Radfahren als geschlossener Verband: Wichtiges für Fahrradgruppen
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Radfahren als geschlossener Verband: Wichtiges für Fahrradgruppen

Fahrradfahren in der Gruppe macht doppelt Spaß: Der Windschatten des Vordermanns spart Energie und man ist mit seinen Eindrücken nicht allein. Und es gibt sogar Vorteile im Straßenverkehr. Was Sie als sogenannter geschlossener Verband dürfen und was nicht, erfahren Sie hier.

Wann ist ein Verband ein Verband?

Die Straßenverkehrsordnung (StVO) definiert in Paragraf 27, dass Fahrradgruppen mit mehr als 15 Personen einen geschlossenen Verband bilden dürfen. Rechtlich gelten sie damit als ein einziges Fahrzeug.

Der Vorteil: Die Fahrradgruppe darf besondere Regeln in Anspruch nehmen, die dafür sorgen sollen, dass die Gruppe nicht auseinanderreißt. Voraussetzung ist, dass der Verband für andere Verkehrsteilnehmer als geschlossene Gruppe erkennbar ist. Eine besondere Kennzeichnung wie bei einem Pkw-Verband ist aber nicht nötig. Wichtig ist jedoch, dass alle Fahrer nah beieinander fahren und niemand ausschert oder sich zu weit zurückfallen lässt.

Allein ist die Benutzung des Radwegs in der Regel nicht nur vorgeschrieben, sondern auch sicherer. Ein Verband darf aber auf der Straße fahren.

Allein ist die Benutzung des Radwegs in der Regel nicht nur vorgeschrieben, sondern auch sicherer. Ein Verband darf aber auf der Straße fahren.

Fahren im Verband: So geht’s!

Als geschlossener Verband dürfen in einer Fahrradgruppe jeweils zwei Mitglieder nebeneinander auf der Straße fahren. Das ist für andere Verkehrsteilnehmer von Vorteil, denn auf diese Weise können Pkw die Gruppe leichter überholen, als wenn 16 und mehr Fahrer eine lange Kette bilden. Achten Sie als Fahrer im Verband aber immer auf einen ausreichenden Abstand zum Vorder- und Nebenmann.

In jeder Radgruppe sollte ein Verbandsführer die Richtung und das Tempo vorgeben und dafür sorgen, dass alle Regeln eingehalten werden. Dazu gehören natürlich die Sicherheitsmaßnahmen, wie sie auch für Alleinfahrer gelten: ein verkehrssicheres Fahrrad, vorausschauendes Fahren, Einhaltung der Promillegrenze auf dem Rad und am besten das Tragen eines Helms.

Abgehängt vom Rest des Verbands durch eine rote Ampel? Das ist nicht nötig.

Abgehängt vom Rest des Verbands durch eine rote Ampel? Das ist nicht nötig.

Diese Sonderregeln gelten für Fahrradgruppen

Da die Fahrradgruppe als ein einziges Fahrzeug gilt, darf der Rest des Verbands auch bei Rot weiterfahren, wenn die Spitze des Zuges noch bei Grün die Ampel passiert hat. Die anderen Verkehrsteilnehmer, die stattdessen jetzt eigentlich bei Grün fahren dürften, müssen in diesem Fall warten, bis der ganze Verband die Ampel passiert hat. Auf diese Weise bleibt die Gruppe stets zusammen.

Das Gleiche gilt bei der Vorfahrt. Angenommen, der Verband stößt auf eine Kreuzung oder Einmündung, bei der er einer anderen Straße die Vorfahrt lassen muss. Kommt von dort aber niemand, darf die Gruppe losfahren – und komplett die Kreuzung oder Einmündung passieren, selbst wenn inzwischen jemand an der vorfahrtberechtigten Straße wartet.

Während Sie als Alleinfahrer auf den Radweg ausweichen müssen, sobald einer vorhanden, mit einem blauen Schild gekennzeichnet ist und zumutbar ist, gilt diese sogenannte Radwegbenutzungspflicht nicht für Fahrradgruppen. Der Grund: Die Radwege sind in der Regel nicht breit genug, um einem Fahrradverband ausreichend Platz zu bieten.

Am besten klärt der Verbandsführer die Gruppe vor dem Start über diese Regeln auf. So kommen alle sicher und gemeinsam ins Ziel.

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