Ausbildung zur Medienkauffrau Digital und Print – Interview mit Dorothea Meyer

Dorothea Meyer befindet sich zurzeit im 2. Lehrjahr ihrer Ausbildung zur Medienkauffrau für Digital und Print bei der Schlüterschen Verlagsgesellschaft mbH & Co. KG in Hannover. Wie sie sich damals für das Vorstellungsgespräch vorbereitet hat und welche Möglichkeiten der Ausbildungsbetrieb ihr heute bietet, erzählt sie uns im Interview.

Ausbildungsnavigator: Was wolltest du früher einmal werden?

Dorothea Meyer: Früher habe ich meine Traumberufe ständig gewechselt. Von Tierärztin über Psychologin bis hin zur Designerin war alles dabei.

Hat sich das im Laufe deiner Schulzeit verändert?

Während meines Abiturs hat sich herauskristallisiert, dass mir besonders die Kreativität in einem Beruf wichtig ist. Außerdem wollte ich einen Beruf erlernen, der nicht ausstirbt und mit dem ich in der Arbeitswelt gut Fuß fassen kann.

Ist deine Ausbildung direkt nach der Schule gestartet oder gab es noch andere Stationen?

Ich habe mich nach meinem Abitur direkt um einen Ausbildungsplatz beworben und dank der Zusage, sofort mit der Ausbildung begonnen.

Haben dich andere Ausbildungsberufe interessiert, die du dann aber verworfen hast?

Andere Ausbildungsberufe haben mich nicht wirklich interessiert. Allerdings habe ich mich trotzdem auf andere Ausbildungsberufe beworben, um einen Plan B in Petto zu haben, falls es mit einer Ausbildung zur Medienkauffrau nicht klappen sollte.

Wie bist du auf deinen jetzigen Ausbildungsbetrieb aufmerksam geworden?

Meinen jetzigen Ausbildungsbetrieb, die Schlütersche Verlagsgesellschaft, habe ich über Recherche im Netz gefunden. Ich wurde auf das Stellenangebot aufmerksam und habe mich sofort beworben.

Fand vor der Einstellung ein Vorstellungsgespräch statt? Wie hast du dich darauf vorbereitet?

Ja, es gab vor dem Einstellen zwei Vorstellungsgespräche. Zuvor habe ich mich in dem Sinne vorbereitet, dass ich mich über den Beruf informiert habe, sprich „Was macht eigentlich eine Medienkauffrau?“. Außerdem habe ich überlegt, was in einem typischen Vorstellungsgespräch gefragt wird und wie man bestmöglich seinem zukünftigen Arbeitgeber gegenübersteht. Aus diesem Grund habe ich mich vorab über meinen Ausbildungsbetrieb informiert und mir Antwortmöglichkeiten über meine Stärken und Schwächen zurechtgelegt und warum ich überhaupt den Beruf der Medienkauffrau erlernen möchte.

Inwiefern haben sich deine Vorbereitungen für dich ausgezahlt?

Im ersten Vorstellungsgespräch war mir die Vorbereitung wenig hilfreich, da ich ganz unerwartet mit elf Mitbewerberinnen eine Diskussion zu verschiedenen Themen führen sollte. Ich kam in die engere Auswahl und das zweite Gespräch verlief dann in einem kleineren Kreis zwischen Ausbilder, Personalleiterin und mir, wo letztendlich die „typischen“ Fragen in einem Bewerbungsgespräch gefragt wurden.

Wie waren deine ersten Tage im Betrieb?

Meine ersten Tage im Unternehmen waren bereits sehr lernintensiv und aufregend, da wir über eine Woche verschiedenste Schulungen und Seminare bekamen, um uns die Basics der Ausbildung näher zu bringen. Die Seminare waren dabei sehr unterschiedlich. Eines war über Social Media, eines eine Excel-Schulung, aber auch der gute Ton am Telefon und das richtige Benehmen sowie Kleiden in einem Unternehmen wurden uns nähergebracht. Die Seminare haben mich positiv überrascht. Ich hatte erwartet nur eine kurze Einführung und einen Rundgang im Unternehmen zu bekommen und anschließend gleich in den Abteilungen eingesetzt zu werden. So konnten wir uns langsam einen Einblick verschaffen und auch die anderen Auszubildenden besser kennen lernen.

Was waren deine ersten Aufgaben im Betrieb?

Die erste Abteilung, die ich während meiner Ausbildung durchlief, heißt „Planung, Einkauf und Distribution“. Die ersten Aufgaben, die ich dort machen durfte waren Recherchen über Angebote verschiedener Händler bezüglich Werbeprodukten, die eingeholt werden mussten, um daraufhin zu entscheiden, wo das Werbemittel am besten erworben werden kann. Eine weitere Aufgabe war das Schreiben meines ersten intres-Artikels. Die intres ist unser Auszubildendenmagazin und jegliche Verantwortung dafür - von Redaktionssitzungen, Artikeln schreiben, dem Setzen der Artikel in das Zeitschriftenformat und dem Ausfahren der fertigen Exemplare -  liegt bei uns.

Unterscheidet sich das Lernen in der Ausbildung sehr von dem Lernen in der Schule?

Auf jeden Fall! In der Schule sitzt man in großen Klassen und der Unterricht wird einem meist stumpf in Vorträgen vermittelt. Mit Praxis ist da nicht viel. Im Ausbildungsbetrieb wird man von einer Fachperson in der jeweiligen Abteilung über die Aufgaben und Fachkenntnisse dort unterrichtet. Man kann jederzeit Fragen stellen und hat die Möglichkeit das Gelernte in die Praxis durch verschiedene Aufgaben umzusetzen und zu vertiefen.

Haben sich für dich noch andere Dinge verändert?

Durch das Arbeiten muss ich meinen Alltag und meine Freizeit besser planen, da ich nicht wie zuvor in der Schule Unterrichtsausfall oder weniger Stunden habe. Mein Alltag ist unter der Woche dadurch recht strukturiert und ich treffe häufiger Verabredungen einige Tage vorher. Gelegentlich kommt es auch vor, dass Überstunden anfallen und meine Feierabendplanung dementsprechend angepasst werden muss.

Wie sieht dein typischer Arbeitsalltag bei der Schlüterschen Verlagsgesellschaft aus?

Ich bin meist gegen 7:00 Uhr oder 7:30 Uhr bei der Arbeit. Nachdem ich angekommen bin, meinen Rechner hochgefahren und Wasser geholt habe, checke ich meine Mails. Meist stehen dann schon Aufgaben aus der Abteilung an oder ich erledige angefangene Aufgaben. Um 12 Uhr mache ich in der Regel für eine halbe Stunde Mittagspause, bei der ich meist meine Mitauszubildenden treffe. Anschließend bin ich wieder in der Abteilung und erledige Aufgaben oder nehme an Meetings teil. Da ich meist früh anfange, kann ich schon früh Feierabend machen und beende die Arbeit zwischen 15 Uhr und 15:30 Uhr.

Und wie sieht dein typischer Tag in der Berufsschule aus?

Unser typischer Tag in der Berufsschule beginnt um 8 Uhr und endet um 16 Uhr. Dabei haben wir Fächer wie Rechnungswesen, Online-Medien, Vertrieb von Zeitschriften und Büchern, aber auch Deutsch, Politik und Englisch. Der Unterricht ist dabei meist sehr theoretisch und gleicht dem in normalen Schulen. Er ist nur fachbezogener und weniger aufgabenorientiert, dazu dienen uns dann die Tage im Ausbildungsbetrieb.

Auf was wird in der Berufsschule besonders Wert gelegt?

In der Berufsschule wird besonders darauf Wert gelegt, dass wir den theoretischen Stoff, welcher für die Abschlussprüfungen relevant ist, vollständig vermittelt bekommen.

Welche Fähigkeiten werden bei deinem Ausbildungsberuf benötigt?

Ich denke, dass es als Auszubildende zur Medienkauffrau besonders wichtig ist, kreativ und hinsichtlich des digitalen Wandels informiert zu sein. Außerdem sind gewisse Computerkenntnisse, Flexibilität, Kommunikation und Teamfähigkeit meiner Meinung nach sehr wichtig.

Was gefällt dir an deiner Ausbildung?

An meiner Ausbildung gefällt mir, dass ich Einblicke in alle Abteilungen des Unternehmens bekomme und mir sowohl die Herstellungsprozesse von Print- als auch von Onlineprodukten geläufig sind. Zudem finde ich es toll, dass wir die Möglichkeit haben, für verschiedene Projekte und Aufgaben Verantwortung zu übernehmen wie zum Beispiel bei unserem intres-Magazin. Auch die Abwechslung an dem Beruf gefällt mir. Die verschiedenen Abteilungen zeigen unterschiedliche Prozesse und Aufgaben, die einen immer wieder vor neue Herausforderungen stellen.

Gibt es etwas was deinen Ausbildungsbetrieb besonders macht?

An der Schlüterschen Verlagsgesellschaft ist besonders, dass die Auszubildenden hier sehr ernst genommen werden. Wir dürfen die Verantwortung für eine eigene Zeitschrift übernehmen. Zudem haben wir die Möglichkeit, verschiedene Seminare und Schulungen zu besuchen, wie zum Beispiel wöchentlichen Englischunterricht, um unser Business-Englisch zu verbessern, sowie Prüfungsvorbereitungen vor den Abschlussprüfungen. Unsere Förderung und unser Wohl liegen nicht nur unserem Ausbilder, sondern auch allen Mitarbeitern im Unternehmen am Herzen.

Wie sehen deine weiteren beruflichen Pläne aus?

Nach der Ausbildung möchte ich gerne in Berlin Medienpsychologie studieren. Medien werden also weiterhin eine Hauptrolle in meinen beruflichen Plänen spielen.

Gibt es noch etwas, was du Schülern oder angehenden Auszubildenden mitgeben willst?

Ich möchte allen Schülern ans Herz legen, nach der Schule eine Ausbildung zu machen. Ihr lernt die Arbeitswelt kennen, könnt eine berufliche Richtung einschlagen und erfahren, wie es ist, einen geregelten Arbeitsalltag zu haben.

Wir bedanken uns bei Dorothea Meyer für das interessante Gespräch und die tollen Einblicke in den Alltag einer angehenden Medienkauffrau Digital und Print und wünschen weiterhin viel Erfolg in der Ausbildung.

Das Interview führte Jonas Löffel für den Ausbildungsnavigator von Gelbe Seiten.

über den Arbeitgeber:

Schlütersche Verlagsgesellschaft mbH & Co. KG
Hans-Böckler-Allee 7
30173 Hannover
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