Ausbildung zur Fachverkäuferin - Interview mit Vanessa Rosenhagen

Vanessa Rosenhagen schnupperte nach der Schule bei verschiedenen Firmen hinein und fand so eine passende Ausbildungsstelle für sich. Im August 2016 begann sie dann bei der Bäckerei Thiele eine Ausbildung zur Fachverkäuferin. Wir haben uns mit ihr über ihre Ausbildungswahl und ihre ersten Eindrücke unterhalten.

Ausbildungsnavigator: Viele Berufswünsche ergeben sich, wenn man selbst noch zur Schule geht. Wie war das bei dir? Wusstest du schon in der Schulzeit, was du später machen willst?

Nein, eigentlich nicht. Die Ausbildung zur Bäckereifachverkäuferin habe ich erst letztes Jahr für mich entdeckt. Wir hatten allerdings so etwas ähnliches in der Schule, wo wir Brötchen belegt und verkauft haben.

Wie bist du bei deiner jetzigen Ausbildungsstelle gelandet?

Ich hatte mich beworben und konnte im April diesen Jahres zwei Tage in einer Filiale von Thiele zur Probe arbeiten. Die Uhrzeiten und Tage durfte ich mir sogar selber aussuchen.

Wie waren die Probetage für dich?

Ich fand es sehr spannend. Das Arbeiten als Verkäuferin hat mir Spaß gemacht und ich wollte dabei bleiben.

Gab es andere Ausbildungen, die dich auch interessiert haben?

Eigentlich wollte ich eine Ausbildung zur Kauffrau im Einzelhandel machen, aber da wurde ich nirgendwo angenommen. Arzthelferin und Zahnarzthelferin hatten mich auch interessiert. Nach Probearbeiten in einer Zahnarztpraxis wurde mir aber schnell klar, dass das nichts für mich ist.

Hattest du beim Bäcker Thiele ein Vorstellungsgespräch? Und wie hast du dich vorbereitet?

Ja, noch vor dem Probearbeiten. Es gab sogar einen kleinen Mathetest und es wurde konkret nach Produkten von Thiele gefragt. Insgesamt ging das Gespräch bestimmt eine Stunde. Vorbereitet habe ich mich indem ich mich vorher im Internet über den Bäcker Thiele informiert habe. Nach dem Probearbeiten habe ich dann aber direkt eine Zusage für eine Ausbildung bekommen.

Wie waren deine ersten Tage in deinem Betrieb? Was waren deine Aufgaben in der Anfangszeit?

Die ersten Tage waren sehr gut, mir wurde zunächst ausführlich der Betrieb gezeigt. Am Anfang war das dann alles bisschen ungewohnt, ich musste mich vor allem an die Kasse und das lange Stehen gewöhnen.

Wie sieht ein typischer Ausbildungstag als Fachverkäuferin aus?

Wenn ich Frühschicht habe, räume ich entweder den Tresen ein oder bin im Snackbereich und backe Brötchen. Bei der Spätschicht schreibe ich die Retoure oder und spüle zum Beispiel die Bleche. In der mittleren Schicht von 8-16 Uhr muss ich eigentlich nur bedienen und den Tresen auffüllen. Am Samstag sind die Aufgaben identisch, es ist nur immer sehr viel mehr los.

An welchen Tagen bist du in der Berufsschule?

Ich bin von Montag bis Mittwoch im Betrieb, Donnerstag und Freitag bin ich in der Schule, Samstag bin ich dann wieder im Betrieb.

Wie sieht der Unterricht in der Schule aus?

Unser Unterricht ist in Lernfelder unterteilt. Das sind dann Felder wie zum Beispiel Kohlenhydrate, Fette und Eiweiß. In Mathe haben wir um erstmal wieder hereinzukommen die Grundrechenarten gemacht. Im Deutschunterricht haben wir das Thema Kommunikation. In Religion hatten wir das Thema Sexualkunde, Drogen und Süchte. Zudem haben wir auch noch Politik, dort ist das Thema zurzeit soziale Sicherung. In der Klasse waren wir am Anfang an die 30, jetzt sind wir nur noch 18. Das ist eine ganz angenehme Größe.

Hast du schon mal an deiner Berufswahl gezweifelt?

Gezweifelt habe ich noch nicht. Ich habe von Anfang an gemerkt, dass die Ausbildung Spaß macht und ich sie weitermachen will.

War ein Studium jemals eine Alternative für dich?

Nein, bisher noch nicht. Ich glaube, dass ein Studium nichts für mich ist. Eine praktische Ausbildung gefällt mir da besser.

Würdest du deinen Ausbildungsberuf weiterempfehlen wollen?

Es kommt immer auf die Persönlichkeit an, ob jemand Spaß daran hat Kunden zu bedienen. Wenn mich jemand fragt, würde ich meinen Ausbildungsberuf aber auf jeden Fall weiterempfehlen. Mir persönlich macht der Kundenkontakt sehr viel Spaß.

Würdest du auch deinen Ausbildungsbetrieb weiterempfehlen wollen?

Meinen Betrieb würde ich definitiv weiterempfehlen wollen. Die Bäckerei Thiele setzt sich schon ziemlich für uns Auszubildenden ein. Wir haben einmal im Monat eine Schulung, wo sich die Azubis der verschiedenen Lehrjahre treffen. Dort sprechen wir dann über die Themen der Schule. Letzten Mittwoch gab es aber auch zum Beispiel ein Seminar zur Entstehung der Bäckerei Thiele.

Weißt du schon was du nach der Ausbildung machen willst?

Ich denke ich werde danach noch paar Jahre in diesem Beruf bleiben. In ein paar Jahren könnte ich mir wiederum vorstellen nochmal etwas anderes zu machen.

Gibt es noch irgendetwas was du Schülern oder angehenden Auszubildenden mitgeben willst?

Seid motiviert euch zu bewerben. Es bringt wirklich etwas, wenn man sich hinsetzt und sich bewirbt.

Wir bedanken uns bei Vanessa Rosenhagen für das interessante Gespräch und die tollen Einblicke in den Alltag einer angehenden Bäckereifachverkäuferin und wünschen weiterhin viel Erfolg in der Ausbildung.

Das Interview führte Jonas Löffel für den Ausbildungsnavigator von Gelbe Seiten.