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Behandlungsfehler beim Arzt: Das können Sie tun
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Behandlungsfehler beim Arzt: Das können Sie tun

Ihre Krankheitssymptome verschlechtern sich, obwohl Sie immer wieder zum Arzt gehen? Nach der OP geht es Ihnen schlechter als vorher? Die Ärztekammer Deutschland bestätigt: Ärztliche Behandlungsfehler kommen vor und 2016 ist die Zahl der Vorfälle leicht angestiegen. Wir erklären, was Sie tun können, wenn Sie den Verdacht haben, Ihr Arzt behandelt Sie falsch.
Inhaltsübersicht

2016 gab es rund 2200 bestätigte Fälle von Behandlungsfehlern in Deutschland, meldet die Gutachterkommission. Vor allem die Behandlung von Knie- und Hüftgelenkarthrosen sind betroffen. Behandlungsfehler von Ärzten kommen leider vor, und der Leidensdruck bei den Patienten ist hoch. Grundsätzlich ist es nicht leicht, zu beurteilen, ob bei Ihnen ein ärztlicher Behandlungsfehler vorliegt oder nicht. Den Erfolg seiner Behandlungsmethode kann schließlich kein Arzt und keine Ärztin garantieren. Trotzdem gilt natürlich die Verpflichtung zur Behandlung nach dem allgemein anerkannten fachlichen Standard. Wenn Sie trotzdem den Verdacht hegen, Sie wurden falsch behandelt, können Sie sich an folgende Ansprechpartner wenden:

So gehen Sie vor

Verschlechtern sich Ihre Symptome immer mehr und Sie haben den Eindruck, Ihrem Arzt ist ein Behandlungsfehler unterlaufen, wenden Sie sich zunächst an diese Ansprechpartner:

  1. Den behandelnden Arzt/ die Ärztin bzw. das Krankenhaus (das Beschwerdemanagement ist im Krankenhaus zuständig)
  2. Ihre gesetzliche Krankenkasse

Bringt auch ein klärendes Gespräch mit Ihrem behandelnden Arzt oder Ihrer Ärztin nichts, können Sie sich an Ihre Krankenkasse wenden. Sie ist dazu verpflichtet, Patienten bei einem Verdacht auf einen Behandlungsfehler kostenlos zu beraten. Die Kasse beauftragt im Falle den Medizinischen Dienst der Krankenversicherung (MDK), ein medizinisches Gutachten über Ihre Behandlung zu erstellen. Das Gutachten ist kostenlos und soll ermitteln, ob es sich bei Ihnen um einen Behandlungsfehler handelt. Sie haben gute Chancen, vor Gericht einen Schadensersatz zugesprochen zu bekommen, wenn Sie ein Gutachten vom MDK vorweisen können, das Ihren Verdacht bestätigt. Es bleibt natürlich das Risiko, dass Sie den Prozess trotzdem verlieren. Sie sollten sich daher unbedingt auch gleichzeitig an die Schlichtungsstelle der Ärztekammer wenden.

Streit um Behandlungsfehler: Schlichterstellen helfen

Mit der Schlichterstelle können Sie – und auch Ihr Arzt – unnötige Kosten vermeiden, dann nämlich, wenn Ihr Fall gar nicht erst vor Gericht kommt. Die Ärzteschaft hat daher folgende Institutionen eingerichtet:

  1. eine Schlichterstelle und
  2. eine Gutachterkommission

Patientinnen und Patienten können sich an die Schlichterstelle wenden, wenn sie den Verdacht eines Behandlungsfehlers haben. Schlichtungsstellen kennen Sie vielleicht von Mietstreitigkeiten. Dort sind unabhängige Juristen angestellt, die Ihre Schadensersatzansprüche beurteilen. Die Gutachterkommissionen untersuchen das ärztliche Handeln in Ihrem Fall. Wenden Sie sich immer an die jeweilige Schlichtungsstelle Ihrer Landesärztekammer: http://www.bundesaerztekammer.de/patienten/gutachterkommissionen-schlichtungsstellen/broschuere-wegweiser/

Besondere Bedingungen müssen erfüllt werden.

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