Das perfekte Ausbildungszeugnis

Ist Dein Ausbildungszeugnis wirklich gut geschrieben oder klingt es nur so? Bei einem Ausbildungszeugnis kommt es auf jedes Wort an. Es begleitet Dich Dein Berufsleben und dient als Arbeitsnachweis für Deine Leistung. Aus genau diesem Grund sind wir eine Kooperation mit unserem Partner Arbeitszeugnis.de eingegangen und listen Dir hier die wichtigsten Fragen auf, die Auszubildende bezüglich ihres Zeugnisses haben: 

1. Welche Angaben enthält ein Ausbildungszeugnis?

Auszubildende erhalten nach § 16 des Berufsbildungsgesetzes bei Beendigung oder Abbruch der Ausbildung ein Ausbildungszeugnis. Dabei haben sie die Wahl zwischen einem „einfachen Zeugnis“ ohne Wertung (es enthält Angaben über Art und Dauer der Ausbildung sowie einen Hinweis, ob das Ziel der Berufsausbildung erreicht wurde) und einem „qualifizierten Zeugnis“ (es enthält zusätzlich auch eine Bewertung der Leistungen und des Verhaltens). Welche Angaben ein qualifiziertes Ausbildungszeugnis im Detail beinhaltet, ist dem Dokument Zeugnisstruktur-Azubi.pdf zu entnehmen.

2. Welche Angaben darf ein Ausbildungszeugnis nicht enthalten?

Grundsätzlich sind Ausbildungszeugnisse mit „verständigem Wohlwollen“ zu erstellen. Das bedeutet, dass der Aussteller ggf. auch mal ein Auge zudrücken soll. Einmalige Fehler, kürzere Fehlzeiten und Krankheiten werden daher nicht erwähnt. Lange krankheitsbedingte Fehlzeiten können aber genannt werden, wenn sie ca. die Hälfte der gesamten Ausbildungszeit umfasst haben, da das Zeugnis andernfalls einen falschen Eindruck von der gesammelten Berufserfahrung vermitteln würde. Außerdem dürfen Ausbildungszeugnisse keine Hinweise zum Privatleben der Auszubildenden geben und insbesondere keine Angaben zu Religion, Weltanschauung, ethnischer Herkunft, sexueller Orientierung oder Behinderungen enthalten.

3. Ich fürchte, mein Betreuer mag mich nicht und ich könnte deshalb eine schlechte Bewertung erhalten. Sollte ich daher um ein „einfaches Ausbildungszeugnis“ ohne Wertung bitten?

Auszubildende können zunächst ein „einfaches Zeugnis“ (ohne Wertung) anfordern und anschließend zeitnah zusätzlich um ein qualifiziertes Zeugnis (mit Wertung) bitten. In umgekehrter Reihenfolge (erst das qualifizierte Zeugnis, dann das einfache Zeugnis) ist dies nicht möglich. Die Auszubildenden können dann selbst entscheiden, welches der beiden Zeugnisse sie verwenden möchten. Wer seinen Bewerbungsunterlagen nur ein einfaches Zeugnis beilegt, wird bei potentiellen neuen Arbeitgebern aber in der Regel den Eindruck erwecken, dass eine schlechte Leistung während der Ausbildung kaschiert werden soll.

4. Gibt es den aus Arbeitszeugnissen bekannten „Geheimcode“ auch in Ausbildungszeug­nissen?

Man muss generell unterscheiden zwischen der Zeugnissprache und dem sogenannten „Geheimcode“. Eine anschauliche Erklärung liefert dieses Video:

Sogenannte „Geheimcodes“, die auf den ersten Blick nett klingen, aber  eine versteckte negative Bedeutung haben, sind eher ein realitätsfremder Mythos der Arbeitswelt und wären in Deutschland ohnehin verboten. Beispiele für Geheimcodes sind hier zu finden: geheimcodeliste.pdf. Die Zeugnissprache hingegen funktioniert über abgestuftes Lob, d. h. ein sehr starkes Lob steht für eine sehr gute Leistung, ein schwaches Lob für eine schwache Leistung. Dadurch wirken auch Zeugnisse mit schlechten Wertungen auf den ersten Blick noch vergleichsweise positiv. Es ist aber kein  „Geheimcode“, wenn Auszubildenden bescheinigt wird, dass sie sich „um gute Leistungen bemüht haben“ (Note 5), sondern es ist einfach nur ein sehr schwaches Lob.

5. Woran erkenne ich die Noten in meinem Ausbildungszeugnis?

In der Alltagssprache gibt es zwei Stufen des Lobes (gut, sehr gut) und zwei Stufen der Kritik (schlecht, sehr schlecht). In Zeugnissen hingegen wird zum Schutz der Arbeitnehmer generell sehr positiv und wohlwollend formuliert. Es gibt daher keine offene Kritik, sondern - ausgehend von sehr schwach lobenden Aussagen in der Note 5 -  ein vierfach (!) gesteigertes Lob in der Note 1 (z. B. „Er/Sie hat unsere Erwartungen an Auszubildende stets und in jeder Hinsicht sehr weit übertroffen“). Gemessen am normalen Sprachgebrauch wirken Zeugnisformulierungen also unweigerlich übertrieben, dennoch ist das starke Lob für eine gute Note zwingend erforderlich. Man kann die Note einer Zeugnisformulierung am besten dann erkennen, wenn man sie mit den Varianten in anderen Noten vergleicht, siehe http://www.arbeitszeugnis.de/Notenskala.php. Ob eine bestimmte auffällige Zeugnisfloskel der Note 4 oder 5 entspricht, kann auch in dieser Datenbank überprüft werden: www.arbeitszeugnis.de/arbeitszeugnis-formulierungen-demo.php

6. Was kann ich tun, wenn ich die Benotung meiner Leistungen ungerecht finde?

Wichtig ist zunächst, sich einen vollständigen Überblick über alle Noten, Lücken und Mängel des Zeugnisses zu verschaffen, um den Änderungsaufwand genau zu kennen und eine Berichtigung gründlich vorzubereiten. Hierzu empfiehlt sich ein ausführlicher Zeugnistest, der unter www.arbeitszeugnis.de/zeugnistest.php für 29,90 Euro bestellt werden kann. Der jeweils sinnvolle Weg zur Korrektur des Zeugnisses hängt von der Zielsetzung und den bemängelten Passagen ab. Im Rahmen einer Zeugnisüberarbeitung, die unter www.arbeitszeugnis.de/überarbeitung.php für 69,90 Euro durchgeführt wird, kann dies individuell mit dem dort zuständigen Zeugnis-Fachmann abgestimmt werden.

7. Während der Ausbildung sind mir mangels Erfahrung einige Fehler unterlaufen. Kann sich dies negativ auf das Ausbildungszeugnis auswirken?

Es dauert unweigerlich eine Weile, bis sich Auszubildende mit ihren Aufgaben vertraut machen konnten. Das wissen auch die zuständigen Betreuer und sollten daher wohlwollend über typische Anfängerfehler hinwegsehen.

8. Ich wurde nach der Ausbildung direkt übernommen und habe damals kein Ausbildungszeugnis erhalten. Nun verlasse ich das Unternehmen und habe ein einziges Gesamtzeugnis für die Ausbildung und die anschließende Beschäftigungszeit erhalten. Ist das üblich und korrekt? 

Nein, über eine Ausbildung wird üblicherweise ein eigenes Ausbildungszeugnis erstellt, was im Abschlusszeugnis der gleichen Firma auch erwähnt werden sollte (z. B. „Über den Ausbildungs­zeitraum liegt vom DATUM ein gesondertes Zeugnis vor“). Dem Ausbildungszeugnis kommt im weiteren Berufsleben oft eine wichtigere Bedeutung zu als dem ersten Arbeitszeugnis, da die Ausbildung die Basis für das gesamte Berufsleben darstellt. Zudem wird ein Ausbildungs­verhältnis in einem Zeugnis gänzlich anders bewertet als ein Beschäftigungsverhältnis, was ebenfalls gegen eine Zusammenfassung beider Zeugnisse in einem Abschlusszeugnis spricht.

9. Können Auszubildende Einfluss auf den Inhalt ihres Zeugnisses nehmen?

Die Zeugnis-Erstellung wird in Unternehmen in der Regel als eine lästige Pflicht erachtet, entsprechend unpersönlich und pauschal fallen die Zeugnisse oft aus. Wer sich aktiv einbringt und Vorschläge für das Zeugnis liefert, erhält daher zumeist ein individuelleres und damit vorteilhafteres Zeugnis. Von besonderer Bedeutung sind dabei Angaben, welche einerseits die Eigenverantwortung zum Ende der Ausbildung zum Ausdruck bringen und andererseits die erreichten Arbeits- und Lernerfolge angemessen würdigen. 

10. Auf Welche möglichen Mängel im Zeugnis muss ich besonders achten? 

Die folgende Liste zeigt auf, welches die häufigsten Fehler in Zeugnissen sind:  http://www.arbeitszeugnis.de/zeugnismaengel.php

Zeugnistest

29,90 €

Der Zeugnistest strukturiert übersichtlich alle wertenden Aussagen des Zeugnisses und benennt bzw. erklärt Unvollständigkeiten und Aufälligkeiten. Die Arbeitszeugnis Bewertung verschafft Dir Klarheit darüber, welchen konkreten Eindruck das Zeugnis bei einer Neubewerbung vermitteln wird bzw. an welchen Stellen es geändert werden sollte.

Zusatzleistungen

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Klaus Schiller
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