Ausbildung zur Kauffrau für Marketingkommunikation - Interview mit Marie Berauer

Im September 2016 begann Marie Berauer ihre Ausbildung zur Kauffrau für Marketingkommunikation bei der SEO-Küche. In diesem Interview gibt sie dir einige nützliche Tipps, sowie einen umfassenden Einblick in ihren Ausbildungsalltag.

Was wolltest du früher einmal werden?

Marie Berauer: Als Kind wollte ich unbedingt Meeresbiologin werden. Der Beruf hat mich damals sehr fasziniert, was wohl daher kam, dass ich mit meiner Familie früher immer viel am Meer war.

Hat sich dein Berufswunsch im Laufe deiner Schulzeit verändert?

Während meiner Schulzeit habe ich viel überlegt, wusste aber lange Zeit nicht, was ich machen will. Damals habe ich noch mit dem Gedanken gespielt, etwas im Bereich Architektur zu machen. Ein Praktikum in der 10. Klasse hat mich allerdings vom Gegenteil überzeugt. Ansonsten war mir immer eher klar, was ich auf keinen Fall machen möchte. Ich wusste zum Beispiel, dass ich nicht so gut für soziale Berufe geeignet bin. Es würde mir zum Beispiel in einem Altersheim schwer fallen das Leid der Leute von meinem Privatleben zu trennen und ich wäre nicht besonders glücklich in diesem Beruf geworden. Ich wollte eigentlich immer etwas Kreatives machen, bei dem ich mit Leuten zu tun habe.

Was waren die ausschlaggebenden Gründe gegen eine Ausbildung zur Architektin?

Ich habe wirklich sehr gern und regelmäßig Häuser von außen gezeichnet. Im Praktikum musste ich aber feststellen, dass es sehr viele Normen gibt, man eigentlich nie seine Wunschprojekte bekommt und oft etwas machen muss, was dem eigenen Stil nicht entspricht.

Wie hast du deinen jetzigen Ausbildungsberuf gefunden?

Mir wurde kurz vor dem Abitur klar, dass ich mich dann doch langsam für eine Berufsrichtung entscheiden muss. Ich fing intensiv an mich zu fragen, was für mich nicht in Frage kommt, so dass ich einige Berufe ausschließen konnte. Fokussiert habe ich mich dann auf die anderen Bereiche. Ich habe mir viele Berufsvideos angesehen und viele Blogbeiträge zum Thema Ausbildung gelesen. Irgendwann bin ich dann auf meinen jetzigen Ausbildungsberuf gestoßen.

Welche Berufe sind in deiner engeren Auswahl gelandet?

Zunächst habe ich mit dem Gedanken gespielt die Ausbildung zur Mediengestalterin zu beginnen. Ich habe dann aber festgestellt, dass mich Marketing mehr interessieren würde.

Wie bist du auf deinen jetzigen Ausbildungsbetrieb aufmerksam geworden?

Nachdem ich wusste, welchen Ausbildungsberuf ich gerne erlernen würde, habe ich mich auf Jobportalen nach Ausbildungsstellen umgeschaut. Ich habe dann eine Auswahl getroffen, mich über mehrere inserierende Unternehmen näher informiert und mich dann schlussendlich auch bei ihnen online beworben. Von meinem jetzigen Ausbildungsbetrieb, welcher damals auch mein Favorit war, habe ich dann auch direkt eine positive Rückmeldung und eine Einladung zum Assessment Center erhalten.

Wie hast du dich auf den Assessment Center vorbereitet?

Uns wurde vorab angekündigt, dass wir einen kurzen Test rund um das Thema Online Marketing schreiben müssen, daher habe ich viel zum Thema Online Marketing gelesen und mir zudem YouTube-Videos von Vorträgen und Seminaren angesehen. Am Ende habe ich mir alles zusammengeschrieben, wie ich es auch immer bei einem Test in der Schule gemacht habe.

Wie lief der Assessment Center ab?

Wir waren vier sichtlich aufgeregte Bewerber. Zunächst wurden wir begrüßt und erhielten eine kurze Einleitung. Dann schrieben wir einen Wissenstest. Im Anschluss wurden uns allgemeine Fragen, wie zum Beispiel „Was sind eure Interessen?“, „Was stellt ihr euch unter der Ausbildung vor?“ und „Was habt ihr vorher so gemacht?“, gestellt. Schließlich mussten wir unterschiedliche Situationen bewerten und Handlungen nach ihrer Wichtigkeit sortieren. Zum Schluss haben wir noch eine E-Mail eines wütenden Kunden vorgelegt bekommen und sollten eine Antwort verfassen.

Wie empfandst du den Assessment Center im Allgemeinen?

Die Aufgaben waren schon recht interessant. Ich war allerdings sehr nervös, da ich mich die ganze Zeit mit den anderen Bewerbern verglichen gefühlt und mich gefragt habe, was die anderen wohl antworten würden.

Und dann kam gleich die positive Rückmeldung und du bist direkt in die Ausbildung gestartet?

Es hat schon ein bisschen gedauert, bis ich eine Rückmeldung bekommen habe, das war aber auch so angekündigt. Und dann wurde ich erstmal zum Probearbeiten eingeladen.

Wie waren deine ersten Tage im Betrieb?

Es hat mich überrascht, dass ich direkt so viel selbst machen durfte. Ich durfte mir Webseiten anschauen und meine Meinung dazu äußern. Und obwohl ich nicht viel Erfahrung hatte, war meine Meinung auch sofort etwas wert. Mit Beginn der Ausbildung wurden wir dann zunächst in jede Abteilung eingeführt.

Was waren deine ersten Aufgaben?

Wir durften Titel und Description einer Webseite, also den Titel und die Beschreibung, welche in den Google-Treffern zu sehen sind, definieren. Das mussten wir dann auch für die gesamten Unterseiten machen. So waren wir eine ganze Weile beschäftigt. Im Nachhinein wurden die Aufgaben dann auch immer direkt besprochen.

Wann bist du immer in der Berufsschule?

Ich habe Blockunterricht, der erste Block war 4 Wochen, die letzten dann immer 3 Wochen lang. Ich muss leider immer nach München pendeln, sodass ich 1 1/2 Stunden Fahrweg habe.

Haben sich für dich noch andere Dinge verändert?

Seit Beginn meiner Ausbildung habe ich weniger Freizeit als noch in der Schulzeit. Das wusste ich vorher gar nicht so zu schätzen. Ich persönlich habe das Glück schon während meiner Zeit am Gymnasium nebenbei bei Tengelmann gearbeitet zu haben und deswegen Erfahrung mit dem Einhalten von Terminen und dem damit verbundenen zuverlässigen und pünktlichen Erscheinen sammeln zu können. Das hilft mir heute in der Ausbildung sehr. Ein großer Unterschied ist zudem, dass man in der Schule immer mit seinen Freunden zusammen war und man sich jetzt explizit Zeit dafür nehmen muss, da jeder zu seinem privaten auch noch ein berufliches Leben hat.

Wann beginnt dein Arbeitstag im Betrieb?

Ich habe Gleitzeit, starte aber eigentlich immer so gegen 8 Uhr und mache dann gegen 16:30 Uhr Feierabend. Wir haben gewisse Kernzeiten, bei denen jeder da sein muss, daher variiert sich mein Arbeitsbeginn immer nur so um 10-20 Minuten. Ich bin mit den Zeiten aber auch sehr zufrieden und habe mich gut auf sie eingestellt.

Was machst du immer als erstes?

Wenn ich morgens auf die Arbeit komme, dann schalte ich erstmal meinen Computer ein und checke meine E-Mails nach neuen Aufgaben. Dann arbeite ich entweder Aufgaben vom Vortag ab oder frag bei den Kollegen meiner aktuellen Abteilung nach neuen. Nach Abschluss bekomme ich dann immer auch direkt Feedback und neue Aufgaben. Ab und an kann es natürlich auch passieren, dass sich andere Aufgaben dazwischenschieben, die nichts mit der aktuellen Abteilung zu tun haben.

In welcher Abteilung bist du zurzeit?

Zurzeit bin ich in der Abteilung Linkbuilding. Ich habe momentan hauptsächlich Rechercheaufgaben, das heißt: Ich recherchiere passende Blogs mit Kommentarfunktionen und Foren für spätere Backlinks unserer Kunden. Ebenfalls pflege ich unsere bestehenden Accounts, indem ich neutrale Beiträge schreibe, da die Accounts sonst schnell als Spam-Account auffallen würden. Zurzeit suche ich auch recht häufig Blogs für Gastbeiträge unserer Kunden. Außerdem durfte ich bereits Backlinkanalysen und Mitbewerberlinkanalysen durchführen.

Unterscheiden sich deine Aufgaben von Tag zu Tag?

Die Aufgaben sind immer sehr unterschiedlich. Es kommt immer auch darauf an für welchen Kunden man gerade etwas macht. Bei Neukunden ist es sehr viel leichter massig Links aufzubauen, da ihr Linkprofil (in den meisten Fällen) noch nicht so gut ist. Bei bestandenen Kunden muss man dann oft sehr viel länger suchen.

Welche Themen bearbeitet ihr in der Berufsschule?

In der Berufsschule haben wir einmal den ganz normalen Lernfelder-Unterricht, in dem wir zurzeit das kaufmännische lernen und später dann die für Marketing relevanteren Themen. Wir haben zudem auch Sport, Rechnungswesen, Englisch mit Fokus auf Business-Englisch und Sozialkunde. Ich belege momentan zusätzlich die Wahlfächer Fotografie und Kommunikationspsychologie

Unterscheidet sich der Unterricht in der Berufsschule von dem im Gymnasium?

Der Sportunterricht ist komplett anders als in der Schule. Sport haben wir immer am Montagmorgen. Wir rennen zunächst immer zu Beginn ein paar Mal um die Halle. Danach steht es uns frei zu tun, was wir machen wollen. Es finden sich dann immer Gruppen zusammen, die etwas spezielles, wie zum Beispiel Ping Pong, Volleyball, Federball oder Yoga, machen wollen.

Bereiten dir Fächer oder Themen in der Berufsschule Probleme?

Vom Englischunterricht in der Berufsschule war ich zu Beginn ein wenig schockiert. Meine Englischkenntnisse sind zwar ganz gut, der Fokus in der Berufsschule ist aber ein ganz anderer. Es geht nicht so viel um das was man kann, sondern darum wie schnell man etwas lernt.

Welche Fähigkeiten benötige ich für deinen Ausbildungsberuf?

Du solltest auf jeden Fall kommunikativ und lernbereit sein, weil es ein spezieller Beruf mit Themen ist, welche man weder in der Schule, noch sonst irgendwo lernt. Du solltest außerdem Computer-affin sein. Wenn du es hasst vor dem Computer zu sitzen, solltest du meinen Ausbildungsberuf nicht wählen. Kreativität wäre zudem auch nicht schlecht.

Was gefällt dir an deiner Ausbildung?

Mir gefällt, dass sie sehr abwechslungsreich ist, man ständig etwas anderes macht und neue Sachen lernt, sei es durch Webinare oder Schulungen.

Gibt es etwas was deinen Ausbildungsbetrieb besonders macht?

Wir verstehen uns untereinander wahnsinnig gut. Wir haben keine starken Hierarchien und mein Ausbilder und meine Kollegen wollen auch wirklich, dass ich etwas lerne. Jeder ist bereit mir etwas zu erklären und nimmt meine Meinung ernst.

Wie sehen deine weiteren beruflichen Pläne aus?

 Ich möchte meine Ausbildung fertig machen und währenddessen feststellen, welche Abteilung mir am besten gefällt. Ich könnte mir vorstellen, dass ich nach der Ausbildung auch nochmal studiere, vorher möchte ich aber noch weitere Berufserfahrung sammeln.

Gibt es noch etwas was du Schülern oder angehenden Auszubildenden mitgeben willst?

Ich würde auf jeden Fall allen, die das Gefühl haben, dass sie sich für einen Beruf entscheiden müssen, mitgeben, dass sie sich nicht so viele Sorgen machen sollen. Ich habe mir damals sehr viele Sorgen gemacht, dass mir das Gewählte später dann gar nicht mehr gefällt. Es kann echt beängstigend sein, aber man sagt ja: Irrwege erweitern die Ortskenntnis. Am Ende muss man auf jeden Fall etwas machen. Es muss nie das letzte sein, was man macht.

Wir bedanken uns bei Marie Berauer für das interessante Gespräch und die tollen Einblicke in den Alltag einer angehenden Kauffrau für Marketingkommunikation und wünschen weiterhin viel Erfolg in der Ausbildung.

Das Interview führte Jonas Löffel für den Ausbildungsnavigator von Gelbe Seiten.

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