Teichfolie verlegen: So bauen Sie Ihren Folienteich selbst
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Teichfolie verlegen: So bauen Sie Ihren Folienteich selbst

Damit das Wasser in Ihrem Gartenteich nicht gleich wieder versickert, müssen Sie den Boden gut abdichten, z. B. indem Sie Teichfolie verlegen. Worauf Sie beim Folienteichbau genau achten müssen, erfahren Sie hier.

Teichfolie verlegen: Welches Material ist das richtige?

Bevor Sie die Teichfolie verlegen können, bedarf es der Planung und Vorbereitung für Ihren Gartenteich. Dazu gehört die richtige Materialauswahl. Für Teichfolien werden üblicherweise die folgenden Stoffe verwendet:

  • PVC (Polyvinylchlorid): Der Kunststoff ist besonders kostengünstig und robust. Ab Temperaturen von 15 °C fällt das Teichfolie verlegen hier besonders leicht. Auch größere Folienteiche lassen sich leicht verkleben. Risse in der Teichfolie können Sie leicht mit Flüssig-PVC reparieren. Leider ist PVC mit Weichmachern versetzt. Gerade in den ersten ein bis zwei Wochen können diese ins Teichwasser ausdünsten und die Wasserqualität beeinträchtigen. Lebensdauer der Folie: ca. 20-25 Jahre.
  • PE (Polyethylen): Teichfolien aus PE sind umweltverträglicher als PVC-Folien – darüber freuen sich die Teichpflanzen und Fische. PE ist ebenfalls ein robustes Material, das Frost, Hitze und UV-Licht weitestgehend standhält. Es ist etwas teurer als PVC und das Teichfolie verlegen fällt dabei etwas schwieriger. Daher eignet sich PE eher für kleine Folienteiche. Auch PE lässt sich erst bei Temperaturen ab 15 °C verlegen. Lebensdauer: ca. 20 Jahre.
  • EPDM (Ethylen-Propylen-Dien-Monomer): Der synthetische Kautschuk ist besonders elastisch und reißfest. Durch seine Geschmeidigkeit passt er sich optimal an die Teichform an und lässt sich einfach verlegen – unabhängig von der Außentemperatur. EPDM eignet sich auch für große Gartenteiche. Es ist umweltfreundlich und unbedenklich für die Wasserqualität. Nachteil: EPDM ist das teuerste Folienmaterial. Lebensdauer: ca. 30 Jahre.

Teichfolie verlegen: Wie dick muss sie sein?

Die Dicke der Folie hängt von der Teichgröße und der späteren Wassertiefe ab. Ein kleiner Gartenteich mit bis zu 70 cm Wassertiefe benötigt lediglich eine Folienstärke von 0,5 mm. Bis zu 160 cm tiefe Teiche sollten mit einer 1,0 mm dicken Folie abgedichtet werden. Und große Gartenteiche, die noch tiefer sind, brauchen eine Folienstärke von 1,5 mm. 

So berechnen Sie die Größe Ihrer Teichfolie

Für die Berechnung der Foliengröße müssen Sie die Länge, Breite und Tiefe Ihres Teichs wissen. Für die Abmessungen der Folie können Sie sich an diesen Formeln orientieren:

  • Folienlänge = Teichlänge + 2 * Teichtiefe + 1,0 m Überlappung
  • Folienbreite = Teichbreite + 2 * Teichtiefe + 1,0 m Überlappung

Die Überlappung von mindestens 1,0 m ist notwendig, um am Ende den Teichrand zu gestalten und abzudichten.

Beispiel: Ihr Folienteich soll 3 m lang, 2 m breit und 1,2 m tief werden. Ihre Teichfolie muss dann mindestens 6,4 m lang (3,0 + 2 * 1,2 + 1,0) und 5,4 m breit (2,0 + 2 * 1,2 + 1,0) sein. Die Teichfolie aus Ihrem Wunschmaterial in der passenden Größe können Sie bei Fachhändlern für Gartenteichausstattung, im Baumarkt oder im Gartencenter bestellen.

Teichgrund auf die Folienschicht vorbereiten: So geht’s

Erst nachdem Sie das Teichbecken ausgehoben haben, können Sie die Teichfolie verlegen. Beachten Sie beim Graben des Lochs Folgendes:

  • Die unterschiedlich tiefen Teichzonen (Sumpfzone bis 19 cm Tiefe, Flachwasserzone bis 59 cm Tiefe und Tiefwasserzone ab 90 cm) sollten berücksichtigt werden
  • Beide Teichränder müssen auf einer Ebene liegen – das können Sie mit einer Latte überprüfen, auf der eine Wasserwaage liegt.

Damit sich die Folie möglichst problemlos am Teichboden anschmiegt, muss der Untergrund glatt und sauber sein. Das erfordert sorgfältige Vorbereitung. Entfernen Sie nach Möglichkeit Steine und Wurzeln aus der Teichgrube, bevor sie die Teichfolie verlegen.

Der Boden ist immer noch steinig oder Sie entdecken Wurzeln im Boden, die Sie nicht ausreißen können? Dann graben Sie noch ca. 10 cm tiefer und füllen Sie den Untergrund mit einer ebenso dicken Sandschicht auf. Anschließend kleiden Sie die Teichgrube mit einem Teichvlies um zu verhindert, dass evtl. nachwachsende Wurzeln die Teichfolie später durchbohren.

Durch die Sandschicht wird der Teichgrund schön glatt und sauber.

Durch die Sandschicht wird der Teichgrund schön glatt und sauber.

Teichfolie verlegen ohne Falten: Tipps für ein glattes Ergebnis

Nun können Sie Ihre Teichfolie verlegen. Für gewöhnlich ist die Folie bereits so zusammengefaltet, dass sie sich leicht entrollen lässt. Am besten fragen Sie dennoch Freunde oder Verwandte, ob sie Ihnen beim Teichbau helfen. Zu zweit (bei sehr großen Teichen auch zu mehreren) ist es viel einfacher als allein, den Teichboden gleichmäßig mit Folie abzudecken und Falten zu vermeiden.

Legen Sie die Folienrolle neben dem Teich auf den Boden. Achten Sie darauf, dass beim Teichfolie verlegen keine spitzen Steine oder ähnliche Störobjekte auf der Erde liegen. Dann rollen Sie die Folie aus. Anschließend falten Sie die Folie auseinander und ziehen sie vorsichtig in die Teichgrube.

Bei sehr großen Teichen kann die Folie sehr schwer werden. Falls sie sich ab einem bestimmten Punkt nicht mehr weiterziehen lässt, fächern Sie mit wellenartigen Bewegungen Luft unter die Folie. Sie schleift dann nicht mehr direkt über die Erde, sondern gleitet auf einem Luftkissen federleicht über den Boden. Mit dieser Methode liegt die Folie außerdem schön glatt auf und wirft weniger Falten.

Ist die Teichgrube vollständig mit Folie ausgekleidet, lassen Sie das Ganze mindestens 30 Minuten ruhen. Dann hat sich die Folie ein wenig gesetzt und Sie können danach noch ein paar kleine Korrekturen vornehmen – zum Beispiel kleinere Falten glattstreichen.

Füllen Sie zunächst nur ein Drittel des Teichs mit Wasser – so kann sich die Folie besser setzen.

Füllen Sie zunächst nur ein Drittel des Teichs mit Wasser – so kann sich die Folie besser setzen.

Teichfolie verlegen: Kapillarsperre nicht vergessen

Ist die Folie komplett im Teichbecken verteilt, müssen Sie noch eine sogenannte Kapillarsperre errichten. Sie dient dazu, den Teichrand abzudichten und von seiner Umgebung abzugrenzen. Ansonsten kann der Teich Wasser an die umliegende Erde verlieren oder es können Pflanzen in den Teich hineinwachsen und mit ihren Wurzeln sein Wasser aufsaugen.

Für die Kapillarsperre haben Sie mehrere Möglichkeiten. Einige Händler bieten spezielle Produkte zur Abdichtung des Teichrands an. Alternativ können Sie aber auch einen ca. 10 cm hohen Wall um Ihren Teich herum bauen und einen 10 cm tiefen Graben hinter dem Wall ausheben. Dann ziehen Sie die überlappende Teichfolie über den Wall in den Graben und bedecken sie dort mit Kies. Den Wall können Sie zusätzlich mit Steinen dekorieren.

Folienreste, die dann noch zu sehen sind, graben Sie einfach in die Erde ein.

Folienteich fertigstellen und mit Wasser befüllen

Verteilen Sie auf dem Teichboden etwas Teicherde, Kies oder Substrat. Befüllen Sie den Teich danach bis zu einem Drittel mit Wasser. Dann lassen Sie Ihren Teich für mindestens einen Tag so stehen, damit das Gewicht des Wassers und der Teicherde die Folie noch ein Stück hinunterziehen kann. So hat die Folie auch noch ausreichend Zeit, um sich auf dem Boden anzuschmiegen. Nach der Wartezeit füllen Sie den Folienteich komplett mit Wasser auf.

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