Kündigung erhalten - was tun?
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Kündigung erhalten - was tun?

Wie Sie souverän auf eine Kündigung durch den Arbeitgeber reagieren und welche Schritte als Erstes anstehen, lesen Sie hier. Außerdem haben wir fünf Tipps, wie Sie einen stilvollen Abgang hinlegen.

Nach einer Kündigung durch Arbeitgeber: Handeln Sie überlegt

Eigentlich möchte man selbst entscheiden, wann es Zeit für einen Jobwechsel ist. Eine Kündigung durch den Arbeitgeber ist deshalb für viele Angestellte ein herber Schlag, den sie erst verdauen müssen. Manchmal wurde sie vielleicht angekündigt oder ist aus anderen Gründen erwartbar gewesen – oft kommt die Entlassung aber auch aus heiterem Himmel.

Was sollten Sie also tun, wenn Sie eine Kündigung erhalten haben? In jedem Fall ist es ratsam, überlegt zu handeln und nicht aus der Emotion heraus überstürzt falsche Entscheidungen zu treffen. Unterschreiben Sie weder Ihre Kündigung noch andere Schriftstücke wie einen Aufhebungsvertrag, bevor Sie sich über Ihr weiteres Vorgehen im Klaren sind.

Melden Sie sich unverzüglich arbeitssuchend

Unabhängig von der weiteren Vorgehensweise ist der erste Schritt immer der Weg zur Agentur für Arbeit, um sich dort arbeitssuchend zu melden. Denn um direkt nach der Beendigung Ihres Arbeitsvertrags Anspruch auf Arbeitslosengeld zu haben, müssen Sie bei der Meldung eine Frist von drei Werktagen einhalten. Sonst können Sperrzeiten anfallen und die Auszahlung verzögert sich.

Dann stellt sich die Frage: Akzeptieren Sie die Kündigung, etwa weil Sie Ihr Fehlverhalten einsehen oder ohnehin keine Motivation mehr haben, bei Ihrem Arbeitgeber zu bleiben? Oder wollen Sie den Rauswurf anfechten? Wenn Sie die Kündigung angreifen oder zumindest eine Abfindung erhalten möchten, sollten Sie eine Kündigungsschutzklage in Betracht ziehen.

Nach einer erhaltenen Kündigung sollten Sie sich innerhalb von drei Tagen arbeitslos melden. 
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Nach einer erhaltenen Kündigung sollten Sie sich innerhalb von drei Tagen arbeitslos melden. 

Kündigungsschutzklage: Frist beachten

Durch eine Kündigungsschutzklage wird theoretisch die Fortsetzung des Arbeitsverhältnisses angestrebt. Gewinnen Sie den Prozess, ist die Kündigung unwirksam. Es ist jedoch fraglich, ob Sie trotz der Umstände, die zu der Kündigung geführt haben, dauerhaft bei diesem Arbeitgeber tätig sein wollen. So führt eine Kündigungsschutzklage in der Praxis eher zu Verhandlungen über eine (höhere) Abfindung.

Wichtig:

Sie müssen unbedingt die Frist für die Erhebung der Kündigungsschutzklage einhalten. Spätestens drei Wochen Zugang der Kündigung muss die Klage beim zuständigen Arbeitsgericht eingegangen sein. 

Rechtsberatung ist empfehlenswert

Voraussetzung für eine Kündigungsschutzklage ist, dass Ihr Arbeitsverhältnis für länger als sechs Monate bestanden hat und Sie in einem Unternehmen gearbeitet haben, das regelmäßig mehr als zehn Vollzeitkräfte beschäftigt. Ob sich dieser Weg vor das Arbeitsgericht lohnt, ist von immer von den individuellen Umständen abhängig. Folgende Fragen können Sie sich selbst stellen, um zu prüfen, ob eine Klage Aussicht auf Erfolg hat:

  • Wurde die Kündigung von einer berechtigten Person wie dem Inhaber oder Geschäftsführer unterschrieben? 
  • Liegt sie schriftlich vor?
  • Wurde der Betriebsrat informiert?
  • Verstößt die Entlassung gegen einen besonderen Kündigungsschutz oder den Tarifvertrag?
  • Ist eine betriebsbedingte Kündigung auch gerechtfertigt? 
  • Hätte es aus sozialen Gründen andere Mitarbeiter treffen müssen? 
  • Ist eine krankheitsbedingte Kündigung haltbar? 
  • Haben Sie bei einer verhaltensbedingten Kündigung zuvor Abmahnungen erhalten? 
  • Ist eine fristlose Kündigung gerechtfertigt?

Sind Sie sich unsicher, hilft Ihnen der Betriebsrat oder ein Anwalt für Arbeitsrecht in dieser Angelegenheit weiter. Eine Rechtsberatung ist in solchen Fällen fast immer empfehlenswert, da Laien kaum in der Lage sind, alle heiklen Punkte zu erkennen, die für sie vorteilhaft sein könnten.

Eine Kündigung muss immer schriftlich erfolgen. 
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Eine Kündigung muss immer schriftlich erfolgen. 

Recht auf ein wohlwollendes Arbeitszeugnis

Unabhängig davon, ob Sie gegen Ihre Kündigung vorgehen wollen oder nicht, haben Sie Anspruch auf ein wohlwollendes Arbeitszeugnis. Es hilft Ihnen bei der Bewerbung für eine neue Arbeitsstelle. Am besten schreiben Sie selbst auf, welche Aufgaben in Ihrem Verantwortungsbereich lagen, welche Kompetenzen Sie erlangt und welche besonderen Herausforderungen Sie gemeistert haben.

Diesen Entwurf übergeben Sie dem bisherigen Arbeitgeber mit der Bitte, auf dieser Grundlage ein Arbeitszeugnis zu erstellen. Da ihm diese Vorarbeit Zeit erspart, stehen die Chancen gut, dass Sie ein Zeugnis entsprechend Ihren Vorstellungen erhalten.

Halten Sie Ihre Emotionen in der Firma im Zaum, auch wenn Sie gekündigt wurden. 
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Halten Sie Ihre Emotionen in der Firma im Zaum, auch wenn Sie gekündigt wurden. 

Wie verhalte ich mich bei einer Kündigung? 5 Tipps für einen Abgang mit Stil

Wenn Sie nicht fristlos gekündigt worden sind, verbleiben Sie nach dem Zugang der Kündigung in der Regel noch einige Wochen bei Ihrem Arbeitgeber. Auch wenn Sie vielleicht verbittert oder wütend auf den oder die Verantwortlichen sind, sollten Sie Ihre negativen Gefühle dem Arbeitgeber nicht offen zeigen. Ein Abgang mit Stil stärkt die Position für eine eventuelle Kündigungsverhandlung und erhöht die Chancen, nicht nur ein wohlwollendes, sondern ein richtig gutes Arbeitszeugnis zu bekommen. 

Halten Sie sich an diese fünf Tipps, damit ein guter Job-Ausstieg gelingt:

  1. Melden Sie sich nicht krank, wenn Sie nicht wirklich krank sind. Das hinterlässt bei potenziellen künftigen Arbeitgebern ein schlechtes Bild, sollten sie davon erfahren.
  2. Vermeiden Sie Beleidigungen oder üble Nachrede, die das Ansehen Ihrer Vorgesetzten in Mitleidenschaft ziehen oder der Firma schaden würden. Solche Worte können eine fristlose Kündigung durch den Arbeitgeber zur Folge haben.
  3. Erledigen Sie die Ihnen aufgetragenen Arbeiten bis zum Ausscheiden, sonst droht aus der fristgerechten ebenfalls eine fristlose Kündigung zu werden. Sie sind tatsächlich gesetzlich verpflichtet, bis zum Ende Ihres Arbeitsvertrags, Ihre volle Arbeitsleistung zu erbringen.
  4. Übergeben Sie Ihren Tätigkeitsbereich ordentlich an den verantwortlichen Kollegen, damit Ihre Arbeit problemlos fortgeführt werden kann.
  5. Verabschieden Sie sich von den Kollegen, entweder persönlich oder per E-Mail.
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