Sonderurlaub in der Ausbildung: Das steht dir zu

Neben deinem vertraglich festgelegten Jahresurlaub hast du in der Ausbildung die Möglichkeit, Sonderurlaub zu beantragen. Wie das geht und was du dabei beachten musst, verraten dir die folgenden Tipps.

Was ist Sonderurlaub?

In der Ausbildung sowie später als Arbeitnehmer stehen dir verschiedene Formen von Urlaub zu. Da wäre etwa der ″normale″ Jahresurlaub, der im Vertrag geregelt ist, oder der Bildungsurlaub, der in den meisten, jedoch nicht in allen deutschen Bundesländern gewährt wird. Außerdem gibt es noch den Sonderurlaub. Dabei kannst du dich für bestimmte Ausnahmefälle für einen gewissen Zeitraum freistellen lassen.

Rechtlicher Anspruch in der Ausbildung

Dir stehen in der Ausbildung dieselben Rechte in Sachen Sonderurlaub zu wie allen anderen Arbeitnehmern. Laut Paragraf 616 des Bürgerlichen Gesetzbuchs (BGB) hast du sogar Anspruch auf bezahlten Sonderurlaub, wenn du für eine ″verhältnismäßig nicht erhebliche Zeit″ fehlst, und das durch einen in deiner ″Person liegenden Grund″ und ohne dein Verschulden. Äußere Umstände wie Naturkatastrophen oder Verkehrsstaus, die dazu führen, dass du nicht zur Arbeit kommen kannst, gehören nicht dazu.

Mögliche Gründe für Sonderurlaub sind zum Beispiel die Geburt deines Kindes, der Tod eines nahen Angehörigen oder staatsbürgerliche Pflichten wie ein Gerichtstermin für eine Zeugenaussage. Teilweise kannst du auch für einen Umzug, einen Arzttermin, eine schwere Erkrankung eines Angehörigen oder eines Kindes Sonderurlaub beantragen. Für den Fall, dass dein eigenes Kind während der Ausbildung krank wird, gibt es noch weitere gesetzliche Regelungen. Die ″verhältnismäßig nicht erhebliche Zeit″ beträgt meist zwischen einem und vier Arbeitstagen.

Deine Pflichten beim Sonderurlaub

Auf jeden Fall darfst du nicht einfach so Sonderurlaub nehmen, sondern du musst das immer mit deinem Arbeitgeber absprechen. Dort kannst du nachfragen, ob der Sonderurlaub bezahlt wird oder unbezahlt bleibt. Handelt es sich jedoch nur um eine kurze Abwesenheit für einen der oben genannten Gründe, dürfte die Lohnfortzahlung kein Problem sein. Die meisten Arbeitgeber zeigen sich entgegenkommend, wenn du ihnen rechtzeitig Bescheid sagst, dass du ein paar Tage außer der Reihe für einen Sonderfall Urlaub brauchst.