Übernahme nach der Ausbildung? So läuft das Gespräch mit dem Chef

Ob die Übernahme nach der Ausbildung klappt, solltest du am besten ein paar Monate vor deiner Abschlussprüfung mit deinem Chef klären. Wie du ein solches Gespräch am besten vorbereitest und was dabei auf dich zukommt, erfährst du hier.

Übernahmegespräch ähnelt dem Bewerbungsgespräch

Im Grunde genommen ist das Übernahmegespräch nicht viel anders als ein Bewerbungsgespräch. Du hast jedoch den großen Vorteil, dass du die Aufgaben, die Kollegen und das Unternehmen schon kennst und dir daher konkretere Argumente für eine Übernahme nach der Ausbildung überlegen kannst.

Trotzdem solltest du dir dessen bewusst sein, dass es nicht selbstverständlich ist, dass du nach der Abschlussprüfung übernommen wirst und einen unbefristeten Arbeitsvertrag bekommst. Kümmere dich also rechtzeitig – etwa drei Monate vor der Abschlussprüfung – um einen Termin für ein Gespräch beim Chef, sofern dieses dir nicht angeboten wird.

Das wird vor einer Übernahme nach der Ausbildung besprochen

Im Gespräch zur Übernahme nach der Ausbildung zieht der Chef mit dir zusammen Bilanz über deine Zeit im Unternehmen. Ihr sprecht zum Beispiel darüber, wie die Ausbildung verlaufen ist, ob du deine Lernziele erreicht hast und wie dir die Aufgaben gefallen haben. Deine Stärken und Schwächen werden analysiert, sowohl in Sachen Fachkompetenz als auch Sozialkompetenz. Dabei geht es nicht nur darum, wie zufrieden deine Vorgesetzten und Kollegen mit dir waren, sondern auch darum, ob es dir gefallen hat.

Dein Chef wird dir eventuell auch erklären, wie die Situation des Unternehmens am Markt aussieht, welche Möglichkeiten und Chancen du in der Firma nach der Übernahme hättest. Es kann sein, dass du außerdem mit simulierten Verkaufsgesprächen rechnen musst, wenn du nach der Ausbildung im Außendienst arbeiten willst oder Kontakt zu Kunden haben wirst. Ein gutes Zeichen ist, wenn ihr am Ende über konkrete Rahmenbedingungen nach der Übernahme sprecht. Dazu gehören künftige Aufgabengebiete, Arbeitszeiten und dein Gehalt.

Welche Rechte und Pflichten hast du?

Der Ausbildungsbetrieb ist keineswegs dazu verpflichtet, dich zu übernehmen. Allerdings hast du ein Recht auf Übernahme, wenn das Unternehmen dich nach bestandener Abschlussprüfung trotzdem noch beschäftigt – selbst, wenn du nur noch ein paar Stunden aushilfst. Manchmal passiert das versehentlich, aber verlasse dich sicherheitshalber nicht darauf.

Ansonsten liegt die Entscheidung jedoch im Wesentlichen bei deinem Arbeitgeber. Er kann dir sogar für den Anfang nur einen befristeten Vertrag anbieten oder dir eine erneute Probezeit abverlangen. Schließlich ist es doch noch etwas anderes, ob du eine Ausbildung machst oder als vollwertiger Mitarbeiter im Unternehmen angestellt bist.

Gespräch mit dem Chef gut vorbereiten

Überlege vor dem Gespräch mit dem Chef, welche Argumente aus deiner Sicht für eine Übernahme nach der Ausbildung sprechen. Erkundige dich nach Feedback von deinen Kollegen und Vorgesetzten, um einzuschätzen, was du gut gemacht hast und wo du dich noch verbessern kannst. Mach dir Gedanken darüber, warum du für die Firma wichtig bist, wie du zu ihrem Erfolg beitragen kannst.

Rechne außerdem mit Gegenargumenten und schau, wie du darauf reagieren kannst, um sie zu entkräften. Kritik im Gespräch mit dem Chef solltest du dir aufmerksam anhören und zeigen, dass du dir der angesprochenen Punkte bewusst bist und daran arbeitest. Liefere möglichst für jedes Problem und jeden Kritikpunkt gleich einen konkreten Lösungsvorschlag mit und unterstreiche diesen mit Beispielen, um zu beweisen, dass du bereits dabei bist, deine Schwächen auszubessern. Betone aber trotzdem auch deine Stärken, damit sich das Gespräch nicht nur darum dreht, was du noch nicht so gut kannst.

Während des Gesprächs Notizen machen

Schreib dir alle Ergebnisse und Vereinbarungen des Gesprächs auf und verlasse dich nicht auf mündliche Zusagen. Diese haben zwar rechtlich betrachtet genauso viel Wert wie schriftliche Vereinbarungen, lassen sich jedoch im Nachhinein nur schwer beweisen – und im Zweifel sitzt dein Chef leider am längeren Hebel.

Verläuft das Gespräch positiv und ihr einigt euch auf eine Übernahme nach der Ausbildung, solltet ihr auch an Ort und Stelle einen verbindlichen Termin für den Arbeitsbeginn festlegen und ein Datum verabreden, um den Arbeitsvertrag zu unterschreiben.