Stellenanzeigen richtig lesen: Erkennen, ob der Job passt

Hurra! Endlich fertig mit der Ausbildung! Doch nun folgt der nächste Schritt: Stellenanzeigen lesen. Teilweise ist es gar nicht so einfach, zwischen den vielen Floskeln und Phrasen die Anforderungen des Jobs herauszufiltern. Die folgenden Tipps helfen dir dabei:

Notwendige oder erwünschte Qualifikationen?

Stellenanzeigen listen in der Regel stets sowohl notwendige als auch erwünschte Anforderungen auf. Du musst nicht jede der Wunschanforderungen erfüllen, um Chancen auf den Job zu haben, aber die notwendigen Qualifikationen solltest du aufweisen. Dazu gehören zum Beispiel sogenannte Hard Skills wie Schulabschluss, Ausbildung und/oder Studium. Muss-Kriterien werden in der Regel an erster Stelle in der Auflistung genannt und mit Formulierungen eingeleitet wie "Sie bringen mit ...", "Voraussetzungen sind ..." oder "... sind erforderlich".

Wunschanforderungen, die deine Chancen verbessern, wenn du sie erfüllst, aber nicht ruinieren, wenn sie nicht zu deinen Fähigkeiten zählen, sind meistens im Konjunktiv verfasst. Überdies lässt sich auch in den Formulierungen der Wunsch erkennen: "Idealerweise", "Optimal wäre ...", "Wünschenswert sind ..." oder "Ausbaufähige Kenntnisse ...".

Selbstbeschreibung des Unternehmens richtig lesen

In Stellenausschreibungen findest du nicht nur, welche Qualifikationen du selbst mitbringen musst, um den Job zu bekommen, sondern auch ein kurzes Unternehmensporträt und was die Firma dir bietet. Einige der hier gebräuchlichen Floskeln solltest du allerdings mit Vorsicht betrachten.

Ein "dynamisches Unternehmen" und "flache Hierarchien" kann ein frisch gegründetes Start-up bedeuten, in manchen Fällen aber auch auf eine eher unorganisierte Struktur hinweisen. Ein "junges Team" und "Entwicklungsmöglichkeiten" können manchmal darauf hindeuten, dass eine hohe Fluktuation herrscht. Das "angenehme Betriebsklima" ist eigentlich selbstverständlich – wird das extra betont, kann das ein Hinweis darauf sein, dass es sonst kaum positive Aspekte gibt; vergleichbar damit, wenn in deinem Arbeitszeugnis steht: "Er/Sie hat sich bemüht und war immer pünktlich." Und "Marktführer" kann sich im Grunde jeder nennen.

Stellenanzeige deuten: Was sind Warnsignale?

Allerdings müssen dich solche Floskeln nicht davon abhalten, dich zu bewerben, wenn ansonsten alles passt. Spätestens beim Bewerbungsgespräch kannst du die Personaler nach konkreten Informationen fragen und auf dein Bauchgefühl hören. Es gibt jedoch auch Stellenanzeigen, die unseriös sind. Ist zum Beispiel von keiner Jobbeschreibung zu lesen, dafür steht nur vage etwas von "selbstständiger Arbeit", "freier Zeiteinteilung" und "attraktiver Bezahlung", kann es sich um Abzocke handeln.

Musst du eine ominöse Gebühr entrichten, um dort zu arbeiten, ist das in der Regel ein Warnsignal. In solchen Fällen kannst du davon ausgehen, dass du selbst kein Geld bekommst. Ist darüber hinaus nicht zu erkennen, welches Unternehmen hinter der Stellenausschreibung steckt, solltest du ebenfalls von einer Bewerbung dort absehen.