Eine Kündigung in der Probezeit ist kein Weltuntergang

Das Vorstellungsgespräch ist geschafft, der Anruf mit der Zusage ist da und die Aufregung bis zum ersten Tag im neuen Büro steigt kontinuierlich. Vorläufiges Ziel ist erst einmal, die Probezeit zu überstehen. Doch was, wenn das nicht klappt? Wir erklären, warum das keineswegs der Weltuntergang wäre.

Eine Kündigung in der Probezeit kann von Seiten des Arbeitnehmers, aber auch von Seiten des Arbeitgebers vollzogen werden. Wir spielen beide Szenarien einmal durch.

Der Beschäftigte kündigt

Im neuen Job angekommen, wird den meisten schnell klar, ob der neue Job überhaupt das Richtige ist. Starke Faktoren sind hierbei die neue Arbeitsumgebung, die Unternehmenskultur und der Teamfit. Und bestenfalls sollte die Aufgabenbeschreibung so zutreffen, wie es zuvor abgesprochen war.

Solltest du dich in deinem neuen Job unwohl fühlen, ist ein Gespräch mit dem Chef der erste Schritt. So können Unstimmigkeiten und Unklarheiten beseitigt werden. Mit dieser Eigeninitiative gibst du dem Unternehmen eine weitere Chance und zeigst deinem Vorgesetzten, wie motiviert du bist. Wenn du mit deinem Anliegen allerdings auf Granit stößt, ist eine Kündigung nachvollziehbar. Falls du merkst, dass ihr auf keinen gemeinsamen Nenner kommt, musst du nicht einmal Gründe für deine Kündigung angeben.

Ein häufig auftretendes Szenario ist die verspätete Zusage eines anderen Jobangebots. Da sich Bewerbungsprozesse häufig hinziehen, erhalten Bewerber erst Wochen später eine finale Rückmeldung. Ein anderes Angebot, dem man vielleicht schon zugesagt hat, muss dann oft dem Traumjob weichen. Hier gilt: Immer mit offenen Karten spielen, denn „ehrlich währt am längsten“.

Der Arbeitgeber kündigt

Doch auch von der Arbeitgeberseite kann eine Kündigung erfolgen – diese kann ganz unterschiedliche Gründe haben. Wenn das Unternehmen beispielsweise in eine wirtschaftliche Schieflage gerät, bist du als Neuling ganz klar im Nachteil, denn neue Mitarbeiter sind die ersten, die dann gehen müssen. Du solltest also die bisherige Entwicklung des Unternehmens, bei dem du dich bewirbst, gut kennen.

Deine Arbeitsleistung und dein Verhalten am neuen Arbeitsplatz werden natürlich beobachtet und bewertet. Solltest du die Erwartungen nicht erfüllen, kann der Arbeitgeber Konsequenzen daraus ziehen. Genau wie beim ersten Szenario hilft hier ein offenes Gespräch, denn nur so können Missverständnisse vermieden werden.

Alles, was du über die Probezeit wissen musst

Die Probezeit ist eine Prüfung für beide Seiten, denn auch das Unternehmen muss sich beweisen – das wird häufig und vor allem von Berufseinsteigern vergessen. So sollte die Probezeit keineswegs als Belastungsprobe wahrgenommen werden.

Hier einmal die wichtigsten Fakten rund um das Thema Probezeit:

  • Jede neue Anstellung beginnt mit einer Probezeit.
  • Sie dauert meist sechs Monate, bei unbefristeten Verträgen häufig nur drei Monate.
  • Während dieser Probezeit kann eine Kündigung fristgerecht innerhalb von zwei Wochen erfolgen, sowohl vom Arbeitnehmer als auch vom Arbeitgeber.
  • Bei außerordentlichen Vorfällen ist innerhalb der Probezeit auch eine fristlose Kündigung möglich.
  • Eine Angabe von Gründen ist nicht notwendig.
  • Nach spätestens sieben Monaten setzt der Kündigungsschutz ein, ab diesem Moment gilt die gesetzliche Kündigungsfrist von vier Wochen.

Was ihr beachten müsst

Ganz unabhängig davon, ob der Arbeitnehmer oder der Arbeitgeber die Kündigung ausgesprochen hat, gilt: Keine Panik!

Und hier einmal die wichtigsten Punkte, die du dabei beachten musst:

  • Eine mündliche Kündigung ist nichts rechtskräftig, daher muss sie immer in schriftlicher Form erfolgen.
  • Ein abschließendes Gespräch mit dem Vorgesetzten hilft dabei, insgesamt im Guten auseinander zu gehen. Verabschiede dich auch von deinen Kollegen.
  • Wenn die Anstellung nicht länger als einen Monat angedauert hat, solltest du die Station nicht in deinem Lebenslauf erwähnen. Das würde vielmehr Fragen aufwerfen und die Menge an Berufserfahrung würde deinen Lebenslauf kaum aufwerten.
  • Stell dich darauf ein, dass in nachfolgenden Bewerbungsgesprächen Fragen zu einer Kündigung in der Probezeit gestellt werden. Sollten die Gründe nicht hinterfragt werden, solltest du dazu auch keine Stellung beziehen.

Was ist schief gelaufen?

Ist das Kind schon in den Brunnen gefallen, solltest du versuchen die positiven Aspekte mitzunehmen. Der ist Zeitpunkt ist ideal, um sich selbst und seine beruflichen Ziele zu reflektieren.

  • Was war positiv, was war negativ?
  • Was davon lag an mir, was an anderen Faktoren?
  • Was wünsche ich mir für meinen nächsten Job?

Eine solche Reflexion hilft dir dabei, die gleichen Fehler nicht noch einmal zu begehen. Für einen besseren persönlichen Eindruck kann ein Feedbackgespräch mit dem Vorgesetzten helfen.

Profilbild von Nina Schnoor
Nina Schnoor

Ich bin als Junior PR Managerin für die Produkte Gehalt.de und Compensation Partner bei PersonalMarkt in Hamburg beschäftigt. Zusammen mit meinem Team aus der Abteilung „PR und Kommunikation“ versorge ich die Online- und Offline-Medien regelmäßig mit aktuellen Studien, die sich um die Themen Gehalt und Karriere drehen. Ein weiterer Aufgabenbereich ist die interne Kommunikation im Unternehmen.

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