Diese 6 Kündigungsgründe reichen für Arbeitgeber nicht aus
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Diese 6 Kündigungsgründe reichen für Arbeitgeber nicht aus

Ständiger Streit mit Vorgesetzten, viele Krankheitstage, unterdurchschnittliche Leistung – Mitarbeiter, auf die das zutrifft, würden die meisten Chefs gern lieber heute als morgen vor die Tür setzen. Legitime Kündigungsgründe sind das aber für den Arbeitgeber in der Regel nicht. So sieht es rechtlich aus.

Fehlverhalten führt nicht gleich zur Kündigung

Wer sich im Job öfter Fehltritte leistet, steht logischerweise bei der Unternehmensführung meist ganz oben auf der Abschussliste. Doch für Firmen ist es gar nicht so einfach, unliebsame Mitarbeiter zu feuern. Bei Entlassungen müssen Arbeitgeber zahlreiche Vorschriften einhalten und triftige Kündigungsgründe vorweisen können. 

Folgendes Fehlverhalten dürfte zwar den Unmut des Arbeitgebers nach sich ziehen. Es kann durchaus unerfreuliche Konsequenzen für Sie haben – bis hin zur Abmahnung. Doch für eine Kündigung reicht es nicht aus.

1. Häufige Krankheitsausfälle

Häufige Fehlzeiten sind für Unternehmen ein massives Problem, denn sie kosten jede Menge Geld. Eine Kündigung wegen häufiger Krankheit darf der Arbeitgeber trotzdem nicht aussprechen. Zumindest solange nicht, wie kein Anlass zur Annahme besteht, dass die Krankheit zum Dauerzustand wird. Besteht allerdings eine negative Gesundheitsprognose – also keine Aussicht auf Besserung – ist eine Kündigung wegen Krankheit möglich. Wer aus unterschiedlichen Gründen hin und wieder mal fehlt, dürfte arbeitsrechtlich kaum Probleme bekommen. 

2. Mangelnde Leistung

In fast jeder Firma gibt es ihn: diesen einen Kollegen, der ständig länger braucht oder dauernd Fehler macht. Das nervt nicht nur das Team, sondern ist auch ein Kostenfaktor. Aber ein Kündigungsgrund ist es in den meisten Fällen nicht. Es sei denn es steckt Vorsatz dahinter: Wenn Sie mit voller Absicht trödeln oder Fehler machen, ist eine Kündigung wegen Schlechtleistung möglich. Können Sie mit dem Leistungsniveau Ihrer Kollegen einfach nur nicht mithalten, schreit das eher nach einer Schulung oder einer anderen Aufgabe.

Schlechte Leistung aufgrund von Unlust kann für den Arbeitgeber ein Kündigungsgrund sein. 
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Schlechte Leistung aufgrund von Unlust kann für den Arbeitgeber ein Kündigungsgrund sein. 

3. Fehlende Sympathie und abweichende Gesinnungen

Sympathie und gemeinsame Werte erleichtern die Zusammenarbeit, vorgeschrieben sind sie aber nicht. Deshalb kann Ihr Chef Ihnen selbst dann nicht kündigen, wenn Sie Mitglied in einer Partei am rechten oder linken Rand sind und er auf der entgegengesetzten Seite des politischen Spektrums steht. 

Denn Ihre politische Gesinnung ist in der Regel Privatsache – solange sie keinen Einfluss auf Ihre Arbeit hat. Sie müssen also auch keine Konsequenzen fürchten, wenn Sie Ihren Chef im privaten Rahmen gepflegt ignorieren. Kann Ihre Ignoranz als Beleidigung gewertet werden, sind arbeitsrechtliche Konsequenzen allerdings möglich.    

Hinter ihrem Rücken mit dem Kollegen über die Chefin gelästert? Kein Grund für eine Kündigung. 
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Hinter ihrem Rücken mit dem Kollegen über die Chefin gelästert? Kein Grund für eine Kündigung.

 

4. Lästereien über den Chef oder die Firma

Selbst wenn Sie Ihrem Unmut über die Firma oder den unsympathischen Chef im Gespräch mit Freunden oder Kollegen Luft machen, ist das kein Kündigungsgrund – sondern Ihr Recht auf freie Meinungsäußerung. Wer seinen Frust allerdings öffentlich kundtut und dem Unternehmen damit Schaden zufügt, kann einen Rauswurf kassieren.

5. Fehlende Arbeit

Sie drehen die Hälfte des Tages nur Däumchen, weil Sie einfach nichts zu tun haben? Eine unschöne Situation – für beide Seiten. Wenn sich die Arbeitstage ziehen wie Kaugummi, kann das für Arbeitnehmer auf Dauer ebenso anstrengend werden wie ständige Überlastung. Und die Firma kosten Angestellte, die aufgrund fehlender Aufträge nicht gebraucht werden, eine Stange Geld. 

Trotzdem dürfen Unternehmen nicht benötigte Mitarbeiter nicht ohne Weiteres rauswerfen. Es sei denn, diese wurden speziell für das weggebrochene Segment eingestellt und dies ist auch im Arbeitsvertrag festgehalten. In diesem Fall ist eine Kündigung aus betrieblichen Gründen möglich.

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