wieder organisiere und berate.“

Was will der Arbeitgeber wissen?

All die Standardfragen aus Bewerbungsgesprächen, die man im Internet findet, können genauso im  Anschreiben beantworten werden. Natürlich soll kein Roman geschrieben werden. Achte jedoch darauf, dass eine Seite, mit allem was dazu gehört, auf keinen Fall überschritten wird. Dies sind einige Fragen, die du in deinem Text so gut wie möglich und in angemessenem Satzbau beantworten solltest:  

  • Warum habe ich mich für dieses Unternehmen entschieden?
  • Warum sollten Sie genau mich nehmen?
  • Warum will ich diesen Beruf unbedingt machen?

Warum du dich für ein bestimmtes Unternehmen entschieden hast, sollte für jede Bewerbung neu angepasst werden. Dazu empfiehlt es sich, einen Blick auf die Unternehmenswebseite zu werfen, um einen Einblick zu bekommen. 

Bei „Warum genau sollten Sie mich nehmen?“ musst du nur gelegentliche Anpassungen vornehmen. Wenn sich zum Beispiel die Anforderungen bei dem Beruf, für den man sich beworben hat, nicht mehr passen, und man dann lieber andere Eigenschaften und Fertigkeiten in den Vordergrund rücken sollte. Auch hierzu empfiehlt sich eine Recherche im Internet, was eigentlich für diesen Beruf gefordert ist. Warum ich diesen Beruf unbedingt machen will, ist die Frage, die man am häufigsten bei Anschreiben um eine Ausbildung oder ein duales Studium beantwortet. Ist man bereits ausgelernt und bewirbt sich dann weiter auf den Lehrberuf, passt die Beantwortung dieser Frage nicht mehr ins Anschreiben.

Rechtschreibfehler – ein No-Go

Besonders wichtig ist, dass unbedingt mehrere Leute nach Rechtschreibungs- und Grammatikfehlern schauen sollten.

„Wenn man nämlich eine gewisse Zeit an einem Text geschrieben hat und ständig den Satz nochmal und nochmal verändert hat, bis man ihn gelungen findet, dann kann es manchmal passieren, dass einem gar nicht mehr auffällt, dass die Sätze mittlerweile gar keinen Sinn mehr ergeben oder die Rechtschreibung und Kommasetzung nicht so ganz stimmt oder man einen Bandwurmsatz kreiert hat.“

Also sei dir geraten, dass du auf jeden Fall nochmal ein bis zwei Leute aus deinem Umkreis deine Bewerbung lesen lässt. Auch das Arbeitsamt kann in diesem Fall helfen, denn dort gibt es Berufsberater, die deine Bewerbung auf Herz und Nieren überprüfen und dir sagen was du besser machen könntest. Allerdings müssen natürlich nicht alle Änderungen übernommen werden, jedoch kann es nicht schaden, sich die Tipps und Tricks von Experten anzuhören.

Wenn das Wörtchen „würde“ nicht wäre

Das kleine Wörtchen „würde“ ist auch ein wichtiger Faktor beim Anschreiben. Es heißt nicht „Ich würde mich sehr über Einladung zum Vorstellungsgespräch freuen“ sondern „Ich freue mich sehr über eine Einladung zum Vorstellungsgespräch.“ Warum das jetzt einen großen Unterschied macht? „Würde“ ist ein Wort der Unterwürfigkeit und vermittelt dem Leser das Gefühl, dass der Bewerber sich kleiner macht als er ist. Wenn man das „würde“ einfach weglässt und ansonsten den gleichen Satz schreibt, vermittelt man gleich das Gefühl von Selbstbewusstsein und Entschlossenheit.

Dieses Gefühl sollte sich durch die komplette Bewerbung ziehen. Allerdings nur in einem angemessenen Maß. Dennoch solltest du den Leuten, die deine Bewerbung lesen klar mitteilen, dass du diesen Job unbedingt willst und dass du bereits in deinem Anschreiben zeigst, dass du entschlossen bist diesen auch zu bekommen. Sonst würdest du dich schließlich auch nicht bewerben. 

Ich hoffe, dass diese Tipps euch beim Verfassen eines Anschreibens helfen. Viel Erfolg bei eurer Bewerbung!

Profilbild von Eileen Saffier
Eileen Saffier

Hallo! Mein Name ist Eileen Saffier und ich habe nach meinem Abitur im Sommer 2017 meine Ausbildung als Medienkauffrau bei der Schlüterschen Verlagsgesellschaft mbH & Co. KG in Hannover begonnen.

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