Eigenes Auto oder Carsharing: Kosten im Vergleich
© pikselstock/fotolia.com
(0)

Eigenes Auto oder Carsharing: Kosten im Vergleich

Carsharing-Services sind aus vielen Großstädten nicht mehr wegzudenken. Doch wie sieht es mit den Kosten fürs Carsharing aus: Lohnt es sich wirklich, auf das eigene Auto zu verzichten und bei Bedarf einfach ein Fahrzeug zu mieten? Das hängt in erster Linie von der Nutzungsdauer ab.

Lässt sich durch Carsharing wirklich Geld sparen?

Pauschal lässt sich diese Frage nicht beantworten. Aber sollten Sie Ihr Auto nicht regelmäßig für weite Strecken benötigen, ist es durchaus wahrscheinlich, dass Sie bei der Betrachtung aller Ausgaben mit Carsharing günstiger unterwegs sind.

Denn die Kosten für Benzin, Versicherung, Autopflege und Wartung sind im Mietpreis in der Regel bereits enthalten, selbst Parkkosten in Parkhäusern oder an Parkscheinautomaten sind oft inklusive. Und für Reparaturen aus Verschleißgründen müssen Sie auch nicht aufkommen.

Beim Carsharing öffnen und verschließen Sie das Auto in der Regel mit einer App auf dem Smartphone.
© Maridav/fotolia

Beim Carsharing öffnen und verschließen Sie das Auto in der Regel mit einer App auf dem Smartphone.

Was kostet Carsharing?

In fast jeder deutschen Großstadt gibt es mittlerweile mehrere Carsharing-Anbieter, die sich hinsichtlich des Mietmodells und der Abrechnung unterscheiden können. Etabliert haben sich zwei Carsharing-Varianten:

  • Stationsunabhängiges Carsharing, bei dem die Autos innerhalb eines Geschäftsgebiets jederzeit per App angemietet und auch innerhalb des gleichen Gebiets an einer beliebigen Stelle wieder abgestellt werden können. Diese Variante ist in den kleineren Großstädten jedoch kaum verfügbar.
  • Stationsbasiertes Carsharing: Bei dieser Variante stehen die Autos auf einem festen Parkplatz. Kunden holen den Wagen dort ab und bringen ihn nach der Fahrt zum Ausgangspunkt zurück. Diese Variante gibt es deutlich häufiger.

Beim stationsunabhängigen Carsharing, auch Free-Floating-Modell genannt, besitzt der Anbieter ShareNow, der aus dem Zusammenschluss von car2go und DriveNow hervorging, die mit Abstand größte Flotte. Die Mietgebühr wird im Minutentakt abgerechnet und variiert derzeit (Stand April 2019) je nach Modell zwischen 19 und 39 Cent pro Minute. Damit sind alle Kosten abgedeckt. Erfahrungsgemäß liegt der Minutenpreis meist im Bereich von 26 bis 32 Cent.

Zwei Beispielrechnungen:

  • Wenn Sie durchschnittlich dreimal die Woche ein Auto für jeweils 30 Minuten benötigen, etwa um damit den Einkauf zu erledigen, ins Kino zu fahren und Freunde zu besuchen, belaufen sich die Kosten fürs Carsharing im Monat auf etwa 100 bis 160 Euro.
  • Wenn Sie an jedem Werktag 20 Minuten zur Arbeit fahren und 20 Minuten wieder zurück, kommen Sie monatlich auf 150 bis 300 Euro, je nach gewähltem Automodell.

Beim stationsabhängigen Carsharing bietet die Bahn-Tochter Flinkster die größte Flotte. Hier werden die Kosten im Stundentakt abgerechnet, zuzüglich einer Verbrauchspauschale pro Kilometer. Alternativ ist auch tageweises Mieten in diversen Preisklassen möglich. Kunden ohne Bahncard müssen außerdem eine einmalige Anmeldegebühr in Höhe von 29 Euro zahlen (Stand April 2019).

Zwei Beispielrechnungen:

  • Sie benötigen einmal die Woche einen Mittelklassewagen für Ausflüge mit der Familie und buchen diesen jeweils für einen Tag. Dann belaufen sich die Kosten fürs Carsharing insgesamt auf rund 360 Euro im Monat.
  • Sie wollen dreimal wöchentlich mit einem Kleinwagen Erledigungen vornehmen, für die sie jeweils 20 Kilometer fahren und nicht mehr als eine Stunde benötigen. Dann zahlen Sie im Monat rund 80 Euro.
Die Autos der Carsharing-Anbieter haben oft ein Navigationssystem an Bord.
© nito/fotolia

Die Autos der Carsharing-Anbieter haben oft ein Navigationssystem an Bord.

Was kostet ein eigenes Auto?

Die monatlichen Kosten für ein eigenes Auto unterscheiden sich je nach Modell, Art der Versicherung und Fahrleistung erheblich. Neben den tatsächlichen Ausgaben für Sprit, Kfz-Versicherung, Kfz-Steuer und Wartung des Fahrzeugs müssen die Anschaffungskosten sowie der Wertverlust mit einberechnet werden.

Grob gesagt liegen die reinen Unterhaltskosten für einen Kleinwagen bei einer durchschnittlichen Fahrleistung von 15.000 Kilometern pro Jahr bei etwa 200 Euro im Monat, bei einem Mittelklassewagen oft bei über 300 Euro im Monat. Lassen Sie die Anschaffungskosten noch mit einfließen, kommen Sie leicht auf den doppelten Betrag.

Der ADAC rechnet bei einem VW Golf mit Vollkosten, die auch Parktickets, Reparaturen, Ersatzteile und den Wertverlust berücksichtigen, sogar mit einer Summe zwischen 500 und 700 Euro im Monat. Dieser Betrag ist in etwa mit täglicher einer Stunde stationsunabhängigem Carsharing zu vergleichen

Das eigene Auto ist für viele Menschen, die flexibel bleiben wollen, ein Stück Freiheit.
© Wellnhofer Designs/fotolia

Das eigene Auto ist für viele Menschen, die flexibel bleiben wollen, ein Stück Freiheit.

Carsharing ist in vielen Fällen günstiger – aber weit weniger flexibel

eilen statt kaufen: Wann rechnen sich die Kosten fürs Carsharing? Das kommt auf Ihr Fahrverhalten an:

  • Wenigfahrer, die in einer Großstadt wohnen, können auf ein eigenes Auto dank der vielen Carsharing-Angebote gut verzichten und auf diese Weise oft einige Hundert Euro im Monat sparen.
  • Sind Sie allerdings ständig auf ein Auto angewiesen oder fahren regelmäßig längere Strecken, ist das eigene Auto weiterhin die günstigere Alternative.
  • Als grobe Grundregel können Sie im Hinterkopf behalten, dass Autofahrer mit einer Fahrleistung von weniger als 10.000 Kilometern im Jahr mit Carsharing vermutlich günstiger dran sind.

Es darf allerdings nicht vergessen werden, dass selbst beim Free-Floating-Modell nur selten ein Fahrzeug direkt vor der Tür steht und die Flexibilität zudem durch das begrenzte Geschäftsgebiet limitiert wird. Und in ländlichen Gebieten wird Carsharing entweder gar nicht oder nur in stark begrenztem Umfang angeboten.

Carsharing mit eigenem Auto

Im Alltag Geld sparen dank Carsharing geht noch ganz anders: Teilen Sie einfach Ihr eigenes Auto mit anderen Personen oder nutzen Sie fremde Privatwagen. Denn die meiste Zeit des Tages steht solch ein Fahrzeug ohnehin nur herum. Apps wie SnappCar oder drivy übernehmen die Vermittlung.

Stellen Sie Ihr eigenes Fahrzeug ein, verdienen Sie sich durch die Mieteinnahmen Geld hinzu, buchen Sie einen fremden Privatwagen. Mit diesem Modell sparen Sie im Gegensatz zu einem normalen Mietauto in der Regel zwischen 30 und 50 Prozent

Wie finden Sie diesen Artikel?