Ausbildung zum Zimmerer – Interview mit Jan Hummel

Jan Hummel wusste schon als kleines Kind, dass er gerne etwas mit Holz machen würde. Heute macht er eine Ausbildung zum Zimmerer bei dem Fertighaushersteller SchwörerHaus. Im Interview mit ihm erfahren wir, welche Fähigkeiten als Zimmerer benötigt werden und was seinen Ausbildungsbetrieb besonders macht.

Ausbildungsnavigator: Was wolltest Du früher einmal werden?

Jan Hummel: Ich wusste schon als kleines Kind, dass ich gerne etwas mit Holz machen möchte. Deswegen habe ich in der 9. Klasse ein Praktikum in einer Zimmerei gemacht. Damals habe ich aber auch noch überlegt, evtl. eine Ausbildung zum Schreiner zu beginnen. Weil ich aber lieber etwas Großes bauen möchte, habe ich das wieder verworfen.

Was ist der große Unterschied zwischen dem Beruf des Zimmerers und dem Beruf des Schreiners?

Als Schreiner arbeitet man mit kleineren Dingen und benötigt somit noch mehr Fingerspitzengefühl als bei den Tätigkeiten des Zimmerers. In einer Schreinerei kommt es häufig auf Millimeterarbeit an.

Gab es für dich noch andere Stationen zwischen Schulabschluss und Beginn der Ausbildung?

Ich habe während der Schule ein Praktikum als Industriemechaniker gemacht, musste aber feststellen, dass mir die Arbeit mit Holz mehr zusagt, als die mit Metall. In der 9. Klasse landete ich deswegen dann auch schon für ein Praktikum bei meinem jetzigen Ausbildungsbetrieb SchwörerHaus.

Wie bist Du auf das SchwörerHaus aufmerksam geworden?

Ich habe damals während meiner Schulzeit einen Flyer gesehen, fand den Betrieb interessant und habe gedacht, das könnte passen. Mein Schulpraktikum bei SchwörerHaus ging über eine Woche. In dieser Zeit wurde mir der Betrieb gezeigt, zudem durfte ich auch schon handwerklich tätig werden. Das hat mir alles sehr viel Spaß gemacht, sodass ich mich dann bei der Suche nach einem Ausbildungsbetrieb daran zurückerinnert habe.

Gab es vor der Einstellung ein Vorstellungsgespräch oder ein Bewerbungsgespräch?

Es gab ein Vorstellungsgespräch, sogar mit einem Eignungstest. Uns wurden viele mathematische und holzspezifische Fragen gestellt. Im Anschluss gab es dann noch ein persönliches Gespräch mit meinem jetzigen Meister und der Ausbildungsleiterin.

Wie waren deine ersten Tage im Betrieb?

Da ich im ersten Lehrjahr die einjährige Berufsfachschule besuche und nur einen Tag die Woche im Betrieb bin, konnte ich ab 01.09.,  zwei Wochen vor Schulstart, schon bei SchwörerHaus mitarbeiten. Ich war von Beginn an voll integriert und konnte an verschiedenen Arbeitsstationen helfen.

Was waren die ersten Aufgaben in deiner Ausbildung?

Da wir ein Fertighausbetrieb sind, haben wir verschiedene Stationen in der Produktion für die verschiedenen Hauskomponenten, also z.B. für die Wand, das Dach usw., in welche ich bereits jetzt Einblicke bekommen habe. Ich war schon bei Montagetätigkeiten dabei, z.B. einer großen Notfalltreppe in unserem Sägewerk und bei verschiedenen Azubiaktionen, wie z.B. dem Schwörer-Erlebnistag oder dem Azubisporttag.

Unterscheidet sich das Lernen in der Ausbildung von dem Lernen in der Schule?

Ja, auf jeden Fall. Es ist spezieller als in der Realschule, also inhaltlich genau auf mein Berufsfeld ausgerichtet.

Was ist in der Berufsschule wichtig?

Die Fächer Mathe und Deutsch, aber vor allem auch die zwei praktischen Tage in der Werkstatt, die man jede Woche hat. Hier baut man dann schon richtig.

Gab es für dich Veränderungen mit dem Beginn der Ausbildung?

Ich muss früher aufstehen und komme meist auch später nach Hause, als noch in der Schulzeit. Meine Hobbys kann ich aber abends und am Wochenende immer noch ausüben.

Wie sieht ein typischer Ausbildungstag beim SchwörerHaus aus?

Ich beginne um 6:30 Uhr mit der Arbeit, gehe zunächst zu meinem Meister und frage ihn, was heute zu tun ist. Bei neuen Aufgaben werden mir dann immer erst die verschiedenen Schritte und Maschinen erklärt. Schön ist, dass die Aufgaben sehr abwechslungsreich sind. Feierabend habe ich dann um 15:30 Uhr.

Wie ist die Berufsschule aufgebaut?

Im ersten Jahr habe ich ein Fach mit dem Namen berufliche Fachkompetenz. Das ist ein sehr breit gefächertes Fach, in dem ich in einem Jahr alle Berufe des Bauwesens kennen lerne. In den beiden Jahren darauf bekomme ich in dem Fach dann theoretische und praktische Inhalte speziell für den Beruf des Zimmerers.

Welche Fähigkeiten benötige ich für deinen Ausbildungsberuf?

Du solltest schwindelfrei sein, weil du schon mal auf ein Dach klettern musst. Zudem benötigst du auf jeden Fall einiges an handwerklichem Geschick. Kraft und körperliche Belastbarkeit schadet auch nicht.

Was gefällt dir an deiner Ausbildung?

Mir gefällt, dass der Tag immer abwechslungsreich ist, ich viele verschiedene Aufgaben bekomme und selten dasselbe machen muss. Außerdem gefallen mir der Zusammenhalt und die Hilfsbereitschaft der Kollegen und Vorgesetzten.

Gibt es etwas, was deinen Ausbildungsbetrieb besonders macht?

Besonders ist, dass wir ein Fertighausbetrieb sind mit moderner industrieller Technologie bei Produktion und Montage. Wir machen im Vergleich zu Handwerksbetrieben keine Restaurierungen von Altbauten. Pro Jahr werden ca. 800 SchwörerHäuser europaweit montiert. SchwörerHäuser haben einen sehr hohen Standard bei Architektur, Haustechnik und sind besonders energieeffizient. Wir haben auch sehr viele Patente. Ausbildung hat bei SchwörerHaus einen sehr hohen Stellenwert und uns Azubis wird besonders viel geboten.

Wie sehen deine weiteren beruflichen Pläne aus?

Nach meiner Ausbildung will ich erstmal eine Weile arbeiten und dann vielleicht den Meister oben draufsetzen.

Was glaubst Du, wissen die wenigsten über deine Ausbildung?

Ich glaube, viele wissen nicht, wie vielfältig die Arbeit als Zimmerer ist und wie viele Möglichkeiten es nach einer Ausbildung zum Zimmerer gibt: in der Hausproduktion, in einer Produktionshalle, bei der Montage, auf Baustellen, in der Produktion von hochwertigen Holzwerkstoffen, wie Brettschichtholz oder Konstruktionsvollholz, im Modernisierungsservice, nach einer Aufstiegsfortbildung zum Techniker oder Meister als Bauleiter oder in der Konstruktion.

Wir bedanken uns bei Jan Hummel für das interessante Gespräch und die tollen Einblicke in den Alltag eines angehenden Zimmerers und wünschen weiterhin viel Erfolg in der Ausbildung.

Das Interview führte Jonas Löffel für den Ausbildungsnavigator von Gelbe Seiten.

über den Arbeitgeber:

SchwörerHaus KG
Hans-Schwörer-Str. 8
72531 Hohenstein
SchwörerHaus ist mit über 39.000 gebauten Häusern einer der größten Fertighaushersteller in Deutschland.
Das Unternehmen im Detail