JAV: Die Jugend- und Ausbildungsvertretung

Sicherlich habt ihr schon mal etwas von der Jugend- und Ausbildungsvertretung (kurz: JAV) gehört, und euch gefragt: Was macht die JAV eigentlich, für wen setzt sie sich ein und welches Ziel verfolgt sie? Diese und weitere Fragen werde ich euch im Folgenden beantworten, denn ich bin selbst die Jugend- und Ausbildungsvertreterin in der Sutter Telefonbuchverlag GmbH.

Die JAV ist eure Interessenvertretung: Sie kümmert sich um die Belange von jedem jugendlichen Arbeitnehmer unter 18 Jahren und der Auszubildenden, Werkstudenten und Praktikanten unter 25 Jahren in einem Betrieb. Somit ist die Jugend- und Ausbildungsvertretung die Schnittstelle zwischen jungen Arbeitnehmern, der Ausbildungsleitung und dem Betriebsrat.

Die enge Zusammenarbeit mit dem Betriebsrat erlaubt der JAV jederzeit an Betriebsratssitzungen teilzunehmen, um dort eure Interessen vertreten zu können. Die Überwachung der Einhaltung des Jugendarbeitsschutzgesetzes sowie des Berufsbildungsgesetzes spielen dabei eine übergeordnete Rolle. Aber auch ihr könnt aktiv werden und mit Problemen oder Änderungsvorschlägen, welche euren Arbeits- oder Ausbildungsplatz im Betrieb betreffen, zur JAV gehen. Die jeweiligen Sachverhalte kann die JAV, mit eurer Zustimmung, an den Betriebsrat oder auch an die Ausbildungsleitung herantragen und gemeinsam mit ihnen und Dir nach Lösungen suchen. Wichtig ist es für euch zu wissen, dass alles was ihr zunächst der JAV anvertraut, auch unter euch bleibt, denn die JAV ist zuallererst zur vertrauensvollen Kommunikation und Verschwiegenheit verpflichtet.

Außerdem könnt ihr jederzeit, ohne Angaben von Gründen, die JAV während eurer Arbeitszeit aufsuchen. Dies kann im individuellen Gespräch während einer Sprechstunden passieren oder auch in sogenannten JAV-Sitzungen. Eine JAV-Sitzung kann ohne großen Vorlauf von der Jugend- und Ausbildungsvertretung einberufen werden, z. B. wenn allgemeine Probleme vorhanden sind und diese zunächst einmal unter euch jüngeren Arbeitnehmern besprochen werden sollen. Vielleicht könnt ihr ja schon bei diesen Treffen Lösungen finden, die die JAV dann an den Betriebsrat weiterleiten kann. Außerdem kann die JAV einen Vertreter zu den Betriebsratssitzungen entsenden, wenn diese selbst verhindert sein sollte.

Die Fragen, für wen sich die JAV einsetzt und wie sie versucht eure Interessen zu vertreten, konnte ich euch hoffentlich beantworten. Doch wie wird man eigentlich in die Jugend- und Ausbildungsvertretung berufen? Gibt es in jedem Betrieb eine JAV und aus wie vielen Mitgliedern besteht die JAV eigentlich? Dies sind Fragen, die ich mir vor einiger Zeit auch gestellt habe und die ich euch nun im Folgenden beantworten möchte.

Ob eine Jugend- und Ausbildungsvertretung überhaupt gewählt werden kann und aus wie vielen Mitgliedern diese bestehen wird, hängt einerseits von der Mitarbeiterzahl eures Betriebs und andererseits von der Anzahl der jugendlichen Arbeitnehmer ab.

Zuallererst muss es in eurem Betrieb einen Betriebsrat geben, die Mindestzahl für eine Betriebsratsgründung liegt bei fünf wahlberechtigten Personen. Des Weiteren kann eine JAV innerhalb eines Betriebs nur gewählt werden, wenn bei euch mindestens fünf Jugendliche unter 18 Jahren und bzw. oder Praktikanten, Werkstudenten oder Auszubildende unter 25 Jahren arbeiten. Die Mitgliederanzahl der JAV ist abhängig von der Anzahl der Jugendlichen, deren Interessen sie vertreten soll. In einem Betrieb, in dem 5-20 Jugendliche beschäftig sind, gibt es eine Jugend- und Ausbildungsvertretung. Maximal können jedoch 15 Mitglieder für die JAV gewählt werden, wenn der Betrieb 1000 oder mehr Jugendliche beschäftigt.

Die JAV-Wahlen stehen alle zwei Jahre im Zeitraum vom 1. Oktober bis zum 30. November an. Die Amtszeit beträgt somit zwei Jahre ab Bekanntgabe des Wahlergebnisses. Zur Wahl kann sich jeder aufstellen lassen, der kein Mitglied im Betriebsrat ist und das 25. Lebensjahr noch nicht vollendet hat. Wahlberechtigt sind hingegen alle, für die sich die JAV innerhalb ihrer Amtszeit einsetzen kann.

Ich hoffe, ich konnte euch mit diesem Artikel einige Fragen zur Jugend- und Ausbildungsvertretung beantworten. Vielleicht konnte ich ja sogar euer Interesse wecken, ein Mitglied der nächsten JAV in eurem Betrieb zu werden?

Zum Schluss noch ein kleiner Tipp von mir: Als Mitglied der JAV habt ihr einen Anspruch darauf an Schulungen teilzunehmen, welche im Zusammenhang mit eurer Tätigkeit als JAV stehen. Die Kosten für diese Schulungen werden von eurem Arbeitgeber übernommen und müssen euch nur vom Betriebsrat bewilligt werden, da Veranstaltungen dieser Art oftmals in eurer Arbeitszeit stattfinden werden.

Profilbild von Tatjana Bartschies
Tatjana Bartschies

Ich bin Tatjana Bartschies, seit 2014 bin ich Auszubildende zur Medienkauffrau Digital und Print bei der Sutter Telefonbuchverlag GmbH. Im selben Jahr bestand ich auch erfolgreich mein Abitur und für mich war noch während meiner Schulzeit klar, dass ich nach dem Abitur praktische Erfahrungen im Bereich Medien sammeln und einen Einblick in die Berufswelt gewinnen wollte. Deshalb entschied ich mich für eine Ausbildung.

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