Arbeitsunfall in der Ausbildung: Was passiert danach?

Eine falsche Bewegung, einen kurzen Augenblick nicht aufgepasst – auf diese Weise kann es zu einem Arbeitsunfall in der Ausbildung kommen. Hier liest du, wie du dich in einer solchen Situation richtig verhältst und was passiert, falls du nach dem Unfall nicht sofort wieder arbeiten kannst.

Nach dem Arbeitsunfall zum Durchgangsarzt

Wenn du dich bei einem Arbeitsunfall verletzt hast, solltest du deinen Ausbilder oder Vorgesetzten unmittelbar darüber informieren. Dieser wird dich zu einem sogenannten Durchgangsarzt schicken. Dabei handelt es sich um einen Arzt, der sich speziell mit Unfällen auskennt und der Berufsgenossenschaft bekannt ist. Er oder sie wird dich untersuchen und behandeln. Je nachdem, was genau passiert ist, musst du dich ein paar Tage schonen oder fällst vielleicht sogar wochenlang bei der Arbeit aus.

Berufsgenossenschaft übernimmt Kosten für medizinische Behandlung

Falls du durch den Arbeitsunfall in der Ausbildung so verletzt wurdest, dass du vorerst nicht arbeiten kannst, brauchst du dir keine Sorgen um finanzielle Einbußen zu machen. Sobald du länger als drei Tage nach dem Unfall arbeitsunfähig bist, meldet dein Arbeitgeber den Vorfall und die Berufsgenossenschaft kümmert sich um alles Weitere. Sie kommt finanziell für deine Behandlung auf und betreut dich auch bei langwierigen Verletzungen, die zum Beispiel eine Rehabilitation nötig machen.

Arbeitgeber zahlt Gehalt sechs Wochen weiter

Durch den Arbeitsunfall entstehen also keine medizinischen Kosten für dich. Und auch auf dein Gehalt musst du nicht verzichten. Wenn du wochenlang nicht arbeiten kannst, erhältst du dennoch deinen gewohnten Lohn von deinem Arbeitgeber, zumindest sechs Wochen lang. Voraussetzung dafür ist allerdings, dass du bereits mindestens vier Wochen in dem Unternehmen tätig bist.

Nach den sechs Wochen zahlt deine Krankenkasse dir ein Verletztengeld in Höhe von 80 Prozent deines normalen Gehalts, bis du deine Ausbildung wieder aufnehmen kannst.

Unfallprävention in der Ausbildung

Damit es gar nicht erst zu einem Arbeitsunfall in der Ausbildung kommt, solltest du alles daransetzen, einer solchen Situation vorzubeugen. Falls dein Ausbilder dich nicht von selbst darauf hinweist, erkundige dich gezielt nach den Vorsichtsmaßnahmen, die für die tägliche Arbeit in deinem Ausbildungsbetrieb nötig sind. Vielleicht brauchst du spezielle Schutzkleidung oder -schuhe oder musst mit teils gefährlichen Maschinen wie Sägen oder Bohrern umgehen. Aber auch bei scheinbar harmlose Tätigkeiten wie Reinigungsarbeiten kann es bei Unachtsamkeit zu einem Arbeitsunfall kommen – auf einem frisch gewischten Boden etwa kann man leicht ausrutschen und sich verletzen.

Am besten besprichst du mit deinem Ausbilder oder Vorgesetzten, wo Gefahren innerhalb deiner täglichen Arbeit lauern. Nur wenn du dir dieser bewusst bist, kannst du darauf achten und einem Arbeitsunfall womöglich vorbeugen.