Diese Punkte sollte dein Ausbildungsvertrag unbedingt enthalten

Du hast einen Ausbildungsplatz gefunden und hältst endlich den Ausbildungsvertrag in der Hand? Herzlichen Glückwunsch! Der Vertrag fasst alle wichtigen Punkte für das künftige Arbeitsverhältnis zwischen dir und deinem Ausbildungsbetrieb zusammen. Wichtig ist, dass er alle gesetzlich vorgeschriebenen Anforderungen erfüllt.

Notwendige Eckpfeiler im Ausbildungsvertrag

Welche Punkte ein Ausbildungsvertrag enthalten muss, ist gesetzlich geregelt. So muss das Dokument auf jeden Fall klar festlegen, wer die beiden Vertragspartner sind, nämlich du und dein Ausbildungsbetrieb. Außerdem muss der Vertrag die genaue Bezeichnung deines Ausbildungsberufs sowie den Ausbildungsort beinhalten. Laut Gesetz muss auch festgehalten werden, was du in deinem Betrieb lernst und wie deine Ausbildung inhaltlich und zeitlich gegliedert ist. Dazu zählen zum Beispiel der Beginn und die Dauer deiner Berufsausbildung. Zusätzlich legt der Arbeitgeber im Vertrag die Dauer deiner täglichen Arbeitszeit und deiner Probezeit fest. Der Ausbildungsvertrag regelt außerdem, wie viele Urlaubstage du pro Jahr nehmen darfst.

Vergütung, Kündigung und Co.

Für viele Azubis einer der wichtigsten Punkte: die Vergütung. In deinem Ausbildungsvertrag müssen für jedes Lehrjahr genaue Angaben zur Höhe und Zahlung deiner Brutto-Ausbildungsvergütung festgehalten sein. Die Höhe orientiert sich in der Regel an den Tarifverträgen der Gewerkschaft, dem dein Ausbildungsbetrieb angehört.

Außerdem müssen in deinem Ausbildungsvertrag alle Informationen zu sogenannten außerbetrieblichen Maßnahmen enthalten sein. Dazu zählen zum Beispiel Lehrgänge, an denen du teilnimmst. Auch ein allgemeiner Hinweis auf mögliche Tarifverträge, Dienst- oder Betriebsvereinbarungen, die für deine Ausbildung gelten, darf nicht fehlen. Ebenfalls wichtig: alles rund um das Thema Kündigung. Hier gelten laut Berufsbildungsschutzgesetz zwar dieselben Regeln für alle Azubis – dennoch muss dein Ausbildungsvertrag genau angeben, unter welchen Umständen und wie deine Ausbildung gekündigt werden kann.

So wird dein Ausbildungsvertrag gültig

Dein Ausbildungsvertrag muss dir als ausgedrucktes Dokument vorliegen. Eine rein elektronische Form, die dein künftiger Arbeitgeber dir per E-mail zugesendet hat, reicht nicht. Das Dokument muss sowohl von deinem Ausbildungsbetrieb als auch von dir unterschrieben sein. Bei Azubis, die noch nicht volljährig sind, ist außerdem eine Unterschrift der Eltern notwendig.

Dein Ausbildungsbetrieb ist dazu verpflichtet, diesen Vertrag an die zuständige Stelle für anerkannte Ausbildungsberufe zu schicken – zum Beispiel die Handwerkskammer oder die Industrie- und Handelskammer. Dort wird dann geprüft, ob dein Ausbildungsvertrag allen gesetzlichen Anforderungen entspricht. Ist dies der Fall, wird das Dokument in einem Verzeichnis registriert und gestempelt an deinen Betrieb zurückgeschickt, der dir das geprüfte Vertragswerk dann überreicht.

Falls du genau nachlesen willst, welche Regelungen dein Ausbildungsvertrag enthalten muss, kannst du dafür einen Blick in §11 des Berufsbildungsschutzgesetzes (BBiG) werfen.