Ausbildung und Nebenjob – geht das gut?

Als ich einige Monate in einer WG gewohnt habe, arbeitete ich nebenbei auf 450€-Basis, um nicht auf etwas teurere Unternehmungen und Reisen verzichten zu müssen. Wenn du dich in einer ähnlichen Situation befindest, helfen dir die folgenden Tipps hoffentlich weiter:

Was für einen Job darf ich nebenbei ausüben?

Als allererstes solltest du mit deinem Betrieb abstimmen, ob eine Nebentätigkeit erlaubt ist. Die Arbeit in einem konkurrierenden Betrieb wird dir höchstwahrscheinlich nicht erlaubt werden. Wenn dein Arbeitgeber befürchtet, dass deine Leistungen unter einer Nebentätigkeit leiden, kann er dir dies ebenfalls verbieten.

Meistens gibt es dabei aber keine Probleme. Nichtsdestotrotz solltet ihr euch, um einfach auf der sicheren Seite zu sein, eine schriftliche Bestätigung  einholen.

Außerdem darf die Höchstarbeitszeit auf keinen Fall überschritten werden – denn das gibt richtig Ärger mit dem Gesetz. Minderjährige Azubis dürfen in einer Woche maximal 40 Stunden arbeiten, die sich auf fünf Tage die Woche zu je höchstens acht Stunden aufteilen. Volljährige Azubis hingegen dürfen an sechs Tagen pro Woche bis zu 48 Stunden arbeiten. Die maximale tägliche Arbeitszeit beträgt bei volljährigen Angestellten, worunter auch wir Azubis fallen, zehn Stunden.

Ich bin volljährig und habe eine 35-Stunden-Woche. Demnach dürfte ich noch 13 Stunden zusätzlich arbeiten. Natürlich muss ich dabei auch die tägliche Höchstarbeitszeit beachten – wenn ich also sieben Stunden in meinem Betrieb bin, darf ich am Abend noch drei Stunden arbeiten. 

Was für Jobs eignen sich als Nebenjob?

Ausschreibungen für Neben- beziehungsweise Minijobs auf 450€-Basis findest du häufig in Supermärkten, Restaurants und Cafés. Als Minijobber verdienst du (mindestens) den Mindestlohn, somit kommst du bei einem monatlichen Verdienst von 450€ auf knappe 51 Arbeitsstunden monatlich. Besonders in der Gastronomie kann die Arbeit lohnenswert sein, da du in der Regel auch noch Trinkgeld erhältst.  

Natürlich kannst du dein erlerntes Wissen auch in Form von Nachhilfeunterricht weitergeben. Ob Gassi gehen, Babysitten oder ab und zu bei Inventuren helfen, du kannst auf jeden Fall einen Job finden, für den du dich interessierst und nicht nur als lästig empfindest.

Wie sieht es mit Kindergeld und Steuern aus?

Hier ist die 450€-Grenze das magische Stichwort. Wenn du durchschnittlich im Monat 450€ neben deiner Ausbildungsvergütung verdienst, verfällt weder dein Anspruch auf Kindergeld, noch musst du Lohnsteuer zahlen. Du solltest allerdings darauf achten, dass du nicht durch versehentliche Eintragungen der Arbeitgeber in eine andere Lohnsteuer rutschst – dann kann es eben doch passieren, dass du höhere Abgaben hast. Diese kannst du dir aber am Jahresende über die Steuererklärung zurückholen und dass das passiert, ist auch nicht die Regel.

Grundsätzlich finde ich, dass ein Nebenjob eine feine Sache ist, um den Kontostand etwas aufzubessern. Man wird verantwortungsvoller und belastbarer, außerdem sammelt man natürlich wertvolle Erfahrungen im Kontakt mit anderen Kollegen, Kunden und Arbeitgebern. Am optimalsten ist es natürlich, wenn du deinen Nebenjob mit deinen Hobbies, Interessen oder sogar deinem Ausbildungsberuf verknüpfen kannst.

In Klausuren- und Projektphasen solltest du aber etwas zurücktreten, um genug Zeit für die Vorbereitung zu haben. Auch die Regenerationsphasen sollten nicht vernachlässigt werden, denn Auszeiten sind einfach nötig, um mal abschalten zu können.

Wenn es dann auf die Zwischen- und Abschlussprüfung zugeht, solltest du deine ganze Energie in die Ausbildung und das Lernen stecken. Am Ende zählt, was du für einen Abschluss gemacht hast, und nicht, ob du in einem Monat ein paar Euro weniger verdient hast.

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Alicia Steinbrück

Hallo! Ich heiße Alicia Steinbrück, bin 20 Jahre alt und absolviere seit dem 1. August 2016 meine Ausbildung zur Medienkauffrau Digital und Print in der Schlüterschen Verlagsgesellschaft in Hannover.

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