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Eigenheim planen: Erneuerbare Energien sind ein Muss
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Franziska Studtfeld
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Franziska Studtfeld
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Eigenheim planen: Erneuerbare Energien sind ein Muss

Erneuerbare Energien werden immer wichtiger, auch f√ľr die Planung des Eigenheims. Das Erneuerbare-Energien-W√§rmegesetz verlangt von zuk√ľnftigen Bauherren, dass sie einen Teil ihres Energiebedarfs durch Solaranlagen und Co. decken. Aber welche¬†geforderten Auflagen m√ľssen Bauherren erf√ľllen?

Durch die Energieeinsparverordnung (EnEV), die als Mindeststandard f√ľr Neubauten gilt, ist energieeffizientes Bauen heute bereits vom Gesetzgeber vorgeschrieben. Allerdings kann man deutlich √ľber die staatlichen Vorgaben hinausgehen und damit noch mehr Energie und Geld einsparen. 

Effizienzhaus, Passivhaus, Nullenergiehaus - was bedeuten die Begriffe?

Im Bereich der Niedrigenergiehäuser gibt es eine Reihe von Bezeichnungen, die alle Häuser mit geringem Energieverbrauch kennzeichnen. Teilweise sind die Begriffe nur schwer miteinander vergleichbar. Zunächst also eine kurze Klarstellung der einzelnen Bezeichnungen.

Effizienzhaus

Der Begriff Effizienzhaus ist in den F√∂rderrichtlinien der KFW (Kreditanstalt f√ľr Wiederaufbau) der staatlichen F√∂rderbank definiert. Dabei wird von einem Referenzhaus ausgegangen, das die Bauvorschriften der EnEV 2009 erf√ľllt und mit 100 Prozent angesetzt ist. Ein Effizienzhaus 55 hat einen Energieverbrauch von 55 Prozent, ein Effizienzhaus 40 von 40 Prozent dieses Referenzhauses. Die h√∂chste m√∂gliche F√∂rderung sch√ľttet die KFW f√ľr in Effizienzhaus 40 plus aus, das neben den 40 Prozent Energieverbrauch noch mit einer Anlage zur Stromerzeugung, meist einer Photovoltaikanlage und einer L√ľftungsanlage mit W√§rmer√ľckgewinnung ausgestattet ist. 

Ein Neubau nach den derzeit g√ľltigen Regeln der EnEV liegt bei 75 Prozent Energieverbrauch des KFW Referenzhauses.

Niedrigenergiehaus

Es gibt in Deutschland keinen festgelegten Standard f√ľr ein Niedrigenergiehaus. Es bezeichnet ein Haus, das energieeffizienter ist als im EnEV-Standard vorgeschrieben. Die Effizienzh√§user 55 und 40 fallen etwa darunter.

Passivhaus

Das Passivhaus definiert sich zum einen √ľber einzuhaltende U-Werte: 0,15 W/(m¬≤¬∑K) sind Obergrenze f√ľr Wand und Dachfl√§chen, 0,8 W/(m¬≤¬∑K) f√ľr Fenster. Zum anderen ist ein Heizenergieverbrauch von 15 Kilowattstunden pro Quadratmeter und Jahr als Obergrenze definiert. Das kann nur erreicht werden, wenn eine optimale W√§rmed√§mmung durch eine L√ľftungsanlage mit W√§rmer√ľckgewinnung erg√§nzt wird. 

Nullenergiehaus

Ein Passivhaus wird weiter optimiert, so dass im Jahresschnitt mindestens so viel Energie erzeugt wird, wie auch verbraucht wird. Meist wird dazu eine Photovoltaikanlage installiert. Zwischen Passivhaus und Nullenergiehaus liegt der Bereich des Effizienzhauses 40 plus nach KFW-Definition.

Plusenergiehaus

Ein Plusenergiehaus erzeugt √ľbers Jahr gesehen mehr Energie als es verbraucht. Extremfall des Plusenergiehauses ist das energieautarke Haus, das auf jede Energieversorgung von au√üen verzichten kann.

Die KFW belohnt Energieeffizienz mit g√ľnstigen Darlehen und Tilgungszuschuss

F√ľr den Bau oder Ersterwerb von H√§usern oder Eigentumswohnungen in energieeffizienter Bauweise vergibt die KFW verg√ľnstigte Darlehen von bis zu 120.000 Euro pro Wohneinheit. Abh√§ngig vom Effizienzstandard gibt es zus√§tzlich zum Kredit einen Tilgungszuschuss von bis zu 30.000 Euro beim Effizienzhaus 40 plus.

Wichtige Aspekte beim energieeffizienten Bauen

Verschiedene Faktoren beeinflussen die Energieeffizienz eines Geb√§udes. Grunds√§tzlich gilt dies f√ľr Neubauten ebenso wie f√ľr die Sanierung von Bestandsimmobilien.

Dämmung

Die Energieeffizienz einer W√§rmed√§mmung h√§ngt von der Qualit√§t des verwendeten D√§mmmateriales, der verarbeiteten D√§mmst√§rke und dem korrekten Einbau der W√§rmed√§mmschicht ab. Die Qualit√§t l√§sst sich an der W√§rmeleitf√§higkeitsgruppe oder -stufe ablesen. Dieser Wert und die D√§mmst√§rke bestimmen den U-Wert einer D√§mmung. Der U-Wert gibt in W/(m¬≤¬∑K) an, wie viel W√§rmeverlust pro Quadratmeter einer Fl√§che auftritt. Je niedriger dieser Wert ist, desto besser ged√§mmt ist ein Geb√§ude. Bei einem U-Wert von bis zu 0,15 W/(m¬≤¬∑K) f√ľr W√§nde, Dach oder Kellerdecke erreicht eine Wand Passivhausstandard.

Winddichtigkeit 

Nur wenn ein Geb√§ude auch winddicht ist, erf√ľllt die D√§mmung ihren Zweck optimal. D√§mmmaterial ist meist nicht winddicht. Deshalb muss zus√§tzlich zur D√§mmschicht eine winddichte Schicht angefertigt werden. Insbesondere die Anschl√ľsse an T√ľrst√∂cke und Fensterst√∂cke haben hier gro√üe Bedeutung. Wenn kalter Wind ins Geb√§ude bl√§st, hilft die dickste D√§mmung nicht weiter. Die Art und die Anordnung der winddichten Schicht muss von einem Fachmann geplant werden, um unerw√ľnschte Feuchtigkeitsbildung innerhalb des Wandaufbaus zu vermeiden. 

Erneuerbare Energien

Der Einsatz von erneuerbaren Energien ob zur Warmwassererzeugung zur Heizung oder zur Stromproduktion ist im Rahmen des energieeffizienten Bauens immer w√ľnschenswert. Welche Methoden daf√ľr sinnvollerweise zum Einsatz kommen h√§ngt vom einzelnen Bauprojekt ab und sollte mit entsprechenden Fachleuten abgestimmt werden. Das k√∂nnen Planer ebenso sein wie Elektriker, Installateure oder Energieberater. Die Begleitung eines Bauvorhabens durch einen unabh√§ngigen Energieeffizienz-Experten wird von der KFW mit bis zu 4.000 Euro zus√§tzlich gef√∂rdert.

√Ėkologische Baustoffe

F√ľr die Verwendung von √∂kologischen Baustoffen gibt es eine Vielzahl von F√∂rderm√∂glichkeiten. Da sie eine bessere √Ėkobilanz als konventionelle Baustoffe aufweisen, sind sie ein wichtiger Mosaikstein f√ľr energieeffizientes Bauen. Ein gro√üer Vorteil gegen√ľber konventionellen Baustoffen ist die h√∂here Kapillarit√§t, die sich positiv auf unerw√ľnschte Feuchtigkeit im Wandaufbau auswirkt.

Energieeffiziente Heizsysteme

Der Einbau eines √Ėl- oder Gaskessels in Form eines Brennwertkessels ist zurzeit zwar noch m√∂glich, wird aber ab 2026 im Rahmen der bundesdeutschen Klimaschutzziele verboten werden. Die Nutzung erneuerbarer Energiequellen wie Sonne, Holz oder Erdw√§rme ist ein wichtiger Bestandteil des energieeffizienten Bauens. Ist ein Nah- oder Fernw√§rmeanschluss m√∂glich, kann Erdw√§rme genutzt oder Kraft-W√§rme-Kopplung eingesetzt werden, lassen Standort und Ausrichtung eine Nutzung der Sonnenenergie zu? All dies sind Fragen, die mit entsprechenden Fachleuten f√ľr den konkreten Standort zu kl√§ren sind.

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Franziska Studtfeld
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Ob moderne Do-It-Yourself Anleitungen oder Tipps im Haushalt, Franziska Studtfeld kennt jeden aktuellen Trend im Haus und im Garten.
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