Heizung •

Heizkörper streichen: Das sollten Sie beachten

Wenn Sie einen Heizkörper streichen müssen, sollten Sie nicht einfach nur eine neue Lackschicht auftragen. Das Lackieren der Heizung verlangt ein wenig Vorarbeit und Nachbereitung, lässt sich mit Sorgfalt und dem richtigen Material jedoch durchaus auch als Laie erledigen.

Heizkörper streichen: Den richtigen Lack auswählen

Lassen Sie sich am besten im Baumarkt oder Malerfachhandel beraten, wenn Sie Ihren Heizkörper streichen wollen. In der Regel steht es auf der Verpackung, wenn Lacke für die Heizung verwendet werden können. Das bedeutet, dass sie hitzebeständig sind und die Heizkörperfarbe – insbesondere bei Weißtönen – nicht so schnell vergilbt. Außerdem sind spezielle Heizungslacke kratz- und stoßfest sowie relativ geruchsarm. Am praktischsten sind Heizungslacke, die zusätzlich einen Rostschutz und eine Grundierung enthalten. Sie haben dabei die Wahl zwischen Acryl- und Kunstharzlacken.

Was ist Anlauger?

Damit Sie die alte Heizkörperfarbe entfernen können, bevor Sie Ihren Heizkörper streichen, benötigen Sie einen sogenannten Anlauger. Dabei handelt es sich üblicherweise um ein Pulver, das in Wasser aufgelöst wird und dazu dient, die alte Farbe von der Heizung zu lösen. Neben dem Anlauger benötigen Sie noch folgende Dinge, um den Heizkörper neu zu streichen:

  • Schleifpapier und eine Drahtbürste, um eventuellen Rost vom Heizkörper zu reiben
  • Rostschutzfarbe. Diese bietet sich auch dann an, wenn Sie einen Heizungslack mit Rostschutz gekauft haben, sodass Sie auch die Stellen vor Rost schützen können, die nicht lackiert werden.
  • Ein Eimer und ein Schwamm
  • Abdeckfolie, Malervlies oder alte Zeitungen, um den Untergrund vor Lackspritzern zu schützen
  • Schutzhandschuhe, da der Anlauger und der Heizungslack sonst die Haut angreifen können
  • Wollen Sie einen flächigen Heizkörper streichen, brauchen Sie eine kleine, feinporige Schaumstoffrolle dafür.
  • Besteht die Heizung aus Lamellen, empfiehlt sich ein flacher Pinsel mit abgeschrägter Spitze.

Abstauben, alte Heizkörperfarbe entfernen und Boden abdecken

Achtung! Die Heizung muss ganz abgekühlt sein, bevor Sie den Heizkörper streichen! Der neue Anstrich haftet am besten, wenn die alte Farbe vollständig entfernt wurde. Stauben Sie den gesamten Heizkörper von oben nach unten ab und wischen Sie auch dahinter jeglichen Staub weg. Andernfalls bleibt eine Trennschicht zurück, die sich negativ auf die Haftung des neuen Lacks auswirkt.

Die Oberfläche sollte nicht nur sauber, sondern auch leicht angeraut sein. Auf diese Weise bilden sich keine unschönen Übergänge und Unebenheiten, wenn Sie schließlich zur Farbe greifen. Zudem verhindern Sie, dass sich unter der neuen Lackschicht der Rost weiter ausbreitet, wenn Sie diesen zuvor sorgfältig abgeschliffen haben. Decken Sie zunächst den Boden und gegebenenfalls die Heizkörpernische mit Folie, Malervlies oder Zeitungspapier ab.

Anlauger anmischen und auftragen

Mischen Sie den Anlauger nach Packungsanweisung in einem Eimer mit warmem Wasser an. Ziehen Sie die Schutzhandschuhe an und machen Sie das Fenster möglichst weit auf oder lüften Sie zwischendurch immer wieder, damit Sie nicht zu viele giftige Dämpfe einatmen.

Tragen Sie den Anlauger mit einem Schwamm überall auf dem Heizkörper auf und wischen Sie die alte Farbe ab, sobald diese anfängt, sich zu lösen. Spülen Sie anschließend mit klarem Wasser nach und lassen Sie die Heizung trocknen. Anschließend reiben Sie eventuell vorhandenen Rost mit Schleifpapier und der Drahtbürste ab und entfernen die Reste gleichfalls mit klarem Wasser und einem Schwamm. Nachdem der Heizkörper erneut getrocknet ist, tragen Sie zunächst an den Stellen Rostschutzfarbe auf, die nicht mit Heizungslack gestrichen werden, der bereits Rostschutz enthält. Dies betrifft oft Ventile und Heizungsrohre.

Heizung lackieren: Es geht los!

Nun können Sie den Heizkörper streichen: Auf Flächen tragen Sie den Lack mit der Schaumstoffrolle auf, bei Lamellen und Rippen verwenden Sie den Pinsel. Tragen Sie nur eine dünne Schicht Lack auf, damit die Farbe schneller trocknet und anschließend nicht die Wärmeleitfähigkeit der Heizung beeinträchtigt. Zwischenräume und kleinere Ecken lackieren Sie ebenfalls mit einem Pinsel. Nachdem die erste Schicht getrocknet ist, was je nach Produkt mehrere Tage dauern kann, können Sie bei Bedarf eine zweite dünne Schicht auftragen.

Heizung mit Heizkörperlack-Spray lackieren

Alternativ können Sie Ihre Heizung auch mit Heizkörperlack-Spray lackieren. Wichtig: Schließen Sie vorher Ihre Fenster, um Luftströme zu vermeiden, die den Sprühlack in die falsche Richtung treiben könnte. Und verwenden Sie eine Atemschutzmaske. Halten Sie die Sprühdose dann etwa 20 Zentimeter von der Heizung entfernt und tragen Sie den Lack gemäß Herstellerangaben gleichmäßig auf. Sprühen Sie abwechselnd horizontal, vertikal und diagonal, damit sich alles gut verteilt. Lassen Sie den Lack erst vollständig trocknen, bevor Sie die Fenster wieder öffnen.

Nacharbeiten: Raum gut durchlüften

Der Lack verströmt giftige Dämpfe, während er trocknet. Daher sollten Sie das Zimmer mit dem frisch gestrichenen Heizkörper am besten nur zum Lüften betreten. Die Abdeckfolie sollten Sie erst nach einem bis zwei Tagen entfernen, um Flecken zu vermeiden. Nach der Trockenzeit, die auf der Verpackung steht, drehen Sie die Heizung einmal voll auf, damit auch die letzten giftigen Dämpfe verpuffen, und lüften anschließend wieder gut durch. Erst dann sollten Sie das Zimmer wieder wie gewohnt nutzen.

SM
Bewerten: