Ausbildung zur Konditorin - Interview mit Kira Zeh

Kira Zeh wollte eigentlich schon immer Konditorin werden. Über Umwege landete sie bei der Bäckerei Thiele und in der Ausbildung zur Konditorin. Heute befindet sie sich im zweiten Ausbildungsjahr. Wir haben mit der 20-jährigen über ihre Ausbildung und ihre beruflichen Pläne gesprochen.

Ausbildungsnavigator: Viele Berufswünsche ergeben sich, wenn man selbst noch zur Schule geht. Wie war das bei dir? Wusstest du schon in der Schulzeit, was du später machen willst?

Kira Zeh: Ja! Ich wusste schon in der Grundschule, dass ich Konditorin werden will. Ich habe früher schon immer gerne mit meiner Tante gebacken und das hat sich dann so ergeben.

Wie bist du bei deiner jetzigen Ausbildungsstelle gelandet?

Ich war schon mit 15 mit der Schule fertig und habe dann eine Ausbildung zur Restaurantfachfrau gemacht. Ich war nach der Schule aufgrund des Jugendschutzgesetzes noch zu jung, um als Konditorin zu arbeiten. Deshalb habe ich jetzt meine zweite Ausbildung begonnen. Eigentlich wollte ich aber schon immer Konditorin werden. Ich hatte mich früher auch schon bei Konditoreien für ein Praktikum beworben, die haben aus zeitlichen Gründen aber keine angeboten. Bei Thiele habe ich mich dann für die Ausbildung zur Konditorin beworben und nach einem Vorstellungsgespräch wurde ich dann auch zum Probearbeiten eingeladen.

Wie lief das Vorstellungsgespräch ab? Hattest du dich vorbereitet?

Zunächst haben wir eine Führung durch die Bäckerei bekommen, am zweiten Tag gab es dann auch noch einen Test über die Produkte von Thiele und kleinere Rechenaufgaben. Vorbereitet habe ich mich indem ich mich über Thiele informiert habe.

Hat dich etwas beim Vorstellungsgespräch überrascht?

Hmm.. mich hat überrascht, dass man bei Thiele die Möglichkeit hat nach der Arbeit mit den Produkten eigenständig zu lernen. Einmal im Monat gibt es auch praktische Schulungen. Bei denen übt ein Meister dann mit den Auszubildenden zum Beispiel Schokolade spritzen. Zudem gibt es auch einmal im Monat Schulungen mit Frau Hilgendorff. Mit ihr behandeln wir die Themen aus der Schule und können uns bei Problemen helfen lassen.

Wie waren deine ersten Tage in deinem Betrieb? Was waren deine Aufgaben in der Anfangszeit?

(lacht) Erdbeerkuchen. Also einfachere Sachen, wie zum Beispiel das Streichen von Pudding auf die Böden und das Zuppeln von Erdbeeren. Da kann man nicht so viel falsch machen.

Wie sieht ein typischer Ausbildungstag als Konditorin aus?

Zurzeit haben wir Kirschringe und Windbeutel. Damit fange ich meistens an. Danach mache ich meistens ein paar Sachertorten oder Kräuterquark, dass kommt dann ganz auf den Tag an. Ich bringe die Torten dann auch verpackt und beschriftet zu den LKWs, welche diese dann zu den Filialen fahren. Danach fange ich meistens an zu backen.

Wann bist du immer in der Berufsschule? Und wie sieht dein Alltag in der Berufsschule aus?

Letztes Jahr hatten wir zwei Tage in der Schule, dieses Jahr nur einen. Mehr als einmal ist zurzeit in der Schule auch nicht notwendig. Wir sind jetzt schon mit den ersten beiden Lehrjahren durch und fangen mit dem Stoff aus dem dritten Lehrjahr an. Wir sind ungefähr 12 Konditoren, da lernen wir meistens in einer angenehmen Atmosphäre. Allerdings haben wir aber auch mit den Bäckern Politik, da sind wir dann 26 oder 30 Schüler.

Gibt es seit du deine Ausbildung angefangen hast große Veränderungen für dich?

Ich finde es einfacher als in der Schule, was aber auch daran liegen kann, dass ich älter geworden bin. Die Arbeitszeiten sind halt sehr früh. Montags fangen wir um 2:00 Uhr, dienstags bis freitags um 2:30 Uhr und am samstags um 00:00 Uhr. Das ist schon sehr früh. Im Snack bin ich auch eingearbeitet, da sind die Arbeitszeiten noch früher. Da beginnt man dann schon um 01:15 Uhr. Sich abends mit jemanden zu treffen ist dann natürlich schwierig.

Hast du schon mal an deiner Berufswahl gezweifelt?

Nein, noch nie. Meine Familie dachte, dass ich die zweite Ausbildung vielleicht nicht durchziehe, aber ich bleibe da schon dabei.

Wie sieht dein Plan nach Abschluss der Ausbildung aus?

Wenn ich mit der Ausbildung fertig bin, werde ich erstmal bei Thiele arbeiten. Ich möchte dann aber auf jeden Fall noch weitermachen. Zunächst würde ich gerne meinen Meister machen und auch eine Fortbildung zum Chocolatier. Dann ein bisschen auf einem Kreuzfahrtschiff arbeiten. Und weil ich dann durch meinen Meister studieren könnte, würde ich das wohl auch noch machen, aber wenn dann ein Studium mit viel Praxisnähe. Wenn ich das alles habe, will ich meine eigene Konditorei aufmachen.

Würdest du deinen Ausbildungsbetrieb weiterempfehlen wollen?

Ja, auf jeden Fall. Man bekommt bei Thiele zu den ganzen Hilfeleistungen auch sehr viele finanzielle Mittel. Es gibt zum Beispiel auch ein Bonisystem für Eigeninitative, Hygiene, Teamfähigkeit, Mitarbeit und auch das Berichtsheft. Die Hilfe für die Auszubildenden ist hier schon besonders.

Was würdest du sagen, was braucht man für deinen Ausbildungsberuf?

Auf jeden Fall viel Feingefühl, Geduld und Kreativität.

Gibt es noch irgendetwas was du Schülern oder angehenden Auszubildenden mitgeben willst?

Man sollte bei Vorstellungsgesprächen auf jeden Fall Interesse zeigen. Das finde ich sehr wichtig.

Wir bedanken uns bei Kira Zeh für das interessante Gespräch und die tollen Einblicke in den Alltag einer angehenden Konditorin und wünschen weiterhin viel Erfolg in der Ausbildung.

Das Interview führte Jonas Löffel für den Ausbildungsnavigator von Gelbe Seiten.