Gehaltsvergleich in Deutschland: Neue und alte Bundesländer

Seit der deutschen Wiedervereinigung sind einige Jahre vergangen und viele Aspekte haben sich in der Zwischenzeit angeglichen. Doch wie steht es um die Gehälter?

Gehalt.de hat 339.006 Gehaltsdaten aus den alten und neuen Bundesländern verglichen und die Unterschiede ermittelt. In die Auswertung fließen lediglich Daten von Fachkräften.  

Im Westen Deutschlands gibt es 25 Prozent mehr Gehalt

Unabhängig von Berufen und Branchen erhalten Beschäftigte in den alten Bundesländern 25 Prozent mehr Gehalt als ihre Kollegen im Osten der Republik.

Das durchschnittliche Gehaltsniveau beträgt in den neuen Bundesländern 34.308 Euro. Absoluter Spitzenreiter ist hierbei Berlin. Mit großem Abstand folgen Thüringen und Sachsen. Schlusslicht ist Mecklenburg-Vorpommern. Das Durchschnittseinkommen liegt hier bei 30.607 Euro im Jahr.

Die durchschnittlichen Gehälter je nach Bundesland seht ihr in der nachfolgenden Tabelle:

Was schon das Ergebnis in unserem Gehaltsatlas 2016 zeigte, bestätigt sich erneut in dieser aktuellen Studie. Das Ranking in den alten Bundesländern führen Hessen, Baden-Württemberg sowie Bayern an. Hier liegen die durchschnittlichen Gehälter bei über 44.600 Euro im Jahr. Den letzten Platz belegt Schleswig-Holstein: Im nördlichsten Bundesland Deutschlands liegt das Durchschnittseinkommen bei jährlich 36.581 Euro.

Eine Übersicht über das Durchschnittseinkommen in den alten Bundesländern findet ihr hier:

25 Prozent Lohnunterschied – Warum ist das so?

Womit lässt sich das Gefälle von 25 Prozent zwischen alten und neuen Bundesländern erklären? Hierfür gibt es unterschiedliche Ursachen: Industrien, große Unternehmen oder hochdotierte DAX-Unternehmen ihren Firmensitz in der Regeln im Westen Deutschlands – im Osten dagegen nur vereinzelt. Großkonzerne verfügen über hohes Kapital, was sich eben auch im Personalbudget bemerkbar macht. Wer die besten Talente auf dem Arbeitsmarkt haben möchte, greift gerne auch tiefer in die Tasche. Betrachten wir beispielsweise die Küstenregion in Schleswig-Holstein bemerken wir sehr schnell – auch hier sitzen nur wenige große Unternehmen. Die Region ist vorrangig bestimmt von der Freizeit- und Tourismusindustrie.  

Was bei einem so großen Gehaltsvergleich außerdem beachtet werden muss, sind die unterschiedlichen Lebenshaltungskosten in den Regionen. Beschäftigte in München beziehen zwar hohe Gehälter, jedoch bezahlen sie für ihre Wohnung deutlich mehr als beispielsweise Fachkräfte in kleinen Städten in Brandenburg oder Schleswig-Holstein mit einem geringeren Einkommen. Die Unterschiede in der Lebenshaltung beziehen sich nicht nur auf Mietkosten – auch Immobilienpreise sowie der öffentliche Personennahverkehr sind hiervon betroffen. 

Eine Ausnahme bildet jedoch Berlin. Hier sind die Gehälter vergleichsweise hoch. Der Grund dafür ist die dortige Start-Up-Mentalität sowie die generell sehr große Anziehungskraft der Stadt. Auch in Leipzig siedeln sich mehr und mehr Unternehmen der Gründerszene an. Ob sich die Gehälter jedoch in einigen Jahren auf einem ähnlichen Niveau wie das der Landeshauptstadt befinden, ist fraglich.

Zur Methodik

Das Vergleichsportal Gehalt.de analysierte 339.006 Gehaltsdatensätze aus den alten und neuen Bundesländern. Bei allen Angaben handelt sich um durchschnittliche Bruttojahresgehälter von Fachkräften ohne Personalverantwortung aus den vergangenen 12 Monaten.

Berit Kreyenborg

Ich heiße Berit Kreyenborg und arbeite als Junior PR Managerin bei PersonalMarkt in Hamburg. Dort sorge ich in der Abteilung „PR und Kommunikation“ dafür, dass unsere Produkte Gehalt.de und Compensation Partner mit aktuellen Studien zu Gehalts- und Karrierethemen die Online- und Offline-Medien erreichen. Ich bin außerdem für die interne Kommunikation im Unternehmen zuständig.

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